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28.10.2012, 18:57

9. Spieltag: Wildes Merseyside-Derby - Suarez im Mittelpunkt

3:2 ManUnited! Chelsea hadert mit den Referees

Spielentscheidende Fehlentscheidungen am blau-roten Topspiel-Sonntag! Nachdem Everton in einem wilden 219. Merseyside-Derby letztlich mit viel Glück ein 2:2 gegen Liverpool rettete, brach Manchester United seine schwarze Serie an der Stamford Bridge und fügte dem doppelt dezimierten Primus Chelsea am 9. Premier-League-Spieltag mit 3:2 die erste Saisonniederlage bei - weil der Referee gleich doppelt danebenlag. In Liverpool stand Provokateur Suarez im Mittelpunkt.

Blau gegen Rot I: Ivanovic und Torres fliegen - Hernandez Matchwinner

Manchester United jubelt an der Stamford Bridge
Drei Punkte an der Stamford Bridge! Das hatte Manchester United seit über zehn Jahren nicht mehr geschafft.
© picture allianceZoomansicht

ManUnited stellte vor dem Spiel ligaweit die beste, Chelsea die zweitbeste Offensive, auch die beiden Aufstellungen (Mata, Hazard, Oscar, Torres vs. Young, Valencia, Rooney, van Persie) versprachen Tore wie beim letzten Aufeinandertreffen (3:3) - und tatsächlich stand es nach zwölf Minuten schon 2:0 für United! Zweimal ging's über rechts, zweimal kam van Persie halbrechts im Strafraum frei zum Schuss: Erst lenkte er Rooneys Hereingabe an den Pfosten, von wo der Ball über David Luiz ins Tor prallte (4.); dann versenkte der Niederländer, der bei seinen letzten beiden Stamford-Bridge-Besuchen insgesamt fünfmal getroffen hatte, Valencias Flanke mühelos (12.).

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Hinten stand United ganz sicher, Chelsea suchte vergeblich den Raum für sein gefürchtetes Kombinationsspiel. Doch nach gut einer halben Stunde wachten die Blues auf: Evans produzierte fast ein Eigentor (Außenpfosten, 35.), bei der folgenden Ecke parierte de Gea gegen Cahill. Noch besser reagierte der Spanier gegen Torres, der aus wenigen Metern zum Kopfball gekommen war (42.). Ein anderer Landsmann überwand ihn schließlich: Rooney grätschte wild gegen Hazard, und Mata schlenzte den Freistoß exzellent ins Torwarteck - de Gea hatte ein wenig spekuliert (44.).

Und die Druckphase rettete Chelsea in die zweite Hälfte, prompt stand es 2:2: Nach starkem Mata-Einsatz nickte Ramires Oscars Flanke zum verdienten Ausgleich ein. Man musste sich um United wirklich Sorgen machen, Chelsea schien gerade richtig auf Touren zu kommen - war aber eine Viertelstunde später plötzlich nur noch zu neunt! Fünf Minuten, nachdem Ivanovic Young nach starkem Van-Persie-Zuspiel als letzter Mann zu Fall gebracht und zu Recht Rot gesehen hatte (63.), kassierte Torres für eine angebliche Schwalbe Gelb-Rot. Eine Fehlentscheidung, Evans traf den Welt- und Europameister.

Und es kam noch viel schlimmer für die Blues: Der soeben eingewechselte Hernandez staubte zum 3:2 ab - aus klarer Abseitsposition, was dem Schiedsrichtergespann entging (75.). Zuvor hatte Cech gegen van Persie doppelt in Weltklassemanier pariert. Der Rest war routiniertes Herunterspielen der Führung vonseiten der Red Devils - de Gea bekam nichts mehr zu tun. Und so ist United - wie Stadtrivale City - nur noch einen Punkt hinter Chelsea, das schon am Mittwoch im Ligapokal Frustabbau betreiben kann: daheim gegen Manchester United.

