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23.09.2012, 18:56

Heimsiege für Newcastle und Tottenham - Chelsea weiter vorne

United siegt in Anfield, Arsenal punktet bei City

Das Duell der Erzrivalen Liverpool und Manchester United stand am Sonntag zunächst im Zeichen des Gedenkens an die 96 Opfer der Katastrophe von Hillsborough. Auf dem Platz feierte United einen sehr schmeichelhaften 2:1-Erfolg. Arsenal verdiente sich ein 1:1 bei Manchester City - vielleicht wäre sogar mehr drin gewesen. Chelsea hatte bereits am Samstag mit 1:0 gegen Stoke City gewonnen.

Choreographie in Liverpool
Gerechtigkeit! Das Duell der Erzrivalen stand im Zeichen des Gedenkens an die Opfer von Hillsborough.
© imago

Harmonie ist eigentlich ein Fremdwort in der Beziehung zwischen dem FC Liverpool und Manchester United. Diesmal war jedoch alles ein bisschen anders, nicht nur weil sich Suarez und Evra die Hand schüttelten. Das Aufeinandertreffen am Sonntag stand im Zeichen des Gedenkens an die 96 Opfer der Katastrophe von Hillsborough 1989. Vor dem Hintergrund des kürzlich veröffentlichten Berichts, der die längst gewitterte Wahrheit über die Sheffield-Tragödie ans Licht brachte, ließen die Kapitäne Gerrard und Giggs - Vidic fehlte verletzt - vor dem Anstoß in Erinnerung an die Todesopfer 96 Ballons steigen. Beide Teams waren zuvor mit einer 96 auf dem Rücken der Trainingsjacken eingelaufen.

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Auf den Tribünen war in verschiedenen Choreografien die Schriftzüge "The Truth", "Justice" und "96" zu lesen. United-Legende Sir Bobby Charlton überreichte dem früheren Liverpool-Torjäger Ian Rush einen Strauß rote Rosen. Beide Trainer, Sir Alex Ferguson sogar in einem offenen Brief, hatten im Vorfeld öffentlich an die Fans beider Lager appelliert, endlich die geschmacklosen Gesänge über die Hillsborough-Katastrophe einerseits und das München-Desaster 1958 andererseits zu unterlassen. Am Sonntag verhielten sich beide Fanlager tadellos.

Shelvey sieht Rot - Gerrard trifft gegen schwaches United

Von Beginn an merkte man den Gastgebern an, dass sie dieses Spiel unbedingt gewinnen wollen. ManUnited agierte hingegen auch nach dem Anpfiff andächtig, trat fast schon lethargisch auf. Liverpool war klar am Drücker und kam zu ersten kleineren Möglichkeiten. Insgesamt machten die Reds jedoch zu wenig aus ihrer klaren Dominanz. Sechs Minuten vor der Pause fand sich die Rodgers-Elf dann in Unterzahl wieder: Shelvey ging im Mittelfeld übermotiviert zu Werke und sah nach einer wilden Grätsche gegen Evans Rot.

Steven Gerrard
Ein Tor für die 96! Reds-Kapitän Steven Gerrard bejubelt sein Führungstor.
© picture alliance

Wer gedacht hatte, United würde nach der Pause aufwachen, sah sich getäuscht. Liverpool machte weiter, als sei nichts geschehen - und ging durch Gerrard kurz nach dem Wechsel in Führung! Der Reds-Kapitän nahm den Ball nach einem Querschläger im Sechzehner mit der Brust an und versenkte den Volley im Netz. Was für ein Moment für den Mittelfeldspieler, der vor 23 Jahren in Hillsborough seinen Cousin verlor.

Die Führung hielt allerdings nicht lange. Mit einem schönen Schlenzer aus der rechten Strafraumhälfte glich Rechtsverteidiger Rafael aus (51.). Wenig später forderte die Anfield Road Elfmeter - nach dem Zweikampf von Evans gegen Suarez wohl zu Recht, aber vergeblich (58.). Mit Wut im Bauch jagte der Uruguayer vier Minuten später einen Schuss aufs Tor, den United-Torhüter Lindegaard mit einer Glanztat entschärfte, auch gegen einen Versuch von Suso war der Däne zur Stelle (64.).

Anders als in Southampton war Robin van Persie vom Elfmeterpunkt erfolgreich
Geht doch: Anders als in Southampton war Robin van Persie vom Elfmeterpunkt erfolgreich.
© picture allianceZoomansicht

Ein Ballverlust von Agger im Mittelfeld leitete die Entscheidung ein: Valencia rannte mit der Kugel auf und davon und ging dann im Duell mit Johnson zu Boden. Diesmal gab es Elfmeter! Drei hatte ManUnited in dieser Saison schon verschossen. Van Persie ließ diesmal jedoch nichts anbrennen und verwandelte zum 2:1 (81.), das bis zum Schlusspfiff Bestand hatte. Während die Red Devils damit erstmals seit 2007 an der Anfield Road gewannen - wenn auch höchst schmeichelhaft-, wartet Liverpool nach fünf Spielen weiter auf den ersten Sieg. Derart schlecht starteten die Reds zuletzt in der Saison 1911/12! Vor allem der Heimkomplex macht der Rodgers-Elf zu schaffen. In den vergangenen 19 Heimpartien gelangen ganze vier (!) Siege.

