
Die Bale-Mania greift bei Tottenham weiter um sich. Und der 23-Jährige sorgte selbst dafür, dass die Begeisterung bei den Spurs kein Ende findet. Auch im Montagabendspiel bei West Ham spielte sich der Waliser in den Vordergrund. Stand zu Beginn des Derbys noch das Gedenken an Bobby Moore, den vor 20 Jahren verstorbenen früheren Kapitän der "Hammers" im Mittelpunkt, sorgte Bale schnell für ein erstes sportliches Highlight, als er in der 13. Minute mit einem feinen Flachschuss zur Tottenham-Führung traf. Dennoch sah es bald nicht mehr nach einem erfolgreichen "Bale-Abend" aus. Nach einem Foul von Parker an Carroll trat der Gefoulte zum Strafstoß an und verwandelte zum Ausgleich. Im zweiten Durchgang brachte Cole das Team von Trainer Sam Allardyce sogar in Front. Unmittelbar zuvor war Holtby für Sigurdsson vom Platz gegangen, und der Ex-Hoffenheimer sollte sich noch für seinen Einsatz bedanken, als er in der 76. Minute das Leder zum 2:2 über die Linie drückte. Eingeleitet hatte die Szene - natürlich - Bale mit einem Freistoß. Doch damit hatte der Mittelfeldspieler noch nicht genug. Kurz vor Schluss nahm er aus der Distanz ganz genau Maß und jagte das Leder zum 3:2-Sieg in den Winkel. Ein gut aufgelegter Jääskeläinen im West-Ham-Tor war machtlos. In den letzten 13 Ligaspielen erzielte Bale damit zwölf Tore und führt die Spurs weiterhin in Richtung Champions-League-Qualifikation: Platz drei ist erreicht, nach Arsenal auch Chelsea überflügelt.
Bevor sich Swansea City (mit Torhüter Tremmel) in Wembley durch ein 5:0 im Ligapokalfinale gegen Viertligist Bradford City den ersten Titel der Saison sicherte, standen sich Manchester City und Chelsea am Sonntag im Verfolgerduell Zweiter gegen Dritter gegenüber. Nachdem Spitzenreiter ManUnited am Vortag gewonnen hatte, musste City gewinnen, um die Minimalchance auf die Titelverteidigung zu wahren. Roberto Mancini, der sich unlängst selbst zum "besten Trainer in England" kürte, hatte ohnehin erklärt, die Meisterschaft sei noch nicht abgeschrieben.
Und sein Team gab gegen ein überaus defensiv ausgerichtetes Chelsea klar den Ton an. Nastasic zwang Torhüter Cech nach einer Viertelstunde per Kopf zu einer Glanztat. Kurz vor der Pause hielt Verteidiger Cahill seinen Kopf gerade noch in einen gefährlichen Zabaleta-Volley. Kurz nach der Pause hätte Chelsea, das in der Offensive bis dahin nicht stattgefunden hatte, den Spielverlauf beinahe auf den Kopf gestellt: Nachdem Schlussmann Hart Angreifer Ba im Strafraum gefoult hatte, bot sich Lampard die Chance, vom Elfmeterpunkt sein 200. Tor für Chelsea zu erzielen. Doch Hart machte sein Vergehen wieder wett und entschärfte den platzierten Flachschuss des Mittelfeldspielers in herausragender Manier.
So war es City, das nach rund einer Stunde verdient in Führung ging: Yaya Touré schloss nach starker Einzelleistung eiskalt ab. Fünf Minuten vor dem Ende brachte der eingewechselte Tevez den Sieg mit einem sehenswerten Distanzschuss unter Dach und Fach. Chelsea liegt nach der Pleite nun sieben Punkte hinter City.
Eine packende Angelegenheit war das zweite große Abstiegsduell des Wochenendes: Newcastle United, das am Donnerstag durch ein 1:0 in Charkiv ins Achtelfinale der Europa League eingezogen war, empfing den punktgleichen FC Southampton. Die Saints hatten unlängst mit dem 3:1 gegen Manchester City überrascht und legten auch im St. James' Park gut los: Nach nur drei Minuten besorgte Schneiderlin die Führung. Bis zur Pause drehten die Gastgeber den Spieß um: Winter-Neuzugang Sissoko glich aus, ein toller Distanzschuss von Cissé schlug ebenfalls im Netz ein. Die gleiche Torfolge gab es auch in Durchgang zwei: Saints-Torjäger Lambert brauchte nur fünf Minuten, um auszugleichen. Dann brachten zwei defensive Schnitzer die Gäste jedoch auf die Verliererstraße: Fox leistete sich im Sechzehner ein Handspiel - Cabaye verwandelte vom Punkt - und Hooiveld unterlief ein Eigentor, bereits sein drittes in dieser Saison! Durch den Sieg verschaffte sich Newcastle ein Sechs-Punkte-Polster zur Abstiegszone, von der Southampton drei Zähler entfernt ist.
