Drittes Ligaspiel ohne Sieg am Stück - Chelsea muss Spitzenreiter ManUnited nach dem 1:1 gegen Angstgegner Liverpool auf vier Punkte ziehen lassen. Vor der Pause bestimmte Terry die Schlagzeilen, der nach abgesessener Sperre wieder auflaufen durfte. Zunächst köpfte er nach einer Ecke freistehend sein 50. Pflichtspieltor für die Blues (20.), die trotz Nachteilen beim Ballbesitz viel zielstrebiger agierten als die Reds. Der Bruch (womöglich im wahrsten Sinne des Wortes) dann in Minute 35: Suarez fiel äußerst unglücklich auf Terrys Standbein, der nach einem lauten Schrei behandelt und schließlich hinausgetragen werden musste. Mata vergab in der langen Nachspielzeit noch eine Großchance nach feiner Einzelleistung leichtfertig, dann war Halbzeit.
Und nach der wollte es Chelsea wissen: Mata verzog knapp (54.), Torres fand, diesmal per Kopf, wie schon im ersten Durchgang in Liverpool-Keeper Jones seinen Meister (57.). Die Gastgeber drückten, drängten auf die Entscheidung - und kassierten urplötzlich das 1:1! Suarez, der bis dahin trotz der Wechselspiele in Chelseas Innenverteidigung einen schweren Stand hatte, staubte nach Carraghers Eckballverlängerung aus kurzer Distanz mit dem Kopf ab (73.). Ivanovic nickte in der Schlussphase knapp drüber, im Gegenzug verhinderte Cech vor seinem Strafraum gegen Suarez und in der Nachspielzeit gegen Enrique die fünfte Ligaschlappe gegen Liverpool am Stück - die aber auch alles andere als verdient gewesen wäre.
Der Titelverteidiger bleibt ungeschlagen: Gegen Tottenham drehte Manchester City am Sonntag mal wieder ein Spiel und siegte ganz spät noch 2:1. Spurs-Coach André Villas-Boas gerät damit weiter unter Druck. Der Portugiese ließ Defoe, der unter der Woche in der Europa League gegen Maribor (3:1) alle drei Tore erzielt hatte, auf der Bank und setzte wieder nur auf eine Spitze - diesmal Ex-City-Stürmer Adebayor. Gegenüber Roberto Mancini, am Ende der Partie mit Sprechchören gefeiert, konnte den genesenen Silva wieder aufstellen.
Und trotzdem gehörte die erste Hälfte den Spurs: City fehlte vorne Kreativität und hinten mal wieder der Durchblick bei einer Standardsituation. Caulker köpfte Huddlestones Freistoßflanke ein (21.) - mehr als die Hälfte seiner Liga-Gegentore kassierte der Meister damit schon nach ruhenden Bällen, von den Ecken-Patzern gegen Ajax (2:2) ganz zu schweigen. Huddlestone verzog ganz knapp aus der Distanz (25.), Tevez schloss in guter Position zu halbherzig ab (42.) - das war's in Sachen Torchancen vor der Pause. Das Pfeifkonzert zum Halbzeitpfiff galt aber dem Schiedsrichtergespann, das City gleich zwei Elfmeter - Gallas-Handspiel (24.) und Huddlestone-Bodycheck gegen Zabaleta (34.) - verweigerte.
Nach dem Seitenwechsel hatte Tottenham den Anfangsdruck der Citizens bereits weitgehend mühelos überstanden, da liefen die Gäste in einen Konter, den der bis dato unglücklich agierende Aguero nach Yaya-Touré-Zuspiel ganz überlegt rechts im Sechzehner verwertete - 1:1 (65.). Sieben Minuten später ließ Bale einmal seine Klasse aufblitzen, Hart parierte seinen Schuss aus der Nahdistanz (73.). Der Rest war leidenschaftlicher ManCity-Dauerdruck. Silva (82.) und Aguero (83.) scheiterten noch knapp, also musste es mal wieder Super-Joker Dzeko richten: Eine Viertelstunde nach seiner Einwechslung knallte er einen Silva-Heber per Drehschuss unter die Latte (88.) - sein sechstes Joker-Tor bei der achten Einwechslung in dieser Saison! Es war der Siegtreffer, City bleibt bis auf zwei Punkte an Stadtrivale United dran.
Der mit riesigem Abstand beste Aufsteiger bleibt West Ham United. Durch den 1:0-Sieg in Newcastle schob sich das Team von Sam Allardyce auf den sechsten Platz - vor Teams wie Tottenham, Arsenal oder Liverpool. Das entscheidende Tor am Sonntag gelang Nolan, der wie Carroll an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrte. Der vermeintliche Ausgleichstreffer durch einen Ba-Kopfball wurde nicht gewertet - der Ball soll die Linie nicht vollumfänglich überschritten haben. Eine knifflige Situation, die zunächst auch die TV-Bilder nicht auflösen konnten.