Blau gegen Rot II: Suarez provoziert und wird ums Siegtor gebracht

Provokanter Jubel: Luis Suarez feiert das 1:0 mit einer Schwalbe vor der Everton-Bank.
Provokanter Jubel: Luis Suarez feiert das 1:0 mit einer Schwalbe vor der Everton-Bank.
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Mit Everton gegen Liverpool ging der Topspiel-Sonntag los, es war das 219. Merseyside Derby - aber eine der verrücktesten ersten Hälften seiner Geschichte. Nach 35 Minuten stand es 2:2! Die beiden Liverpooler Mannschaften, die geografisch nur der Stanley Park trennt, lieferten sich ein hochintensives, rasantes und aufregendes Duell bei Regen, beide stürmten von Beginn an drauflos. Die Reds, die sieben der letzten zehn Derbys gewonnen hatten, führten zunächst 2:0, Luis Suarez leitete es in die Wege: Zunächst erzwang er mit einer Mischung aus Schuss und Flanke ein Baines-Eigentor aus kurzer Distanz (15.), fünf Minuten später lenkte er eine Gerrard-Freistoßflanke mit den Haarspitzen ins Netz.

Ohne Provokation ging es beim Uruguayer aber mal wieder nicht: Das 1:0 feierte er mit einer demonstrativen Schwalbe vor der Everton-Bank, auf der neben Hitzlsperger auch Trainer David Moyes saß, der im Vorfeld - bei weitem nicht als erster in England - Suarez' Fallsucht kritisiert hatte. Die Toffees antworteten auf dem Rasen: Sekunden nach dem 0:2 schoss Osman nach einer missglückten Faustabwehr von Liverpools Ersatzkeeper Jones (Reina war noch verletzt) von der Strafraumgrenze ein, ehe Naismith eine flache Fellaini-Hereingabe veredelte (35.).

Mirallas, bester Mann beim FC Everton vor der Pause, musste verletzungsbedingt in der Kabine bleiben, Liverpool nahm die zweite Halbzeit ohne den unauffälligen Sahin in Angriff. Liverpools 17-jähriges Juwel Sterling vergab die erste Großchance nach Wiederanpfiff leichtfertig, was ihm einen Rüffel von Suarez einbrachte, Fellaini und Jelavic scheiterten auf der Gegenseite knapp. Es blieb ein Match ohne Kompromisse, das an Härte zu-, an Torgelegenheiten aber abnahm. Jagielka warf sich in Gerrards Schuss (83.), den letzten Aufreger hoben sich die Akteure für die Nachspielzeit auf: Coates nickte Gerrards Freistoßflanke in den Fünfer, wo Suarez den Fuß hinhielt und traf - doch das Referee-Gespann entschied auf Abseits. Eine klare Fehlentscheidung! Sie wahrte Evertons Sechs-Punkte-Vorsprung auf den Stadtrivalen in der Tabelle.

Spurs und Newcastle gewinnen: Cissé bricht den Bann - und kann nichts dafür

In den 16-Uhr-Spielen jubelten Newcastle und Tottenham über 2:1-Siege: Während die Spurs dank Bale und Dempsey bei Schießbude Southampton (nun schon 26 Gegentore) gewannen - die leidenschaftliche Aufholjagd des Aufsteigers kam zu spät -, war Newcastles Matchwinner Cissé. Der vorige Rückrunde noch so treffsichere Ex-Freiburger, der mangels Form mal wieder nur eingewechselt wurde, wurde in der 93. Minute von Sammy Ameobi am Rücken getroffen - der Ball ging rein, Cissés erstes Ligator seit Mai war perfekt. Das 1:0 hatte Landsmann Ba per Volleyschuss besorgt. Saisontreffer Nummer sieben für den einstigen Hoffenheimer, der später angeschlagen raus musste.

