
Real Madrid beim Schlusslicht - die Vorzeichen vor dem Auftritt der "Königlichen" bei Deportivo La Coruña waren klar. Das sah auch Fernando Vazquez, der als neuer Trainer der Galicier sein erstes Spiel gleich verloren hatte (1:3 in Sevilla), so und verriet via "AS" seine Strategie: "Wir spielen so, wie Milan gegen Barça gespielt hat. Wir müssen versuchen sie am Fußballspiel zu hindern. Wenn wir uns rauslocken lassen, werden wir scheitern."
Doch so destruktiv, wie Vazquez sein Team ankündigte, trat es gar nicht auf. Depor spielte lange gut mit gegen ein Real, bei dem José Mourinho mit Blick auf zwei Duelle mit Barça in der kommenden Woche (Pokal am Dienstag, Liga am Samstag) zu Beginn neben Cristiano Ronaldo auch das deutsche Duo Mesut Özil und Sami Khedria auf die Bank setzte. Im Gefühl eines vermeintlich sicheren Sieges war der Auftritt der Madrilenen von Behäbigkeit gekennzeichnet. La Coruña agierte mutig und ging nicht unverdient durch das zehnte Saisontor von Riki in Führung (35.).
Nach knapp einer Stunde hatte Mourinho genug gesehen und schickte Ronaldo, Özil und Khedira in einem Dreierwechsel aufs Feld. Und tatsächlich ging ein Ruck durch sein Team. Real wurde zielstrebiger, während sich die Hausherren im Riazor immer weiter zurückzogen. Und tatsächlich gelang Real noch die Wende. Zunächst war es Kaka, der einen feinen Rechtsschuss aus 18 Metern unerreichbar für Depor-Schlussmann Aranzubia neben den rechten Pfosten platzierte. Die Madrilenen blieben dran und wurden für ihre Steigerung kurz vor Schluss belohnt: Kaka steil auf Ronaldo, der quer auf den freistehenden Higuain, der nur noch einschieben muss - in der 88. Minute traf der Argentinier zum Sieg.
Der Schock des 0:2 beim AC Mailand saß beim FC Barcelona tief. Für Freude sorgte nur die Nachricht, dass Eric Abidal von den Medizinern grünes Licht für eine Rückkehr in die Profimannschaft bekommen hat - fast ein Jahr nach seinem Abschied wegen seiner Lebererkrankung, wegen der er sich im April einer Lebertransplantation unterziehen musste. Ab sofort kann Abidal eingesetzt werden, beim Barça-Auftritt am späten Samstagabend gegen den FC Sevilla fehlte er aber noch im Kader.
Auch bei den Katalanen wurden Spieler für die anstehenden Auftritte geschont, neben Jordi Alba und Busquets fand sich so auch Xavi zunächst auf der Bank wieder. Auch ohne den Chef in der Zentrale zog Barça, das erneut von Jordi Rouro in Vertretung von Chefcoach Tito Vilanova betreut wurde, das gewohnte Spiel mit viel Ballbesitz auf, ohne dabei aber die ganz große Gefahr für die tiefstehenden Gäste zu entwickeln. Und so mag sich mancher beim designierten Meister kurz vor der Pause an Mailand erinnert haben, als Sevilla mit der ersten Chance überhaupt in Führung ging: Botia köpfte auf Flanke von Coke platziert ein (43.).
Doch lange hielt die Führung der Andalusier im zweiten Durchgang nicht. Dani Alves wurde auf der linken Abwehrseite nicht attackiert, in der Mitte stand Villa sträflich frei - 1:1 (52.). Nur weitere acht Minuten später durfte sich auch Messi über enorme Freiheiten im gegnerischen Sechzehner freuen. Am Elfmeterpunkt nahm "La Pulga" das Leder locker an und setzte es konzentriert in die Maschen (60.). Barça führte, aber richtig souverän wurde der Auftritt auch nun nicht. Sevilla boten sich durchaus Möglichkeiten zum Ausgleich, die beste ließ Negredo aus, als er nach feinem Rakitic-Pass frei vor Schlussmann Victor Valdes zu hoch zielte (75.). So steuerte Barcelona zu einem gänzlich glanzlosen Erfolg - nun gilt alle Konzentration dem Clásico.
Nach dem Aus in der Europa League gegen Rubin Kasan (0:2, 1:0) kann sich Atletico Madrid auf Liga und Pokal konzentrieren. In der Copa steht am Mittwoch das Halbfinalrückspiel in Sevilla an (Hinspiel 2:1), in der Liga wird man weiterhin von Real gejagt, doch die Königlichen kamen am Wochenende nicht näher heran, sodass der Abstand bei vier Punkten bleibt. Allerdings war es ein hartes Stück Arbeit am Sonntagabend gegen Espanyol Barcelona, obwohl zunächst alles nach einem Spaziergang aussah. Diego Costa holte einen Strafstoß heraus und Falcao verwandelte bereits den achten Elfmeter in dieser Saison, sein insgesamt 21. Treffer. Atletico war bis zur Pause überlegen und die Gäste waren bis dahin chancenlos. Doch in der Nachspielzeit der ersten Hälfte sah Madrids Gabi nach einem unnötigen Foul im Mittelfeld die Ampelkarte. Und so wurde die Zeit für den Tabellenzweiten doch etwas lang, aber Espanyol nutzte seine Chancen nicht und so reichte das Elfmetertor zum knappen aber verdienten Erfolg.
