Spätes Glück für Atletico Madrid! Der Europa-League-Sieger gewann am Sonntagabend bei Real Sociedad mit 1:0 - weil Falcao in der Schlussminute seine Qualitäten zeigte. Der Kolumbianer, der vor der Pause einmal für seinen schon geschlagenen Keeper per Kopf geklärt hatte (42.), später aber einen Abstauber leichtfertig vergab (61.), traf damit in den letzten sechs Spielen neunmal.
Dabei hatte Atletico bei baskischem Regenwetter ohne Esprit begonnen. Die kampfstarken Hausherren waren aktiver und hatten Pech, dass Gabis Handspiel Sekunden vor dem Pausenpfiff nicht den fälligen Elfmeter nach sich zog. Kurz vor Schluss ließ dann Vela bei einer exzellenten Konterchance die Führung liegen (82.) - Falcao bestrafte es mit einem gar nicht mal so perfekt platzierten Freistoßschlenzer durch die Mauer. Bedeutet: Die Rot-Weißen sind weiter punktgleich mit Spitzenreiter Barcelona und haben nun schon zehn Pflichtspiele am Stück gewonnen!
Den Titel "Überraschungsmannschaft" teilten sich in "La Liga" bislang zwei Teams. Im negativen Sinne war dies eindeutig Espanyol Barcelona, das jedoch am Sonntag den ersten Dreier feiern durfte. Die Anhänger der Blau-Weißen waren jedoch wieder nicht zu beneiden, denn bis das 3:2 feststand, musste bis tief in die Nachspielzeit gezittert werden. Zwar hatte Verdu aus einem 0:1 ein 2:1 gemacht, doch Leo glich für Rayo Vallecano aus. Dann lief der Nachschlag, und Sergio Garcia setzte auf links zu einem letzten Sprint an. Mit etwas Glück blieb der eingewechselte Offensivmann in seinem ersten Saisonspiel am Ball und brachte die Flanke mustergültig auf den ebenfalls erst eingewechselten "Uru" Stuani, der abseitsverdächtig wuchtig einköpfte. Es gab kein Halten mehr auf den Rängen im "Cornella-El Prat", mit fünf Zählern hat die Pocchettino-Elf den Anschluss ans hintere Mittelfeld geschafft.
Positiv aufgefallen ist hingegen Betis, das schon in der Vorsaison zu Beginn oben mitmischte. Beim Tabellenvorletzten Osasuna erlebte Sevilla am Sonntag allerdings einen kleinen Rückschlag: 0:0 und das Abrutschen von Rang vier auf fünf.
Einen Tag später ging es dann noch einen Platz weiter runter: Ausgerechnet der Lokalrivale FC Sevilla zog am Montag durch einen 3:2-Sieg über Mallorca vorbei. Zur Halbzeit lag die Mannschaft mit Ivan Rakitic in der Startformation noch mit 1:2 hinten. Durch Negredos zweiten Treffer und Cicinhos Tor drehten die Andalusier aber die Partie und schoben sich auf Rang fünf vor. Das alles ohne Piotr Trochowski sich am gleichen Tag wegen eines Knorpelschadens in den USA operieren lassen musste. Eine monatelange Pause folgt.
Zum Auftakt in Spanien fand der FC Malaga durch ein 2:1 gegen Real Valladolid am Samstag in die Erfolgsspur zurück. Nach der unglücklichen Pleite gegen Atletico Madrid begann die Partie gegen Verfolger Real Valladolid alles andere als optimal. Bereits in der neunten Spielminute besorgte Manucho die Führung der Gäste, welche in der Folge das Geschehen kontrollierten. Nach einer guten halben Stunde kam Malaga deutlich besser ins Spiel und machte ordentlich Dampf. Isco belohnte mit einem überlegten Abschluss die Bemühungen noch vor dem Pausentee (37.).
Auch nach dem Seitenwechsel stand Valladolid tief in der eigenen Hälfte, lauerte auf Konterchancen und überließ den Hausherren die Spielgestaltung. Malaga hatte so seine Mühe mit den defensiven Gästen und konnte sich nur gelegentlich durchspielen. Die besten Gelegenheiten ließen dabei Joaquin (65.) und Santa Cruz liegen (71., 80.). In den letzten Minuten stand Referee Ignacio Iglesias Villanueva im Mittelpunkt. Zuerst stellte er Torschütze Manucho mit Gelb-Rot vom Platz (80.), ehe er nach einem Foul von Sereno an Saviola auf den Punkt zeigte. Den Foulelfmeter jagte Joaquin über den Querbalken (85.). Zwei Minuten später war der Unglücksrabe aber zur Stelle und sicherte mit dem 2:1 drei wichtige Punkte für den FC (87.).