Kein Sieg für Lambert gegen Ex-Klub Norwich

Das Wiedersehen von Aston Villas Coach Paul Lambert zum Auftakt des 9. Spieltags am Samstagmittag mit seinem Ex-Klub Norwich City endete mit einem 1:1. Beide Teams warten somit weiter auf den zweiten Dreier der Saison, der eine Punkt bringt keinen der beiden Tabellennachbarn entscheidend voran. Vor 33.184 Zuschauern im Villa-Park war das Lambert-Team im ersten Durchgang das aktivere Team, Benteke schoss seine Farben in der 27. Minute in Führung. Als Joseph Bennett in der 52. Minute die Ampelkarte sah, kippte die Partie. Norwich kam in Überzahl immer stärker auf, Turner köpfte in der 79. Minute zum verdienten Ausgleich ein.

Arsenal mit viel Mühe: M'Bia fliegt - Arteta trifft

Lukas Podolski gegen José Bosingwa
Arsenals Podolski im Duell mit Bosingwa von den Queens Park Rangers.
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Der FC Arsenal kassierte nach der Norwich-Schlappe das 0:2 gegen Schalke 04 - und stellt sich mal wieder die Identitätsfrage. Ist wirtschaftliche Vernunft wichtiger als Titel? Auf der Jahreshauptversammlung am Donnerstagabend warb Trainer Arsene Wenger um Geschlossenheit, gab aber auch zu, dass es für ihn fünf Trophäen gäbe - die drittwichtigste sei die Champions-League-Qualifikation. So gesehen steht Arsenals Vitrine voll, Fakt ist aber, dass mit dem FA-Cup 2005 letztmals ein "echter" Titel gewonnen wurde. Am Samstag ging es für Podolski, Mertesacker & Co. darum, gegen das chronisch auswärtsschwache Schlusslicht QPR wieder in die Spur zu finden, damit im kommenden Jahr erneut die Königsklasse im Emirates Stadium gastiert. Die Londoner taten sich gegen den Stadtrivalen aber mehr als schwer. Erst als QPR-Akteur Stephane M'Bia elf Minuten vor dem Ende vom Platz flog, gelang doch noch der Sieg: Arteta stocherte in der 84. Minute den Ball über die Linie.

Torfestival in Reading

Ein Torfestival gab es in der Partie zwischen dem FC Reading und dem FC Fulham. Am Ende hieß es zwischen den beiden Kontrahenten 3:3 (1:0). Während bei Reading der ehemalige Stuttgarter Pogrebnyak leer ausging, traf der Ex-Leverkusener Berbatov zum zwischenzeitlichen 3:2 (88.) für Fulham. Doch Robson-Kanu sorgte noch für das 3:3 (90.). Der ehemalige Wolfsburger Dejagah wurde eingewechselt.

Zudem gewann Wigan Athletic mit 2:1 gegen West Ham United, Stoke City und AFC Sunderland trennten sich torlos.

City siegt - Tremmel kommt für Vorm

Carlos Tevez
Carlos Tevez zieht ab und erzielt das Siegtor für ManCity gegen Swansea.

Manchester City bleibt zumindest in der Premier League in der Spur. Am Samstagabend siegte der Meister mit 1:0 (0:0) gegen den FC Swansea und bleibt in der heimischen Liga weiter ungeschlagen. Das Tor des Tages vor 46.801 Zuschauern erzielte der argentinische Nationalspieler Tevez in der 61. Minute. Die Waliser bezogen die vierte Niederlage und stecken im Mittelfeld fest. Die zähe Partie bot nur wenige Höhepunkte. Beide Teams neutralisierten sich zum größten Teil, die Defensivreihen hatten das Geschehen meistens unter Kontrolle. Nur Tevez fand die Lücke und nutzte sie.

Allerdings bangen die Citizens um Verteidiger Micah Richards. Der Nationalspieler musste in der 81. Minute mit Verdacht auf Kreuzbandriss ausgewechselt werden. Aber auch Swansea hatte einen Ausfall zu beklagen. Beim Gegentor verletzte sich der niederländische Keeper Michel Vorm schwer. Für ihn kam der ehemalige Bundesliga-Keeper Gerhard Tremmel auf das Feld.

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28.10.12
 
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