Mit der Empfehlung von sieben Siegen aus acht Pflichtspielen und der vorzeitigen Qualifikation fürs Champions-League-Achtelfinale reiste Manchester United am Samstagabend zum Abendspiel in den Villa Park zu Birmingham. Wohler fühlen sich die Red Devils abseits des Old Trafford wohl nirgendwo: Seit 1995 hatte United bei Aston Villa nicht mehr verloren. Die längste Auswärtsserie der Premier-League-Geschichte sollte allerdings mächtig ins Wanken geraten. Denn der Rekordmeister verzeichnete zwar deutlich mehr Ballbesitz, agierte im Spiel nach vorne aber komplett ideenlos. Kurz vor der Pause lag der Favorit dann plötzlich hinten: Nach starker Vorarbeit von Benteke, der sich resolut gegen Smalling durchsetzte, netzte der Österreicher Weimann mittig auf de Gea zum 1:0 ein (45.).
Fünf Minuten nach dem Wechsel schlug Villa erneut zu. Nach einem Ballverlust von Scholes gelangte der Ball zu Agbonlahor, dessen scharfen Flachpass Weimann am zweiten Pfosten zu seinem zweiten Tor verwertete. Sollte United tatsächlich im Villa Park verlieren? Die Antwort lautete nein, denn Sir Alex Ferguson hatte zur Pause Hernandez für den an alter Wirkungsstätte schwachen Young gebracht - und damit alles richtig gemacht. Acht Minuten nach dem 0:2 verkürzte der Mexikaner, als er die Kugel nach Scholes' hohem Ball irgendwie unter Kontrolle brachte und durch die Beine von Guzan im Tor versenkte. Fünf weitere Minuten später stand es 2:2: Rafael flankte von rechts, am zweiten Pfosten zog "Chicharito" ab und von Vlaars Hüfte sprang der Ball ins Netz. Der Treffer wurde als Eigentor des Niederländers gewertet, aber erneut war die "kleine Erbse" maßgeblich beteiligt.
Nun ging es hin und her. De Gea verhinderte den dritten Weimann-Treffer, als er dessen Kopfball stark parierte, auf der anderen Seite traf van Persie binnen weniger Minuten zwei Mal die Latte - einmal per Kopf nach einer Rooney-Ecke, einmal mit einem sehenswerten Distanzschuss. United drängte auf den Siegtreffer, blieb dabei jedoch anfällig für Konter. Dennoch jubelten die Ferguson-Schützlinge noch einmal: Nach Freistoßhereingabe von van Persie rauschte Hernandez heran und machte den vierten Ligasieg der Saison nach Rückstand per Flugkopball perfekt (87.)! United bleibt damit Spitzenreiter.
Das Derby zwischen Arsenal und Fulham kam am Samstag mit Bundesliga-Anstrich daher. Bei den Gunners begannen Podolski und Mertesacker, bei den Gästen stand neben Riether, der noch keine Premier-League-Minute verpasst hat, auch Dejagah erstmals in der Startelf. Zu dieser gehörte natürlich auch Berbatov, dessen Verpflichtung der Hauptgrund dafür ist, dass sich Petric nach starkem Saisonstart derzeit auf der Ersatzbank wiederfindet.
Arsenal (ohne den gesperrten Wilshere) stand nach drei Niederlagen und einem Remis aus den letzten sechs Pflichtspielen und dem schlechtesten Saisonstart in der Ära Wenger unter Druck. Das dringend benötigte Erfolgserlebnis schien auf dem Weg gebracht zu sein, als Podolski zwölf Minuten nach Girouds Kopfball-Führungstor (11.) das 2:0 nachlegte. Nach Artetas Hereingabe war er in der Mitte einen Tick schneller am Ball als sein früherer Teamkollege Riether und markierte sein drittes Saisontor.
So weit, so gut. Dachte man. Doch durch katastrophale Nachlässigkeiten brachten die Gastgeber Fulham zurück ins Spiel: Erst köpfte Berbatov nach Ecke von Ruiz völlig unbedrängt ein, dann sah Torhüter Mannone bei einem Kopfball-Aufsetzer des früh eingewechselten Kacaniklic nicht gut aus - noch vor der Pause stand 2:2.
