Ein Klassiker mit fast schon klassischem Ergebnis: Newcastle United hat im traditionsreichen und wie immer hochbrisanten Tyne-Wear-Derby beim AFC Sunderland am Sonntag trotz über 60-minütiger Unterzahl ein 1:1 geholt - nur eines der letzten 17 Auswärtsderbys haben die "Elstern" damit verloren. Und dennoch fühlte sich das Remis wie eine schwere Niederlage an, zu lange war Sunderland nichts eingefallen, zu lange hatte Cabayes Abstaubertor nach Bas abgewehrtem Schuss aus spitzem Winkel (3.) gehalten.
In Minute 25 kassierte Newcastles Abräumer Tioté die Rote Karte, er hatte ausgeholt und Fletcher anstelle des Balles getroffen. Ein diskussionswürdiger Platzverweis, zumal kurz zuvor Sunderlands Larsson für einen unkontrollierten Tritt gegen Ameobis Brust nur mit einem Freistoß bestraft worden war. Fortan ging es hitzig, aber nur selten hochklassig zu im Stadium of Light, Newcastle ließ sich nicht aus der Ruhe bringen - bis kurz vor Schluss: In der 85. Minute lenkte Ba den Ball nach einem Freistoß unglücklich ins eigene Netz und sorgte so für den unverdienten Ausgleich. Beide Klubs tummeln sich weiter im Tabellenmittelfeld.
Eine Derby-Anekdote am Rande: Verteidiger Taylor, der vor dem Spiel gespottet hatte, dass kein Sunderland-Spieler gut genug für Newcastles erste Elf wäre und er lieber zurücktreten und Briefmarken sammeln würde als für Sunderland zu spielen, saß lange nur auf der Bank. Als er zehn Minuten vor Schluss eingewechselt wurde, begrüßten ihn die Fans der Hausherren entsprechend "freundlich".
1:1 hieß es auch im abschließenden Spiel der achten Runde - und das war für beide Teams zu wenig. Die gastgebenden Queens Park Rangers bleiben trotz engagierter Vorstellung sieglos, der Überraschungsvierte Everton verlor den Anschluss an die Topklubs. Der Ex-St.-Paulianer Hoilett, um den auch Gladbach im Sommer gebuhlt hatte, brachte QPR nach einer Everton-Ecke mit einem unwiderstehlichen und mit etwas Glück abgeschlossenen Solo früh in Führung (3.), ehe sein Schlussmann Julio Cesar im Pech war: Ein Distin-Kopfball prallte vom Pfosten an seinen Rücken zum Ausgleich ins Netz (33.). Glück dagegen, dass Jelavic Sekunden später vergeblich Elfmeter reklamierte und Jagielka nur die Latte des QPR-Tores traf.
Auch nach der Pause blieb es bei Londoner Regenwetter ein kampfbetontes Duell auf Augenhöhe, was sich auch nach der Gelb-Roten Karte für Evertons Pienaar nicht änderte. Julio Cesar parierte gegen Jagielka klasse (70.), Gegenüber Howard gegen Hoilett (81.) - das war's! QPR bleibt damit Letzter, Trainer Mark Hughes unter Druck. Everton, das seinen am Knie verletzten Gestalter Fellaini schwer vermisste, verpasste nach dem 2:2 in Wigan erneut einen vermeintlichen Pflichtsieg. Neuzugang Hitzlsperger verfolgte das Ganze von der Bank aus.

An der White Hart Lane kam es am Samstagnachmittag zum Derby zwischen den Tottenham Hotspurs und dem FC Chelsea. Die Gastgeber, die auf den formstarken Flügelflitzer Bale, bei dessen Freundin die Wehen eingesetzt hatten, verzichten mussten, schaufelten zuletzt vier Siege in Folge aufs Punktekonto. Und die Elf von André Villas-Boas, der auf seinen Ex-Klub und seinen ehemaligen Assistenten Roberto di Matteo traf, begann selbstbewusst.
