Zur Loginbox springen Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
Nicht registriert?

07.10.2012, 21:44

7. Spieltag im Zeichen des ewigen Duells

LIVE! Montoya an die Latte, Pedro daneben: Schluss!

Der 254. "Clásico" zwischen Barcelona und Real Madrid bot mal wieder alles, was das Fußballherz begehrt. Herrliche Tore durch die beiden ewigen Kontrahenten Messi und Ronaldo, zahlreiche Strafraumszenen, Aluminiumschüsse, strittige Entscheidungen - nur ein Sieger fand sich nicht. Real, das mit Torvorbereiter Özil und Khedira begann, muss somit weiterhin einem Rückstand von acht Punkten hinterherlaufen.

BILANZ UND AUSGANGSLAGE

Duell der Giganten: Real Madrid muss diesmal ins Camp Nou reisen.
Duell der Giganten: Real Madrid muss diesmal ins Camp Nou reisen.
© imago

In 253 Duellen gewann der FC Barcelona 105-mal, Real ging 92-mal als Sieger vom Platz. Zuletzt begegneten sich die ewigen Rivalen im Supercup: Der amtierende Meister setzte sich gegen den Pokalsieger aufgrund der Auswärtstorregel knapp durch (2:3, 2:1). "Wir wollen keine Revanche", sagte Lionel Messi. "Wir wollen einfach gewinnen." Aktuell liegen die Katalanen satte acht Punkte vor dem Erzrivalen. Erst ein Mal überhaupt musste Real mit einem solchen Rückstand im Gepäck ins Camp Nou reisen. Unter Trainer Johan Cruyff siegte Barça im Januar 1991 mit 2:1 gegen das Team des damaligen Trainers Alfredo di Stefano - und wurde später auch Meister.

- Anzeige -

FC BARCELONA: STÄRKEN & SCHWÄCHEN

Barcelonas bisherige Bilanz spricht Bände. Das Team von Trainer Tito Vilanova ist das einzige in ganz Europa, das bisher alle Liga- und Champions-League-Partien gewonnen hat. Erfreulich für Barça: Die in Spanien immer wieder titulierte "Messidependencia", die Abhängigkeit von Lionel Messi, erscheint in den vergangenen Wochen nicht mehr ganz so akut. Beim jüngsten Ligaerfolg in Sevilla sprang Cesc Fabregas in die Bresche und beendete damit eine fast neunmonatige Torflaute. Auch am Dienstag bei Benfica traf der ehemalige Arsenal-Akteur, genauso wie Alexis Sanchez. Beide Tore hatte Messi allerdings mustergültig vorbereitet.

Messi vs. Cristiano Ronaldo im Klassikervergleich

Lionel Messi Cristiano Ronaldo
Clásicos 21 15
Siege 11 3
Remis 5 4
Niederlagen 5 8
Tore (Mannschaft) 44 17
Tore (Spieler) 15 8
Assists (Spieler) 10 0
Minuten gespielt 1900 1356
Minuten/Torbeteiligung 76 169,5

Problematisch gestaltet sich die Besetzung der Abwehr, mit Javier Mascherano und Alex Song werden wohl zwei gelernte "Sechser" die Innenverteidigung besetzen. Carles Puyol wird sicher fehlen, die Bilder seiner Ellenbogenverletzung in Lissabon waren nichts für Zartbesaitete. "Für den Triumph mussten wir teuer bezahlen", sagte dann auch Vilanova. "Das ist ein wichtiger Verlust." Doch überraschend scheint Piqué eine Option zu sein. Am trainingsfreien Donnerstag versuchte sich der am Knöchel verletzte Abwehrhüne an Laufübungen, schmerzfrei ging die Einheit jedoch nicht über die Bühne. Auch der zuletzt angeschlagene Andres Iniesta ist noch nicht gänzlich bei Kräften, er kehrte aber im "Da Luz" immerhin für einige Minuten zurück auf den Platz.

REAL MADRID: STÄRKEN & SCHWÄCHEN

Real hat nach dem schwachen Saisonstart wieder aufs Gas gedrückt, seit dem berauschenden 3:2 gegen Manchester City in der Königsklasse haben die Königlichen alle Spiele gewonnen. Auch, weil Cristiano Ronaldo seinen persönlichen Trauerflor abgelegt hat: Der Portugiese schießt und köpft wieder aus allen Lagen: das Siegtor gegen Manchester, ein Treffer bei Rayo (2:0), drei gegen Depor (5:1) und gegen Ajax am Mittwoch (4:1) gleich noch ein Dreierpack hinterher. "Ich bin zufrieden, das war eine vollkommene Partie. Das wichtigste ist aber die Mannschaft, ohne sie ist es unmöglich, Tore zu schießen", so CR7, der um die Schwere der Aufgabe am Sonntag weiß. "Das wird eine komplizierte Begegnung, wir müssen weiter auf uns vertrauen." Ein starker Ronaldo und die wiedergewonnene mannschaftliche Geschlossenheit sind somit die Trumpfkarten der Königlichen.