Real Betis Sevilla erwischte am späten Sonntagabend gegen Malaga einen Traumstart. Jorge Molina köpfte schon in der ersten Minute nach einer Ecke zur Führung ein. Auch in der Folge waren die Hausherren das dominierende Team und stellten die Weichen bis zur Halbzeit weiter auf Sieg. Mario erzielte wieder nach einer Ecke und erneut per Kopf das 2:0 (28.). Und kurz vor der Pause wehrte Malagas Keeper Willy zwar einen Kopfball von Pabon zunächst ab, doch im Nachschuss erhöhte der Kolumbianer auf 3:0 (45.). Und eigentlich hätte es in Folge eines Handelfmeters sogar 4:0 stehen müssen. Molinas Schuss prallte von der Unterkante der Latte hinter die Linie, doch der Schiedsrichter übersah das. Es war egal. Real Betis freute sich über einen souveränen Erfolg und klettert in der Tabelle auf den siebten Rang.
Im stimmungsvollen "San Mames" in Bilbao trafen sich am Freitagabend Athletic und Real Sociedad zum baskischen Prestigeduell - mit dem besseren Ende für die Gäste. Die Elf von Trainer Marcelo Bielsa, der am Golf von Biscaya sein 100. Spiel als Athletic-Trainer absolvierte, begann engagiert, hatte die besseren Chancen (Aduriz, 7.) und ging nach einer Flanke von links, die Ibai in der Mitte volley unter die Latte drosch, verdient in Führung. Doch die Hausherren, die dringend die Punkte mit Blick nach unten benötigt hätten, brachten trotz der Führung keine Ruhe in ihre Aktionen und kassierten durch Griezmann, der eine Flanke über die Linie drückte, nur kurz später den Ausgleich (34.). Im zweiten Durchgang brachte ein Fehler von Torwart Raul Athletic endgültig ins Hintertreffen. Agirretxe staubte ab und San Sebastian legt durch Velas elften Saisontreffer nach. Der schob den Ball überlegt ins linke Eck zum 3:1 für Real Sociedad.
Bilbao bleibt im unteren Tabellendrittel stecken. Nur ein Sieg gelang dem Team in den letzten neun Spielen, zuletzt setzte es drei Niederlagen in Serie. Die Ernüchterung ist groß. Für Sociedad-Trainer Philippe Montanier endete "das wichtigste Spiel des Jahres" erfolgreich, in der Kathedrale war es am Ende still. "San Mames" erlebte vor dem Neubau das letzte Basken-Derby.
| Pl. | Verein | Tore | Pkte. | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | ![]() | FC Barcelona | 82:28 | 68 |
| 2 | ![]() | Atletico Madrid | 48:23 | 56 |
| 3 | ![]() | Real Madrid | 62:23 | 52 |
| 4 | ![]() | FC Malaga | 37:24 | 42 |
| 5 | ![]() | FC Valencia | 36:37 | 41 |
| 6 | ![]() | Real Sociedad San Sebastian | 41:31 | 40 |
| 7 | ![]() | Real Betis Sevilla | 34:35 | 39 |
| 8 | ![]() | Rayo Vallecano | 34:43 | 37 |
| 9 | ![]() | FC Getafe | 35:44 | 35 |
| 10 | ![]() | UD Levante | 30:38 | 34 |
| 11 | ![]() | Real Valladolid | 34:33 | 33 |
| 12 | ![]() | FC Sevilla | 34:37 | 32 |
| 13 | ![]() | Espanyol Barcelona | 31:35 | 31 |
| 14 | ![]() | CA Osasuna | 22:27 | 28 |
| 15 | ![]() | Athletic Bilbao | 30:50 | 26 |
| 16 | ![]() | FC Granada | 24:36 | 26 |
| 17 | ![]() | Real Saragossa | 25:36 | 25 |
| 18 | ![]() | Celta Vigo | 24:32 | 23 |
| 19 | ![]() | RCD Mallorca | 24:48 | 18 |
| 20 | ![]() | Deportivo La Coruna | 29:56 | 16 |
| 1. Messi, Lionel | FC Barcelona | ![]() |
| Spiele: 32 | Tore: 46 | |
| 2. Cristiano Ronaldo | Real Madrid | ![]() |
| Spiele: 34 | Tore: 34 | |
| 3. Falcao | Atletico Madrid | ![]() |
| Spiele: 34 | Tore: 28 | |
| 4. Negredo, Alvaro | FC Sevilla | ![]() |
| Spiele: 36 | Tore: 25 | |
| 5. Soldado, Roberto | FC Valencia | ![]() |
| Spiele: 35 | Tore: 24 | |