Gallas hatte schon nach vier Minuten nach Freistoß von Bale-Vertreter Sigurdsson die Möglichkeit zur Führung, doch der Angriffsschwung der Spurs sollte schnell erlahmen. Die Blues gaben einen Warnschuss ab (Oscar, 10.) und übernahmen in der Folge klar die Spielkontrolle. Folgerichtig ging der Spitzenreiter in Führung, profitierte dabei freilich von einem Fehler von Gallas, der das Leder nach einer Ecke in die Mitte wegköpfte - Cahill sagte an der Strafraumgrenze danke und netzte volley unter die Latte ein (17.).
Tottenham antwortete mit einem 16-Meter-Schuss von Defoe, hatte aber Mühe, gegen den ballsicheren Lokalrivalen Druck aufzubauen. Die Elf von di Matteo beherrschte vor allem das Mittelfeld, konnte aus dieser Überlegenheit aber vorerst keine weiteren Chancen kreieren. Auf der anderen Seite fiel den Hausherren bis auf eine allerdings gute Sigurdsson-Möglichkeit (30.) wenig ein.
Kurz vor der Pause folgte zunächst eine Doppelchance von Mata (39.), ehe die Spurs in ihrer stärksten Phase auf den Ausgleich drängten. Aber Dempsey, (43., 44.) wurde geblockt und scheiterte an Cech, bevor der Unparteiische das unterhaltsame Derby zur Pause pfiff.
Doch nach dem Wechsel ging es erst richtig los. Gallas glich per Kopf zunächst aus (47.). Chelsea verpennte die Phase völlig. Auf Vorlage von Lennon, drehte Defoe die Partie gar (54.). Jetzt war richtig under auf dem Platz und Mata stellte das Visier scharf. Das 2:2 erzielte der Spanier mit einem platzierten Flachschuss aus 16 Metern in die rechte Ecke (66.). Und wenig später dann die erneute Wende: Hazard passte sehenswert auf Mata, der seinen Doppelpack perfekt machte (69.). Nach herrlichem Zuspiel von Mata hätte Torres kurz vor Schluss erhöhen können, setzte seinen Schuss aber hauchdünn am Pfosten vorbei. Auf der anderen Seite scheiterte Walker an einer Parade von Keeper Cech. Wenig später vertändelte er den Ball an Mata, der für Sturridge zum 4:2-Endstand auflegte.
Es reichte letztlich für Chelsea. Erstmals seit 2005 gewannen die Blues damit mal wieder an der White Hart Lane. Terry fehlte beim Erfolg. Er musste seine im Zuge der Rassismus-Affäre ausgesprochene Vier-Spiele-Sperre antreten, bleibt aber nach einer vom Klub verhängten Rekordstrafe Kapitän der Blues.
Liverpool empfing am Samstagnachmittag Reading. Im Anfield, jenem Stadion, dem neben der Vergangenheit auch die Zukunft gehört, nutzte Youngster Sterling ein Zuspiel von Suarez nach einer knappen halben Stunde zum ersten Heimsieg in dieser Saison. Es war der erste Ligatreffer des 18-Jährigen - zudem der erste Heimdreier der Reds, der seine Fans aber auch gegen den 18. des Tableaus kaum verwöhnte.
ManUnited hatte Stoke City mit Robert Huth in der Startformation zu Gast. Wie schon traditionell scheiterte der x-te Anlauf der Gäste, im Old Trafford Punkte mitzunehmen, was letztmals 1980 gelang. Zwar begann es mit einem Eigentor von Rooney gut für die Gäste (11.), der Stürmer widmete sich aber im weiteren Verlauf auch seiner eigentlichen Aufgabe, nämlich den Ball ins richtige Tor zu schießen (27., 65.). Van Persie mit Saisontor Nummer sechs (44.) und Welbeck (47.) trafen außerdem für die Red Devils. Kightlys zwischenzeitlicher Anschlusstreffer zum 3:2 ließ Stoke nur kurz am Punktgewinn schnuppern.

Währenddessen reiste Manchester City zum Spitzenspiel zu West Bromwich. Die "Baggies" hatten bei nur einem Zähler Rückstand auf die "Citizens" vor, den Meister zu überholen. Und der Plan von Albion schien aufzugehen: Früh holte Gästeakteur Milner Sturmspitze Long auf dem Weg zum Tor von den Beinen - Rot (23.).
