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23.08.2012, 16:55

Die Serie A startet: Mehrere Klubs mit Handicaps

Juve - wer sonst? Konkurrenz im Umbruch

Am Wochendene startet die Serie A in die Saison 2012/13. Als Topfavorit geht der regierende Champion Juventus Turin ins Rennen. Selbst die Sperre von Meistercoach Antonio Conte rüttelt nicht am Status der Piemontesen. Denn bei der Konkurrenz regiert angesichts der wirtschaftlichen Krise der Rotstift, etliche Eliteklubs haben ihre Etats kräftig zusammengestutzt. Und einige Klubs müssen sogar mit einem Handicap an den Start gehen.

Wer stoppt die "Unbesiegbaren" aus Turin?

Meisterfeier Juventus Turin
Der ungeschlagene Vorjahres-Meister Juventus Turin gilt auch für diese Spielzeit als Top-Favorit auf den Titel.
© imago

Die Frage nach dem Favoriten auf den Scudetto lässt nur eine Antwort zu: Juventus Turin wird wieder das Rennen machen, zu übermächtig scheint der Titelverteidiger zu sein. Bereits die letzte Saison schloss die Alte Dame ohne Niederlage ab, nun wurde der Kader nochmals für 45 Millionen Euro aufgerüstet. Das meiste Geld kostete Rückkehrer Giovinco (elf Millionen), umsonst kam dagegen Routinier Lucio. Dabei hatte Juve bereits in der letzten Saison die beste Abwehr. Zwar blieb der erhoffte Top-Transfer aus, doch mit Masi (19 Jahre), Marrone (22) und Pogba (19) verfügt Juve über Youngster mit Star-Potenzial.

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Alles gut also beim Rekordmeister? Mitnichten. Denn Meistercoach Antonio Conte wird dem Verein aller Voraussicht nach nicht zur Verfügung stehen. Wegen angeblicher unterlassener Anzeigen von Spielabsprachen wurde der 43-Jährige für zehn Monate gesperrt, am Mittwoch bestätigte die Disziplinarkommission des Verbands das Urteil. Der Beschuldigte selbst weist jede Schuld von sich, die Bosse schäumen vor Wut. Präsident Andrea Agnelli bezichtete die Sportgerichtsbarkeit "barbarischer Methoden" und forderte ein Ende der "Hexenjagd". "Das System muss von Grund auf reformiert werden", holte Agnelli zum Rundumschlag aus. Juve wird um seinen Coach kämpfen, der nächste Termin ist Anfang September vor dem Schiedsgericht des Nationalen Olympischen Komitee Italiens. Auch im Falle der Bestätigung der Sperre bliebe Conte Trainer.

Hoffen und Bangen in Mailand: Die Klubs im Umbruch

Antonio Cassano und Giampaolo Pazzini
Trikottausch: Milans Cassano wechselte zu Inter, Pazzini nahm den umgekehrten Weg.
© picture alliance

Kampfansagen aus Mailand Richtung Turin blieben im Vorfeld der Saison bisher aus. Aus gutem Grund. Denn sowohl der AC als auch Inter befinden sich mitten im Umbruch. Bei Milan regiert der Rotstift, das Team ist gegenüber dem Vorjahr kaum mehr wiederzuerkennen. Die beiden Stars Ibrahimovic und Thiago Silva wurden nach Paris transferiert, Cassano läuft ab sofort für den Lokalrivalen Inter auf. Mit Seedorf, Inzaghi, Nesta und Gattuso verließ ein Quartett den Verein, das die letzten zehn Jahre mitgeprägt hat. Deutlich jünger ist die Mannschaft, die Trainer Massimiliano Allegri zum Erfolg führen soll. Von den Neuzugängen kosteten nur Pazzini - der im Wechsel mit Cassano von Inter kam - und Verteidiger Acerbi (AC Chievo) richtig Geld. Bisher erwirtschaftete Milan ein sattes Plus auf dem Transfermarkt. Allerdings besteht noch Interesse an einer Rückholaktion von Reals Kaka. Der Brasilianer trug bereits zwischen 2001 und 2009 das Trikot der Rossoneri und genießt immer noch hohe Wertschätzung.

Und Inter? Hat gerade die schlechteste Saison seit 2005 hinter sich und wartet noch auf große Namen. Doch auch Keeper Handanovic (Udine) und Stürmer Palacios (Genua 1893) kosteten eine Stange Geld, ebenso wie Guarin, der nach seiner Ausleihe vom FC Porto nun fest verpflichtet wurde. Ansonsten könnte auch die Stunde der jungen Spieler schlagen. Zu nennen wäre hier Coutinho. Der Brasilianer, der bereits seit 2010 bei Inter unter Vertrag steht, gilt als Rohdiamant und hofft nach seiner Ausleihe zu Espanyol Barcelona nun auf seinen Durchbruch bei Inter. Neue Wege geht Inter auch auf der Trainerbank: Nach etlichen großen Namen darf sich dort seit März Andrea Stramaccioni versuchen. Der gerade einmal 37-Jährige machte sich bisher lediglich einen Namen als Juniorencoach.

