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01.10.2012, 23:17

Arsenal verliert, City und Liverpool atmen auf

Spurs siegen erstmals seit 1989 bei ManUnited

Eine lange Durststrecke fand im Old Trafford am Samstagabend ein Ende: Erstmals seit fast 23 Jahren siegte Tottenham bei United! Zum Auftakt des 6. Spieltags kassierte Arsenal gegen Chelsea die erste Saisonniederlage. Mertesacker draußen zu lassen, erwies sich als keine gute Entscheidung. ManCity siegte dank Joker Dzeko, Liverpool schoss sich den Frust von der Seele - dank Suarez und Sahin. West Brom verpasste am Sonntag im Derby bei Villa den Sprung auf Rang drei, QPR rutschte am Montag ans Tabellenende.

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Den Schlussstrich unter den Spieltag zogen am Montagabend QPR und West Ham mit einer umkämpften und - auch dank Schiedsrichter Mark Clattenburg - farbigen Partie. Der Aufsteiger zeigte sich im ersten Durchgang sehr ballsicher und verdiente sich eine 2:0-Führung durch Jarvis (3.) und Vaz Te (35.). Doch nach der Pause drehten die Hausherren an der Loftus Road auf, Taarabt traf kurz nach seiner Einwechslung zum Anschluss (57.). Selbst nach Diakités Hinausstellung (75.) drückte QPR weiter, in der Nachspielzeit wehrte Keeper Jaaskelainen aber auch den letzten Versuch von Granero ab. Das Team von Trainer Mark Hughes ist mit nur zwei Punkten aus sechs Partien nun Letzter, der Druck auf den frühere Angreifer des FC Bayern wächst.

West Brom verpasst den Sprung unter die Top drei

Ein Derby eröffnete das Wochenende, ein Derby beendete es: Zum einzigen Sonntagsspiel reiste West Bromwich rund acht Kilometer nach Aston, wo Villa zum West-Midlands-Traditionsderby lud. Das hatte es Ende des 19. Jahrhunderts bereits dreimal im FA-Cup-Finale gegeben (zweimal gewann Villa). Diesmal hieß es 1:1, Villa-Joker Bent verhinderte mit seinem Treffer (80.) den Sprung der Gäste auf Rang drei, die durch Long in Führung gegangen waren (51.). West-Brom-Coach Steve Clarke bleibt mit seinem Team als Sechster dennoch in ungewohnten Tabellen-Gefilden - jüngst adelte ihn bereits José Mourinho als "unglaublichen Trainer". Beide hatten einst beim FC Chelsea zusammengearbeitet.

ManUnited unterliegt den Spurs - wilde 145 Sekunden im Old Trafford

Jan Vertonghen
Der erste Schritt auf dem Weg zum historischen Sieg: Jan Vertonghen bejubelt sein 1:0.
© imagoZoomansicht

Mit einer Not-Viererkette war Manchester United unter der Woche beim 2:1 gegen Newcastle im Ligapokal angetreten. Gegen Tottenham, das 1989 zuletzt im Old Trafford gewonnen hatte, stand mit Rafael, Evans, Ferdinand und Evra wieder eine ordentliche Formation zur Verfügung - doch die präsentierte sich zunächst reichlich unsortiert. Keine zwei Minuten waren gespielt da traf Vertonghen mit einem noch leicht abgefälschten Schuss zum 1:0 für die Gäste. Vor allem Ferdinand sah schlecht aus. Auch in der Folge trat der Rekordmeister reichlich uninspiriert auf. Und nach rund einer halben Stunde stand es 0:2! Bale ließ die Verteidigung bei einem unnachahmlichen Solo ganz alt aussehen.

Sir Alex Ferguson brachte zur Pause Rooney für Giggs. Und der Stürmer brachte gleich neuen Schwung: Seine Flanke von rechts verwertete Nani in der Mitte zum 1:2. Es war der Beginn von wilden zweieinhalb Minuten: Postwendend gab Dempsey mit seinem ersten Ligator für die Spurs die Antwort, ehe Kagawa nach Pass von van Persie erneut konterte. Drei Tore in 145 Sekunden! Nun schwammen die Gäste plötzlich, der Ausgleich für United lag in der Luft. Doch Rooney jagte einen Freistoß an den Pfosten und schoss zudem aus der Drehung hauchdünn vorbei, während van Persie aus bester Position frei vor Friedel vergab. Zweimal forderte das Old Trafford außerdem vergeblich Elfmeter.

Dann ließ der Druck der Hausherren aber etwas nach. Tottenham konnte zwar weiterhin für keine Entlastung sorgen, hatte sich nun jedoch wieder etwas besser formiert. Den Red Devils fehlte nun etwas der Esprit, Chancen für United gab es trotzdem noch: Friedel musste gegen Scholes und Evra jeweils parieren, ein Kopfball von Carrick klatschte an die Latte. So brachten die Spurs den 3:2-Erfolg tatsächlich über die Zeit. Die Londoner feierten damit den ersten Sieg im Old Trafford seit fast 23 Jahren und den ersten in der Premier League überhaupt. Trainer André Villas-Boas dürfte die Kritiker damit vorerst zum Verstummen gebracht haben.

Geburtstagskind Mertesacker sieht erste Pleite von der Bank

Juan Mata
Sein Freistoß landete zum 2:1 im Tor: Chelseas Juan Mata.
© picture allianceZoomansicht

Arsenal war in dieser Saison bislang besser aufgetreten als viele erwartet hatten. Das jüngste 1:1 bei ManCity, das bei besserer Chancenverwertung locker auch ein Sieg hätte werden können, nährt die Hoffnungen der Gunners-Fans, im Titelkampf endlich mal wieder ein Wörtchen mitreden zu können. Da Kapitän Vermaelen zum Londoner Derby gegen Chelsea am Samstagmittag wieder zurückkehrte, fand sich der formstarke Mertesacker an seinem 28. Geburtstag auf der Bank wieder.