Mitte des zweiten Durchgangs nutzten die Hausherren durch eben diesen Long ihr Überzahlspiel zur Führung (67.) und wähnten sich auf der Siegerstraße. Doch West Brom hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht: Der Ex-Wolfsburger Dzeko kam von der Bank (78.) und brauchte ganz wenig Anlaufzeit, um per Kopf zu egalisieren (80.). Damit nicht genug: In der Nachspielzeit schoss der Bosnier seine Citizens sogar noch zum Sieg.
Der FC Arsenal hat am Samstagabend die Generalprobe für das Champions-League-Duell mit dem FC Schalke 04 kräftig vermasselt. Mit den Nationalspielern Mertesacker und Podolski in der Startelf verloren die Gunners bei Abstiegskandidat Norwich City 0:1 (0:1). Dem Siegtor durch Norwich-Toptorjäger Holt (20.) war am Samstag ein Schnitzer von Arsenal-Ersatzkeeper Mannone vorausgegangen. Der Italiener ließ einen Distanzschuss von Tettey nach vorn abklatschen - bei Grants Nachsetzen kam Mertesacker zu spät. Podolski wurde nach einem blassen Auftritt ausgewechselt (65.). Arsenal verliert mit 12 von 24 möglichen Punkten als Neunter die Champions-League-Plätze langsam aus den Augen.
Immerhin machte ein weiterer deutscher Nationalspieler bei den Gunners auf sich aufmerksam: Der 17-jährige Serge Gnabry, mit 15 Jahren für 100.000 Euro Ausbildungsentschädigung vom VfB Stuttgart nach London gewechselt und für die deutsche U 17 aktiv, durfte ab der 82. Minute mitmischen. Trainer Arsene Wenger lobte den gebürtigen Schwaben mit ivorischen Wurzeln hinterher gleich: "Serge war nach seiner Einwechslung einer der Gefährlichsten." Seit Sommer hat Gnabry sogar einen Profivertrag bei Arsenal - er scheint es Wenger angetan zu haben.
| Pl. | Verein | Tore | Pkte. | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | ![]() | FC Chelsea | 19:6 | 22 |
| 2 | ![]() | Manchester United | 21:11 | 18 |
| 3 | ![]() | Manchester City | 17:9 | 18 |
| 4 | ![]() | FC Everton | 15:9 | 15 |
| 5 | ![]() | Tottenham Hotspur | 15:12 | 14 |
| 6 | ![]() | West Bromwich Albion | 12:9 | 14 |
![]() | West Ham United | 12:9 | 14 | |
| 8 | ![]() | FC Fulham | 16:11 | 13 |
| 9 | ![]() | FC Arsenal | 13:6 | 12 |
| 10 | ![]() | Swansea City | 14:12 | 11 |
| 11 | ![]() | Newcastle United | 9:12 | 10 |
| 12 | ![]() | FC Liverpool | 10:12 | 9 |
| 13 | ![]() | Stoke City | 8:9 | 8 |
| 14 | ![]() | AFC Sunderland | 6:8 | 8 |
| 15 | ![]() | Norwich City | 6:17 | 6 |
| 16 | ![]() | Wigan Athletic | 8:15 | 5 |
| 17 | ![]() | Aston Villa | 6:13 | 5 |
| 18 | ![]() | FC Southampton | 13:24 | 4 |
| 19 | ![]() | FC Reading | 8:14 | 3 |
| 20 | ![]() | Queens Park Rangers | 7:17 | 3 |
| 1. van Persie, Robin | Manchester United | ![]() |
| Spiele: 38 | Tore: 26 | |
| 2. Suarez, Luis | FC Liverpool | ![]() |
| Spiele: 33 | Tore: 23 | |
| 3. Bale, Gareth | Tottenham Hotspur | ![]() |
| Spiele: 33 | Tore: 21 | |
| 4. Benteke, Christian | Aston Villa | ![]() |
| Spiele: 34 | Tore: 19 | |
| 5. Michu | Swansea City | ![]() |
| Spiele: 35 | Tore: 18 | |