Arsenal feiert hochverdienten Punktgewinn beim Meister

Vierter gegen Dritter - das Topspiel stieg in Manchester: Meister City empfing den formstarken FC Arsenal. Es war die erste richtig große Prüfung für die Gunners. Und die Gäste machten in Citys Heimfestung (letzte Niederlage am 20. Dezember 2010) mächtig Alarm, hatten mehr Ballbesitz und waren, angetrieben vom erneut starken Cazorla, die klar überlegene Mannschaft. Wie so oft bei Arsenal blieb der Ertrag jedoch aus: Gervinho sprang der Ball in bester Position vom Fuß (16.), Podolski jagte eine Direktabnahme drüber. Unverdient ging City fünf Minuten vor der Pause in Führung: Nach einer Silva-Ecke irrte Arsenal-Keeper Mannone durch seinen Fünfmeterraum, Lescott bedankte sich am zweiten Pfosten und köpfte ein.

Arsenals Jubeltraube
Londoner Jubeltraube: Arsenal feiert das 1:1 von Laurent Koscielny.
© picture allianceZoomansicht

Nach dem Wechsel blieben die Gunners stark, auch wenn der Meister nun besser im Spiel und vor allem über Konter gefährlich war. Acht Minuten vor Schluss wurde Arsenal, bei dem Podolski in der 72. Minute Walcott weichen musste, dann aber doch noch für seinen couragierten Auftritt belohnt: Nach einer Ecke brachte City den Ball nicht richtig weg, Koscielny schoss zum 1:1 ein. Die Hausherren gaben fast postwendend die Antwort: Kompany zwang Mannone mit einem tollen Fallrückzieher zu einer Glanztat, den Nachschuss setzte Aguero daneben. Die letzte Gelegenheit hatte Arsenal: Gervinho, der zuvor schon zahlreiche Chancen vergeben hatte, schoss aber drüber (90.). So blieb es beim 1:1, beide Teams sind damit weiterhin ungeschlagen.

Dank Ba und Defoe: Heimsiege für Newcastle und Tottenham

Zwei weitere Spiele fanden am Sonntag im Schatten des Topspiels statt: Newcastle United setzte sich gegen Norwich City 1:0 durch. Ba, der beim 2:2 gegen Everton am Montag doppelt getroffen hatte, gelang das Tor zum Sieg, der wesentlich höher hätte ausfallen können. Cissé trug mit einem verschossenen Foulelfmeter allerdings dazu bei, dass die Magpies lange zittern mussten.

Tottenham feierte im Stadtduell gegen die Queens Park Rangers den ersten Heimsieg unter Coach André Villas- Boas. Nachdem Zamora die Gäste vor der Pause gegen schwache Spurs in Führung gebracht hatte, sorgte ein Doppelschlag binnen einer Minute nach einer Stunde für die Wende. Ein Eigentor von Faurlin sorgte für den Ausgleich, wenig später schlug Defoe zu.

Toffees überzeugen in Wales - Fellaini setzt den Schlusspunkt

Im Montagsspiel hatte Everton reichlich Pech, beim 2:2 gegen Newcastle wurden den Toffees zwei reguläre Tore aberkannt. Mit Wut im Bauch und Toren im Gepäck ging es ins walisische Swansea. Everton legte los wie die Feuerwehr, Anichebe traf per Volleyschuss zur verdienten Führung gegen eine Laudrup-Elf, die sich in der ersten Hälfte meist nur mit Fouls zu helfen wusste. Allerdings ging dem Treffer ein Handspiel von Fellaini voraus. Kurz vor der Pause erhöhte Mirallas nach einer von Pienaar eingeleiteten Szene zum 2:0. Swansea steigerte sich zwar im zweiten Abschnitt, doch die Ampelkarte für Dyer (58.) verhinderte eine Aufholjagd der Schwäne. Fellaini vergab in der Folgezeit zunächst einige gute Gelegenheiten, machte in der 82. Minute dann aber doch mit dem 3:0 alles klar. Damit mischt Everton weiter in der Spitzengruppe mit.

Cole erlöst die Stamford Bridge

Ashley Cole jubelt
Kaum zu glauben: Ashley Cole (li.) trat als Torschütze bei Chelsea in Erscheinung - ein seltenes Ereignis.
© getty imagesZoomansicht

Bei der Partie zwischen Chelsea und Stoke stand vor allem Oscar im Fokus. Der junge Brasilianer hatte beim 2:2 in der Champions League gegen Juventus Turin gezaubert, nach seinem Doppelpack hofften die Fans an der Stamford Bridge auf eine weitere Oscar-Gala. Doch daraus wurde nichts: Die Blues taten sich in Hälfte eins schwer gegen Stoke City mit dem Ex-Chelsea-Verteidiger Robert Huth in der Startelf. In der 26. Minute tauchte Torres zwar einmal vor Keeper Begovic auf, der Spanier vergab jedoch kläglich. Wenige Minuten zuvor hatte Jonathan Walters das Leder an die Latte des Chelsea-Gehäuse geköpft (19.). Oscar war in der ersten Hälfte nur zweimal aufgefallen: wegen einer Schwalbe, für die er verwarnt wurde, und mit einem Schussversuch vom Strafraumeck, den Begovic aber entschärfte.

Auch nach Wiederanpfiff spielte Stoke wacker mit. Den Blues fehlte die Durchschlagskraft, auch weil Torres quasi unsichtbar blieb. Die Erlösung für Chelsea folgte dann aber fünf Minuten vor Schluss - durch einen Spieler, der seit über zwei Jahren keinen Treffer mehr erzielt hatte. Über Ivanovic und Mata landete die Kugel bei Ashley Cole, der aus kurzer Distanz eiskalt vollendete. Chelsea bleibt damit Tabellenführer. Nicht die einzige freudige Nachricht am Samstag: Wie die Blues bekanntgaben, hat David Luiz seinen Vertrag um fünf Jahre verlängert. Seit Januar 2011 steht der 25-jährige Brasilianer bei den Blues unter Vertrag.

23.09.12
 

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