Viel Spektakel in der ewigen Stadt?

Francesco Totti und Zdenek Zeman
Arbeiteten bereits 1997 zusammen: Roma-Superstar Totti und der neue Trainer Zdenek Zeman.
© imago

Auf neue Trainer bauen die Römer Rivalen Lazio und der AS. Bei den Laziali übernahm mit Vladimir Petkovic ein eher unbeschriebenes Blatt den Stab von Edy Reja. Reja führte die Hauptstädter zweimal in Folge in das internationale Geschäft, überwarf sich aber mit den Klubbossen. Der Kroate Petkovic trainierte zuletzt den FC Sion und gilt als Anhänger des Offensivfußballs. Ein Umstand, der den deutschen Nationalstürmer Klose freuen dürfte. Der 34-Jährige schlug letzte Saison am Tiber voll ein, seine lange Verletzungspause kostete den Laziali wohl die Champions League.

Alles andere als glücklich verlief dagegen das Engagement von Luis Enrique beim AS Rom. Der 42-Jährige wurde als große Trainerhoffnung vorgestellt, nach einer schlechten Saison ist die Ära des Spaniers bereits wieder beendet. Ihn beerbt mit Zdenek Zeman ein alter Bekannter. Der Italo-Tscheche trainierte bereits zwischen 1997 und 1999 die Roma. Auch der 65-Jährige gilt als konsequenter Verfechter des Offensivfußballs, Querpässe sind bei ihm angeblich verboten. Die ewige Stadt scheint sich jedenfalls auf viele Tore und abwechslungsreiche Spiele freuen zu können!

Neapel selbstbewusst, Udine setzt auf di Natale

Antonio di Natale
Bald 35 Jahre und immer noch heiß auf Tore: Udines Antonio di Natale.
© imago

Der SSC Neapel lebte in den letzten Jahren besonders von seinem Offensivtrio Hamsik, Cavani und Lavezzi. Allerdings verließ Letzerer den Verein Richtung Paris, Cavani wird heftig vom FC Chelsea umworben. Doch der Pokalsieger sorgte bereits vor, die zuletzt ausgeliehenen Pandev und Vargas wurden fest verpflichtet. Hinzu kommt noch Behrami, der aus Florenz an den Vesuv wechselte. Die Erfolge der Vergangenheit haben Neapel selbstbewusst gemacht, als Ziel wurde das Erreichen der Champions League ausgegeben.

In dieser spielt in dieser Saison aller Voraussicht nach auch Udinese Calcio. Die Friauler waren als Dritter eine der großen Überraschungen der letzten Spielzeit. Noch nie war Udine in der Serie A besser platziert. Allerdings musste Trainer Francesco Guidonlin mitansehen, wie wichtige Spieler verkauft wurden: Neben Handanovic verließen auch Isla und Kwadwo Asamoah (beide zu Juve) sowie Denis (war bereits an Atalanta ausgeliehen) Udine. Zwar sorgte der Verein auch für Ersatz, doch einmal mehr ruhen die Hoffnungen auf den Schultern von di Natale. Der bald 35-jährige Kapitän und Torschütze vom Dienst verlängerte erst kürzlich seinen Vertrag bis 2014!

Underdog Pescara und Vereine mit Handicaps

Delfino Pescara
Sehenswert: Delfino Pescara feiert den Aufstieg.
© imago

Und was machen die Neuen? Mit Sampdoria Genua und dem FC Turin kehrten zwei Traditionsvereine in die Serie A zurück. Allerdings müssen beide wegen ihrer Verwicklung in den Manipulationsskandal mit einem Abzug von einem Punkt in die Saison gehen. Aus dem gleichen Grund bekam Atalanta Bergamo zwei Punkte abgezogen, der AC Siena muss gar mit dem Handicap von minus sechs Punkten leben.

Und nach 20 Jahren kehrt ein Underdog in die oberste Spielklasse zurück. Delfino Pescara schaffte als Erster der Serie B den direkten Sprung nach oben. Der Verein entstand erst im Jahr 2008 aus der Insolvenz des Vereins Pescara Calcio und spielte vor zwei Jahren noch drittklassig.

23.08.12
 
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Serie A TIM - Tabelle

Pl. VereinTorePkte.
1 Inter Mailand3:03
 
  SSC Neapel3:03
 
3 CFC Genua 18932:03
 
  Juventus Turin2:03
 
  AC Chievo Verona2:03
 
6 AC Florenz2:13
 
7 Lazio Rom1:03
 
8 Sampdoria Genua1:02
 
9 Catania Calcio2:21
 
  AS Rom2:21
 
11 FC Turin0:00
 
12 Udinese Calcio1:20
 
13 AC Mailand0:10
 
14 FC Bologna0:20
 
  Cagliari Calcio0:20
 
  FC Parma0:20
 
17 US Palermo0:30
 
  Delfino Pescara 19360:30
 
19 Atalanta Bergamo0:1-2
 
20 AC Siena0:0-5
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