Und nach dem Wechsel kam es noch schlimmer für Arsenal. Nach einem Zweikampf zwischen Arteta und Ruiz zeigte Schiedsrichter Phil Dowd auf den Elfmeterpunkt. Berbatov trat an und brachte die Gäste mit seinem zweiten Treffer in Führung. Diese hielt allerdings nur zwei Minuten: Nach einer Cazorla-Flanke traf Giroud zunächst nur den Pfosten, doch Walcott sicherte sich den Abpraller und bediente den Franzosen maßgerecht - 3:3 im zweiten Anlauf.
In der Nachspielzeit schien es doch noch das Happy End für Arsenal zu geben. Der eingewechselte Arshavin schoss Riether den Ball aus nächster Nähe an den (angelegten) Arm - Dowds Elfmeterpfiff war mehr als hart. Doch Fulham-Schlussmann Schwarzer hatte keine Lust, als Verlierer vom Platz zu gehen. Der Australier lenkte Artetas Elfmeter in grandioser Manier um den Pfosten und rettete Fulham damit einen verdienten Punkt. Arsenal tritt nach dem schlechtesten Saisonstart seit 1982 auf der Stelle.

Richtig gut drauf ist weiterhin der FC Everton, der seinem Coach David Moyes zu dessen 400. Premier-League-Spiel (mit Ferguson, Wenger und Redknapp schafften bisher nur drei andere Trainer diese Marke) einen 2:1-Sieg gegen den FC Sunderland bescherte. In Führung gingen zunächst aber die Gäste. Johnsons Treffer war in vielerlei Hinsicht bemerkenswert: Es war sein erstes Tor für Sunderland, der erste selbst erzielte Treffer der Black Cats seit dem 29. September und 444 Spielminuten sowie das erste Tor, das nicht auf das Konto von Sommerneuzugang Fletcher ging. Everton ließ sich nicht beirren - und drehte den Spieß spät um. Der in den vergangenen Wochen überragende Fellaini glich erst aus (76.) und bereitete dann den Siegtreffer von Jelavic vor (79.).
Punktgleich mit Everton ist West Bromwich Albion, das seinem Sensationsstart unter Trainer Steve Clarke mit dem 2:1 in Wigan einen weiteren Sieg zufügte. Ein Sieg - genau darauf warten Reading (0:0 gegen Norwich) und die Queens Park Rangers (0:1 bei Stoke City) weiterhin. Eng dürfte es auch für Southamptons Trainer Nigel Adkins werden, über dessen Zukunft unter der Woche bereits eifrig spekuliert wurde. Trotz guter Leistung und 1:0-Führung mussten sich die Saints gegen Swansea mit einem 1:1 begnügen. Womöglich zu wenig für Adkins.
| Pl. | Verein | Tore | Pkte. | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | ![]() | Manchester United | 29:16 | 27 |
| 2 | ![]() | Manchester City | 20:10 | 25 |
| 3 | ![]() | FC Chelsea | 23:11 | 24 |
| 4 | ![]() | FC Everton | 21:14 | 20 |
| 5 | ![]() | West Bromwich Albion | 17:12 | 20 |
| 6 | ![]() | West Ham United | 14:11 | 18 |
| 7 | ![]() | Tottenham Hotspur | 18:16 | 17 |
| 8 | ![]() | FC Arsenal | 18:11 | 16 |
| 9 | ![]() | FC Fulham | 24:19 | 16 |
| 10 | ![]() | Newcastle United | 12:15 | 14 |
| 11 | ![]() | Swansea City | 16:15 | 13 |
| 12 | ![]() | Stoke City | 9:10 | 12 |
| 13 | ![]() | FC Liverpool | 14:16 | 12 |
| 14 | ![]() | Wigan Athletic | 12:18 | 11 |
| 15 | ![]() | Norwich City | 8:18 | 11 |
| 16 | ![]() | AFC Sunderland | 7:11 | 9 |
| 17 | ![]() | Aston Villa | 10:17 | 9 |
| 18 | ![]() | FC Reading | 12:18 | 6 |
| 19 | ![]() | FC Southampton | 15:29 | 5 |
| 20 | ![]() | Queens Park Rangers | 8:20 | 4 |
| 1. van Persie, Robin | Manchester United | ![]() |
| Spiele: 37 | Tore: 25 | |
| 2. Suarez, Luis | FC Liverpool | ![]() |
| Spiele: 33 | Tore: 23 | |
| 3. Bale, Gareth | Tottenham Hotspur | ![]() |
| Spiele: 32 | Tore: 20 | |
| 4. Benteke, Christian | Aston Villa | ![]() |
| Spiele: 34 | Tore: 19 | |
| 5. Michu | Swansea City | ![]() |
| Spiele: 34 | Tore: 18 | |