Das war es dann wohl mal wieder für den FC Arsenal: Nach dem peinlichen 0:1 gegen Zweitligist Blackburn im FA Cup und dem 1:3 gegen die Bayern im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League ist die achte titellose Saison in Folge Realität geworden. Bei den Gunners ist dieser Tage alles möglich, selbst der Abgang von Arsène Wenger, der ohne Frage die schwierigste Zeit durchmacht, seitdem er 1996 im Norden Londons übernahm. Mehrheitseigner Stan Kroenke steht zwar noch hinter dem Franzosen, doch dem bläst ein immer stärker werdender Wind ins Gesicht. Arsenal soll zwar offenbar gewillt sein, den im Sommer 2014 auslaufenden Vertrag seines Trainers zu verlängern. Doch sollte die Champions-League-Qualifikation erstmals unter Wenger verpasst werden, könnte die Zeit für einen Neuanfang bei den Gunners gekommen sein.
Immerhin entledigten sich die Gunners am Samstag ihrer Pflichtaufgabe gegen Aston Villa erfolgreich. Bedanken konnten sich die Londoner, bei den denen Podolski lange Zeit auf der Bank schmorte, bei Santi Cazorla. Der Spanier sicherte mit seinen beiden Treffern (6., 85.) den Sieg im Alleingang. Für die Villains konnte Weinmann in der 68. Minute zwischenzeitlich ausgleichen.
Die Niederlage hatte für Aston Villa Folgen, denn das Team von Trainer Paul Lambert rutschte unter den Strich. Verantwortlich dafür war Wigan Athletic. Die Latics kamen im Kellerduell beim FC Reading zu einem souveränen 3:0-Sieg. Der Ivorer Koné avancierte durch einen Doppelpack kurz vor der Pause (44., 45.) zum Matchwinner für Wigan. Tor Nummer drei steuerte Figueroa kurz nach dem Seitenwechsel bei (48.). Durch den Dreier sprang Wigan aus den Abstiegsrängen.
Einen herben Rückschlag im Rennen um die internationalen Startplätze musste der FC Everton hinnehmen. Die Toffees verloren bei Norwich City durch ein Tor in der Nachspielzeit mit 1:2 und liegen nun fünf Punkte hinter Arsenal. Evertons Hitzlsperger verfolgte die 90 Minuten von der Bank aus. Die Kanarienvögel fuhren den ersten Dreier nach zuvor neun sieglosen Partien am Stück (0/4/5) ein und verabschiedeten sich wohl aus dem Abstiegskampf.
Dies gelang auch dem FC Fulham, der zum Auftakt dank eines Treffers von Berbatov mit 1:0 gegen Stoke City gewann. Dabei kam es auch zum Duell der beiden deutschen Legionäre Riether (Fulham) und Huth (Stoke).
An der Spitze der Liga thront weiterhin souverän Manchester United. Daran, dass im Old Trafford am Saisonende Meistertitel Nummer 20 gefeiert wird, zweifeln derzeit nur wenige. Und auch von den Queens Park Rangers ließ sich das Team von Trainer Sir Alex Ferguson nicht aufhalten. Der Spitzenreiter gewann beim Schlusslicht durch die Treffer von Rafael (23.) und Giggs (80.) relativ sicher mit 2:0. Routinier Giggs traf damit in seinem 999. Spiel als Profi ins Schwarze. "Er hat's schon wieder gezeigt: Er ist ein erstaunlicher Spieler", sagte Sir Alex und lobte die außergewöhnliche Fitness des Walisers. Im zweiten Durchgang brachte Ferguson auch den angeschlagenen Rooney.
| Pl. | Verein | Tore | Pkte. | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | ![]() | Manchester United | 64:31 | 68 |
| 2 | ![]() | Manchester City | 50:24 | 56 |
| 3 | ![]() | Tottenham Hotspur | 47:32 | 51 |
| 4 | ![]() | FC Chelsea | 55:30 | 49 |
| 5 | ![]() | FC Arsenal | 52:30 | 47 |
| 6 | ![]() | FC Everton | 41:34 | 42 |
| 7 | ![]() | West Bromwich Albion | 38:36 | 40 |
| 8 | ![]() | FC Liverpool | 49:34 | 39 |
| 9 | ![]() | Swansea City | 38:34 | 37 |
| 10 | ![]() | Stoke City | 26:32 | 33 |
| 11 | ![]() | FC Fulham | 37:42 | 32 |
| 12 | ![]() | Norwich City | 27:41 | 32 |
| 13 | ![]() | Newcastle United | 38:48 | 30 |
| 14 | ![]() | West Ham United | 31:41 | 30 |
| 15 | ![]() | AFC Sunderland | 29:36 | 29 |
| 16 | ![]() | FC Southampton | 38:49 | 27 |
| 17 | ![]() | Wigan Athletic | 33:51 | 24 |
| 18 | ![]() | Aston Villa | 26:52 | 24 |
| 19 | ![]() | FC Reading | 33:51 | 23 |
| 20 | ![]() | Queens Park Rangers | 19:43 | 17 |
| 1. van Persie, Robin | Manchester United | ![]() |
| Spiele: 38 | Tore: 26 | |
| 2. Suarez, Luis | FC Liverpool | ![]() |
| Spiele: 33 | Tore: 23 | |
| 3. Bale, Gareth | Tottenham Hotspur | ![]() |
| Spiele: 33 | Tore: 21 | |
| 4. Benteke, Christian | Aston Villa | ![]() |
| Spiele: 34 | Tore: 19 | |
| 5. Michu | Swansea City | ![]() |
| Spiele: 35 | Tore: 18 | |