Der historische 3:2-Sieg in Cordoba bei der WM 1978 scheint aus einer anderen Zeit zu kommen und interessiert die Spieler auch nicht mehr. "Ich weiß nicht einmal wo Cordoba liegt. In Kolumbien oder sonstwo?", macht sich Marko Arnautovic lustig darüber. Vielmehr hat Österreich allen Grund dazu, sich auf die Gegenwart zu konzentrieren, denn Coach Marcel Koller steht eine schlagkräftige Truppe zur Verfügung - die heiß ist, na klar.
Auf den Pressekonferenzen des deutschen Teams war es egal, wer gerade auf dem Podium saß, immer schwang der Respekt mit, wenn man zu Österreich Fragen zu beantworten hatte (Löw: "Die Österreicher sind im Moment so stark wie seit Jahren nicht mehr"). Erstmals seit gut eineinhalb Jahren ist Österreich mit Platz 49 wieder unter den Top 50 der Fifa-Weltrangliste. Seit der Amtsübernahme von Koller verzeichnete das davor eher glücklose Team drei Siege und ein Unentschieden.
Und auch die österreichischen Spieler glauben an ihre Chance gegen den scheinbar übermächtigen Gegner aus Deutschland. "Wir sind hungrig und bereit. Wir wollen uns unbedingt qualifizieren, und da wäre ein guter Start eine tolle Sache, auch um die gute Stimmung rund um die Nationalmannschaft weiter aufrecht zu erhalten", sagt Andreas Ivanschitz (FSV Mainz 05). Wenn sein Team kompakt stehe, immer wieder lästig sei und bei Ballgewinn zielstrebig nach vorne spiele, "dann können wir die Deutschen ärgern".
Ärgern? Das reicht Veli Kavlak (Besiktas Istanbul) nach Angaben der "Kronenzeitung" nicht: "Ich glaube fest an unsere Fähigkeiten, diesmal gewinnen wir 2:1. Bei allem Respekt vor dem großen Favoriten", sagt der 23-Jährige.
Ganz so weit lehnt sich Koller nicht aus dem Fenster, "aber ich freue mich schon sehr auf dieses Spiel. Da kriegt man feuchte Hände - das hat aber nicht mit Nervosität, sondern mit Anspannung zu tun", sagt der 52-Jährige nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Neben seiner Legionärs-Elf setzt er auch auf die Unterstützung der heimischen Fans: "Wir haben das Stadion hinter uns. Alle Österreicher werden sich heiser schreien."
Vor allem die Harmonie im Team und der Einsatz der Spieler nährt in den vergangenen Tagen Hoffnungen. Es gebe einen guten Mannschaftsgeist, jeder sei bereit für den anderen zu laufen, lobt Koller und im Kampf um die Wurst sei man ebenbürtig: "Wenn es um die Wurst geht, sind die Deutschen sehr, sehr konsequent. Wir können aber auch um die Wurst kämpfen." Den Kampf wird Österreich vermutlich ausschließlich mit Legionären, allein neun Bundesligaprofis, aufnehmen.
Almer (Fortuna Düsseldorf) - Garics (Bologna), Prödl (Werder Bremen), Pogatetz (Wolfsburg), Fuchs (Schalke) - Baumgartlinger (Mainz), Kavlak (Besiktas) - Arnautovic (Werder Bremen), Junuzovic (Werder Bremen), Ivanschitz (Mainz) - Harnik (Stuttgart)
| Mannsch. I | Mannsch. II | Erg. | ||
|---|---|---|---|---|
Österreich | - | Deutschland | 1:2 (0:1) | |
Schweden | - | Kasachstan | 2:0 (1:0) | |
| Pl. | Verein | Tore | Pkte. | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | ![]() | Deutschland | 5:1 | 6 |
| 2 | ![]() | Schweden | 2:0 | 3 |
| 3 | ![]() | Irland | 2:1 | 3 |
| 4 | ![]() | Österreich | 1:2 | 0 |
| 5 | ![]() | Kasachstan | 1:4 | 0 |
| 6 | ![]() | Färöer | 0:3 | 0 |