"Al mal tiempo, buena cara." Heißt soviel wie: "In schlechten Zeiten, Kopf hoch." Gesagt hat das José Mourinho, und zwar aus gutem Grund. Der Real-Trainer versucht die unheimliche Verletztenmisere locker zu sehen - sieben der 19 Internationalen kehrten mit Blessuren zurück, darunter auch Sami Khedira, der nicht spielen konnte. Besonders heikel war die Situation in der Abwehr: Mit Marcelo und Fabio Coentrao fehlten beide Linksverteidiger im Kader gegen Celta Vigo, auf rechts Arbeloa. Zum Glück wurde aber der Franzose Rafael Varane (muskuläre Probleme) rechtzeitig fit. Und im Mittelfeld durften Luka Modric, Kaka und Mesut Özil sogar gemeinsam ran.
Vier Tage vor dem mit Spannung erwarteten Duell in der Champions-League beim Deutschen Meister Borussia Dortmund machte Real Madrid allerdings nicht mehr als nötig. Nach elf Minuten erzielte der Argentinier Gonzalo Higuain mit einer Bogenlampe die Führung. Anschließend kontrollierten die Königlichen die Partie, die Galicier konnten sich in der Offensive nicht entscheidend durchsetzen.
Auch im zweiten Abschnitt blieb das Mourinho-Team dominant, ohne aber zu glänzen. Und Superstar Cristiano Ronaldo erzwang mit seinem Elfmetertor in der 68. Minute die Entscheidung. Zuvor hatte Vigos Gustavo Cabral Özil im Strafraum gefoult. Für den deutschen Nationalspieler war es die letzte Aktion, nur wenig später wurde er gegen José Callejon ausgetauscht.
Auf den Krisengipfel zwischen Valencia und Bilbao, das die Levantiner durch einen späten Doppelpack mit 3:2 für sich entschieden - das dritte Tor erzielte der Ex-Bremer Nelson Valdez -, lieferten sich Deportivo La Coruña und der FC Barcelona ein denkwürdiges Spiel. Dabei setzten sich die Katalanen beim Aufsteiger spektakulär mit 5:4 durch und schafften den siebten Sieg im achten Spiel. Überragender Spieler war einmal mehr der Argentinier Lionel Messi, der gleich drei Treffer erzielte. In der Abwehr offenbarte Barcelona allerdings große Schwächen.
Schon nach 18 Minuten hatte die Blaugrana dreifach vorgelegt, so dass das Auswärtsspiel zur Formsache zu verkommen schien. Doch Depor wehrte sich und profitierte von Torwartfehlern und Abwehrschwächen. Zwar konnte der Liga-Neuling nie ausgleichen, doch blieb es bis zur Schlussminute spannend, auch weil die Katalanen nach der Hinausstellung von Mascherano über eine halbe Stunde in Unterzahl spielen mussten und Jordi Alba ein kurioses Eigentor passierte. In dieser Phase zeigte Messi seine ganze Klasse, der mit einem klasse Solo den fünften - und letztlich entscheidenden - Treffer für den Spitzenreiter markierte.
| Pl. | Verein | Tore | Pkte. | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | ![]() | FC Barcelona | 24:11 | 22 |
| 2 | ![]() | Atletico Madrid | 19:8 | 22 |
| 3 | ![]() | FC Malaga | 13:5 | 17 |
| 4 | ![]() | Real Madrid | 16:7 | 14 |
| 5 | ![]() | FC Sevilla | 11:9 | 14 |
| 6 | ![]() | Real Betis Sevilla | 12:13 | 13 |
| 7 | ![]() | UD Levante | 9:13 | 13 |
| 8 | ![]() | RCD Mallorca | 10:9 | 11 |
| 9 | ![]() | FC Valencia | 11:11 | 11 |
| 10 | ![]() | Real Valladolid | 12:9 | 10 |
| 11 | ![]() | FC Getafe | 8:11 | 10 |
| 12 | ![]() | Rayo Vallecano | 11:17 | 10 |
| 13 | ![]() | Celta Vigo | 9:10 | 9 |
| 14 | ![]() | Real Saragossa | 7:10 | 9 |
| 15 | ![]() | Real Sociedad San Sebastian | 8:12 | 9 |
| 16 | ![]() | FC Granada | 7:12 | 8 |
| 17 | ![]() | Athletic Bilbao | 11:17 | 8 |
| 18 | ![]() | Deportivo La Coruna | 13:19 | 6 |
| 19 | ![]() | Espanyol Barcelona | 11:15 | 5 |
| 20 | ![]() | CA Osasuna | 7:11 | 5 |
| 1. Messi, Lionel | FC Barcelona | ![]() |
| Spiele: 32 | Tore: 46 | |
| 2. Cristiano Ronaldo | Real Madrid | ![]() |
| Spiele: 34 | Tore: 34 | |
| 3. Falcao | Atletico Madrid | ![]() |
| Spiele: 33 | Tore: 28 | |
| 4. Soldado, Roberto | FC Valencia | ![]() |
| Spiele: 33 | Tore: 21 | |
| 5. Negredo, Alvaro | FC Sevilla | ![]() |
| Spiele: 34 | Tore: 20 | |