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01.08.2012, 20:46

Italien: Disziplinar-Kommission findet Vorschlag "unzulänglich"

Überraschung in Rom: Conte-Vergleich abgelehnt

Überraschung bei der Verhandlung vor der Disziplinar-Kommission des italienischen Fußballverbandes in Rom: Nachdem Wettskandal-Chefermittler Stefano Palazzi am Mittwoch einem Vergleichsvorschlag von Antonio Conte zugestimmt hatte, schmetterte die Kommission diesen völlig überraschend ab!

Antonio Conte
Vergleich abgelehnt: Juves Meistertrainer Antonio Conte.
© Getty ImagesZoomansicht

Die Disziplinarkommission vertrat die Ansicht, dass Contes Antrag auf eine dreimonatige Sperre und auf die Zahlung einer Geldstrafe von 200.000 Euro unzulänglich sei. Die Rechtsanwälte Contes forderten daraufhin, dass das Verfahren wegen Voreingenommenheit der Richter abgebrochen werde und vor einer anderen Kommission neu beginne.

Vor Beginn des Verfahrens in Rom kam es vor dem Eingang des Gerichtsgebäudes zu verbalen Scharmützeln. Eine kleine Gruppe von Juve-Fans beschimpfte Palazzi und rief "Hände weg von unserem Trainer!" Conte, der vom Verdacht des Sportbetrugs bereits freigesprochen wurde, wird Unterlassung einer Anzeige in zwei Fällen vorgeworfen: Laut der Aussage eines Ex-Spielers hat er als Siena-Trainer in der Saison 2010/11 von zwei verschobenen Partien gewusst.

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Nach der Ablehnung des Vergleichsvorschlags droht Conte nun eine Sperre von mindestens sechs Monaten. "Ich habe ein reines Gewissen und Vertrauen in die Personen, die in dieser hässlichen Sache ermitteln", hatte der frühere italienische Nationalspieler, der am Dienstag 43 Jahre alt wurde, stets seine Unschuld beteuert. Seine Anwälte hatten betont, dass auch ein Vergleich "keinesfalls ein Schuldbekenntnis" wäre, sondern man die Sache bloß schnellstens hinter sich bringen wolle. Daraus wird nun wohl nichts.

Die Disziplinarkommission akzeptierte derweil den Vergleichsantrag von Contes Ex-Klub AC Siena. Der Serie-A-Aufsteiger wird mit sechs Punkten Abzug sowie einer Geldstrafe von 100.000 Euro bestraft.

44 Spieler, Trainer und Klubmanager sowie 13 Vereine müssen sich vor dem Sportgericht verantworten. Angeklagt ist unter anderem der Serie A-Aufsteiger FC Turin, dem wegen Verwicklung in den Manipulationsskandal am Mittwoch ein Punkt abgezogen wurde. Der Verein muss außerdem 30.000 Euro Strafe zahlen.

Die gleiche Strafe erhielt Zweitligist Varese Calcio. Der Spieler Filippo Carobbio vom Serie-B-Aufsteiger AC Spezia wurde zu einer viermonatigen Sperre verurteilt. Diese Strafe summiert sich zu den 20 Monaten Sperre, zu denen Carobbio bereits verurteilt worden war. Die Sperre des Spielers Carlo Gervasoni wurde von 20 auf 23 Monate verlängert.

01.08.12
 

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