Keine gute Entscheidung von Coach Arsène Wenger, denn Koscielny, der statt des deutschen Nationalspielers an Vermaelens Seite verteidigte, machte bei beiden Gegentoren der Gunners keine gute Figur: Beim 0:1 (20.) ließ er Torres nach Matas Freistoßhereingabe entwischen. Der Spanier nutzte den Freiraum und schoss aus kurzer Distanz ein - sein 75. Premier-League-Treffer. Auch beim 1:2 (53.) war Koscielny beteiligt. Diesmal nahm er seinem Schlussmann Mannone nach einem Mata-Freistoß mit einer Grätsche die Sicht. Der Ball segelte ins Arsenal-Tor. Gervinho (42.) hatte zwischendrin mit einem schönen Drehschuss für den Ausgleich gesorgt.

Dass Chelsea, bei dem der unter der Woche für vier Spiele gesperrte Terry wie gehabt als Kapitän auflief, den Platz als Sieger verließ, hatte es allerdings zwei tollen Paraden von Torhüter Cech zu verdanken, der bei Podolskis Kopfball und einem abgefälschten Giroud-Schuss zweimal glänzend reagierte. Dem in der 67. Minute für Podolski eingewechselten Giroud bot sich kurz vor Schluss noch einmal die große Chance zum Ausgleich, doch nachdem er Cech schon umkurvt hatte, traf der Franzose nur das Außennetz. So konnte Arsenal die erste Saisonniederlage nach schwacher Vorstellung nicht mehr abwenden. Chelsea ist weiterhin ungeschlagen und bleibt Tabellenführer. So konnten die Fans der Blues das teure Vergnügen vom Samstag sicher besser verkraften: Das billigste Ticket kostete umgerechnet 78 Euro.

Joker Dzeko beendet Citys kleine Sieglos-Serie

Dzeko machte seinem Ruf als "Super Sub" bei Manchester Citys 2:1-Erfolg beim FC Fulham wieder einmal alle Ehre. Weniger als eine Minute nach seiner Einwechslung drosch der frühere Wolfsburger den Ball nach einer verunglückten Kopfballabwehr zum Siegtreffer ins Netz. Damit beendete der Meister eine Serie von vier Pflichtspielen ohne Sieg. Zunächst waren die Citizens, bei denen Nastasic diesmal in der Innenverteidigung neben Kompany verteidigte, im Craven Cottage durch einen Elfmeter von Petric in Rückstand geraten. Aguero hatte noch vor der Pause zum Ausgleich abgestaubt, nachdem Fulham-Schlussmann Schwarzer einen Silva-Schuss nur abprallen lassen konnte. City feierte damit eine gelungene Generalprobe für das Champions-League-Heimspiel gegen Borussia Dortmund am kommenden Mittwoch.

Drei Treffer, ein Assist: Suarez sticht am Tag der Torjäger hervor

Vor dem Trip nach Norwich stand Liverpools Trainer Brendan Rodgers nach dem schlechtesten Saisonstart seit Jahrzehnten (null Siege, Platz 18) mächtig unter Druck. Zuletzt hatte der junge Coach die Schuld für die Misere bei den Schiedsrichtern gesucht. An der Carrow Road gelang den Reds aber der langersehnte Befreiungsschlag. Und das hatten sie in erster Linie Torjäger Suarez zu verdanken, der die Weichen schon in der zweiten Minute per Flachschuss auf siegt stellte. Dem Uruguayer gelangen in seinem 50. Premier-League-Spiel insgesamt - wie schon im Vorjahr in Norwich! - drei Treffer, zudem bereitete er das erste Premier-League-Tor von Sahin vor, der sich mit der starken Leistung beim Ligapokal-Erfolg über West Brom einen Platz in der Startelf verdiente. Auch Gerrard durfte nochmal, am Ende hieß es 5:2 für Liverpool. Rodgers kann zumindest einmal durchatmen.

Luis Suarez und Nuri Sahin
Jubel in Norwich: Luis Suarez (l.) traf dreimal und legte auch noch Nuri Sahin (r.) ein Tor auf.
© imago

Suarez war nicht der einzige Torjäger, der am Samstag gut aufgelegt war: Bei Stoke Citys 2:0-Erfolg gegen Swansea City, das zum dritten Mal in Folge verlor und dabei erneut kein Tor erzielte, schnürte Crouch einen Doppelpack. Gleiches gelang Jelavic beim 3:1 des FC Everton gegen Aufsteiger Southampton, bei dem Rekord-Einkauf Ramirez sein erstes Tor erzielte. Die Toffees, unter der Woche im Ligapokal an Zweitligist Leeds gescheitert, setzen damit ihren starken Start fort und mischen in der Spitzengruppe mit.

Und dann war da ja auch noch Demba Ba: Beim Gastspiel in Reading erzielte der Senegalese zweimal den Ausgleich für Newcastle. Sehenswert war dabei das Tor zum 1:1, ein fulminanter Volleyschuss aus 15 Metern. Umstritten das 2:2, weil Ba den Ball mit dem Arm über die Linie beförderte. Am Ende mussten sich die Magpies, die im Vorfeld der Partie die Verträge mit ihrem Trainerteam um Alan Pardew bis 2020 (!) verlängert hatten, mit einem 2:2 zufriedengeben. Ba steht mit sechs Treffern in sechs Spielen an der Spitze der Torjägerliste. Zweite ist Steven Fletcher vom FC Sunderland (5), der gegen Wigan zwar nur einmal traf, seinem Team damit aber drei Punkte bescherte.

01.10.12
 
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