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28.09.2012, 16:04

Englischer Verband fällt abweichendes Urteil

Terry vier Spiele gesperrt - Barton spricht von "Farce"

Herbe Niederlage für John Terry: Der ehemalige englische Nationalspieler wurde am Donnerstag nach einer viertägigen Anhörung vom englischen Fußball-Verband (FA) in der Affäre um angebliche rassistische Äußerungen für schuldig befunden. Der Chelsea-Akteur, der noch Einspruch einlegen kann, wurde für vier Spiele gesperrt und muss zudem eine Strafe in Höhe von 220.000 britischen Pfund zahlen - nicht wenige halten das für zu milde.

Anton Ferdinand und John Terry
Stein des Anstoßes: Beim verbalen Schlagabtausch am 23. Oktober 2011 soll Chelseas Terry (re.) QPR-Spieler Anton Ferdinand (Mi.) rassistisch beleidigt haben.
© picture allianceZoomansicht

Im Oktober 2011 hatte Terry sich auf dem Spielfeld mit seinem Kontrahenten Anton Ferdinand von Chelseas Londoner Lokalrivalen Queens Park Rangers angelegt. Dabei fielen die angeblichen rassistischen Äußerungen. Terry hat sich stets gegen den Rassismus-Vorwurf gewehrt. Bei einer Verhandlung vor dem Westminster Magistrates' Court im Juli wurde er auch in allen Punkten freigesprochen.

Trotz dieses Urteilspruchs setzte die FA eine verbandsinterne Anhörung durch. Aus diesem Grund war Terry am letzten Wochenende nach 78 Länderspielen aus der englischen Nationalmannschaft zurückgetreten. "Ich habe das Gefühl, dass meine Position in der Nationalmannschaft unhaltbar geworden ist, nachdem die FA Schritte gegen mich eingeleitet hat in einem Verfahren, in dem ich vom Gericht freigesprochen worden bin", erklärte Terry. Nationaltrainer Roy Hodgson zeigte sich enttäuscht, konnte seinen Abwehrspieler aber nicht mehr umstimmen. Bereits im Februar hatte die FA nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe Terry die Kapitänsbinde bei den Three Lions entzogen, was im Rücktritt des damaligen Nationaltrainers Fabio Capello gipfelte.

Vier Spiele Sperre - zu gnädig?

Nun sah die FA Terry schuldig, gegen die Regel E3[2] verstoßen zu haben, die sich gegen beleidigende Worte oder Aktionen mit Bezug auf Hautfarbe oder Herkunft richtet. In einem ähnlichen Fall war Liverpools Stürmer Luis Suarez für acht Spiele gesperrt worden. Der Uruguayer, der zudem 40.000 Pfund berappen musste, wurde für schuldig befunden, sich gegenüber Manchester Uniteds Verteidiger Patrice Evra rassistisch geäußert zu haben.

Ich hätte eine geringere Sperre bekommen, wenn ich die ManCity-Spieler rassistisch beleidigt hätte.Joey Barton

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Terry kam mit der Hälfte der Sperre davon - manchem fehlt da die Verhältnismäßigkeit. So glaubt United-Coach Sir Alex Ferguson, dass Terry die Strafe als "milde" empfinden dürfte. Joey Barton nannte sie gar "eine absolute Farce". Der Mittelfeldspieler, inzwischen in Marseille unter Vertrag, war für seinen Ausraster im QPR-Trikot am letzten Spieltag der Vorsaison gegen Manchester City für zwölf Spiele aus dem Verkehr gezogen worden. Er hätte also, so Barton weiter, eine geringere Sperre absitzen müssen, hätte er die ManCity-Spieler rassistisch beleidigt anstatt sie zu "kitzeln". "Unter welchen Umständen kann das richtig sein?"

Englands früherer Kapitän Gary Lineker kritisierte, dass Terry lediglich für ein Spiel länger gesperrt wurde als bei einer "normalen" Roten Karte. Außerdem warfen einige der FA vor, dass sie fast ein Jahr seit dem Vorfall vergehen ließ und so mit dafür verantwortlich war, dass das Thema immer wieder auf den Tisch kam.

Der 6. Spieltag in der Premier League

Die Vier-Spiele-Sperre für Terry gilt übrigens nicht auf internationaler Ebene. Chelsea, das mit einem 2:2 gegen Juventus Turin in die diesjährige Königsklasse startete, kann Terry also in den anstehenden Partien der Gruppe E in Nordsjaelland (2. Oktober), Donezk (23. Oktober und 7. November) und in Turin (20. November) einsetzen.

Noch ist nicht sicher, ob Terry gegen das Urteil Einspruch einlegen wird. "Er wird die schriftliche Urteilsbegründung abwarten und erst nach einer gründlichen Durchsicht der Unterlagen entscheiden, ob er Berufung einlegen wird", teilte Chelsea am Donnerstag mit. 14 Tage hat Terry nach dem Eingang der Schriftstücke Zeit, bis dahin wird Chelsea keine weiteren Statements zu diesem Thema mehr abgeben - Terry ist vorerst noch spielberechtigt.

In einer ersten Reaktion zeigte sich der 31-Jährige "enttäuscht, dass die FA im Hinblick auf den Freispruch vor einem ordentlichen Gericht eine andere Entscheidung fällte".

Mourinho: "Terry ist kein Rassist"

Jose Mourinho & John Terry
Prominente Unterstützung: "The Special One" Jose Mourinho (li.) legt seine Hand für John Terry ins Feuer.
© Getty ImagesZoomansicht

Unterstützung erhielt Terry von seinem ehemaligen Coach Jose Mourinho: "Er ist kein Rassist, das ist zu 100 Prozent so", sagte der jetzige Trainer von Real Madrid, der den ehemalige englischen Nationalmannschaftskapitän von 2004 bis 2007 beim FC Chelsea trainiert hatte. Laut "The Special One" hatte der Verteidiger damals zu allen zwölf afrikanischen Mitspielern ein "ausgezeichnetes Verhältnis".

Jedoch räumte Mourinho auch ein, dass es durchaus sein könne, dass ein "rassistischer Kommentar" gefallen sei, da "im Fußball so etwas passieren kann. Fußball ist mehr als ein Spiel, ab und zu verhält man sich dort so, wie man in Wirklichkeit gar nicht ist."

28.09.12
 

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weitere Infos zu Terry

Vorname:John
Nachname:Terry
Nation: England
Verein:FC Chelsea
Geboren am:07.12.1980

weitere Infos zu Barton

Vorname:Joey
Nachname:Barton
Nation: England
Verein:Queens Park Rangers
Geboren am:02.09.1982

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Vereinsdaten

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