Das Problem von Real: der Rest der Offensivabteilung. Lediglich Karim Benzema schickt sich an, Ronaldo in Sachen Toreschießen unter die Arme zu greifen (drei Tore in vier Spielen). Gonzalo Higuain ging in den letzten vier Partien leer aus, in Amsterdam verzichtete Mourinho gänzlich auf "El Pepita". Die Abwehr der Madrilenen wirkt zudem nicht immer sattelfest. Gegen Ajax durfte Sergio Ramos, der zuletzt wiederholt für Unruhe sorgte, wieder innen für Raphael Varane ran, der Franzose hatte beim Gegentreffer gegen Depor nicht gut ausgesehen. Und dann ist da noch die offene Frage nach dem Spielmacher, die verunsichern könnte: Kaka, Özil, Modric? Derzeit dürfte der wiedererstarkte Brasilianer die besten Karten haben. Das hoffen auch die Fans: In einer Umfrage der Sportzeitschrift "Marca" votierten 68 Prozent für einen Einsatz des Weltfußballers von 2007. Den Anspruch von Konstanz muss aber auch Kaka noch erfüllen.

TRAINER & TAKTIK

Die Spielmacher-Frage nach dem "wer" könnte sich aber auch gar nicht stellen - und der Frage nach dem "ob" weichen. Es wäre nicht das erste Mal, dass Mourinho eine defensive Taktik im Camp Nou wählt. Eine Formation mit drei defensiven Mittelfeldspielern eröffnet sogar Michael Essien eine Einsatzchance, gemeinsam mit Sami Khedira und Xabi Alonso. In die Karten schauen lässt sich Mourinho naturgemäß nicht, auch das Säbelrasseln fällt diesmal flach. "Beim Clásico geht es auch nur um drei Punkte", erklärte "The Special One". "Dieses Duell am Sonntag ist ein Ligaspiel. Zwei direkte Rivalen, die wissen, dass einer die drei Punkte einsackt, die der andere nicht bekommt."

José Mourinho und Tito Vilanova
Die alten Geschichten sind vergessen: Inzwischen begegnen sich José Mourinho und Tito Vilanova mit gegenseitigem Respekt.
© imagoZoomansicht

Auch Vilanova, der trotz der einstigen Augenstech-Attacke keinen Groll mehr gegen Mourinho hegt, wollte nichts von einer Vorentscheidung, oder gar von einer "Woche der Wahrheit" nach den Spielen in Sevilla und Lissabon und vor dem "Clásico" wissen. "Nein, ich glaube nicht, dass das eine Schlüsselwoche ist", erklärte der ehemalige Assistenztrainer von Pep Guardiola. "Um die Titel wird erst später entschieden." Dass Barça von seinem Grundsystem 4-3-3 abweicht, ist indes so wahrscheinlich, wie, dass Lionel Messi auf der Bank sitzt.

PANORAMA & MEDIEN

Die Blaugrana haben für das ewige Duell eine gigantische - und auch etwas provokante - Choreographie geplant. Das Camp Nou soll komplett rot-gelb-gestreift erscheinen, gemäß den Farben der Region Katalonien. In der Mitte der Haupttribüne soll "BARCA!" in großen Lettern stehen. Genau 17 Minuten und 14 Sekunden nach dem Anpfiff soll im Publikum der Ruf nach Unabhängigkeit für Katalonien laut werden. Der Zeitpunkt wurde gewählt in Erinnerung an das Jahr 1714, in dem die Stadt Barcelona im spanischen Erbfolgekrieg nach monatelanger Belagerung von bourbonischen Truppen eingenommen wurde. Der amtierende katalanische Ministerpräsident Artur Mas will ein Referendum über die Gründung eines unabhängigen Staates abhalten lassen.

Ein wenig Show darf gerne sein bei geschätzten 400 Millionen Zuschauern, in über 30 Ländern wird das Spiel live gesendet. Über 30 Fernsehanstalten werden mit etwa 500 Mitarbeitern mit von der Partie sein. Der 254. Clásico - wird auch diese Partie wieder ein unvergessliches Spektakel?

Das ewige Duell: Real Madrid und der FC Barcelona
El Clásico in Bildern
Karim Benzema gegen Claudio Bravo
261. Clásico: Real gewinnt verdient mit 3:1

Nach 90 Minuten eine klare Angelegenheit: Real Madrid besiegte im eigenen Rund den Erzrivalen Barcelona hochverdient mit 3:1. Hier überwindet Karim Benzema Torwart Claudio Bravo, der an diesem Abend seine ersten (!) Gegentreffer der Saison hinnehmen musste - und das an Spieltag neun.
© Getty Images

vorheriges Bild nächstes Bild
07.10.12
 
- Anzeige -
Seite versenden
zum Thema
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

- Anzeige -