Manchester United lässt sich im Titelrennen nicht abschütteln - nach der 3:1-Demonstration im Spitzenspiel bei Tottenham Hotspur am Sonntag bleibt der Rückstand auf Spitzenreiter City mit zwei Punkten überschaubar. Es ist endgültig ein Zweikampf an der Spitze, während die Spurs erst mal Platz drei absichern müssen, dem sich Erzrivale Arsenal nähert. Das Heimspiel gegen United führte das Team von Harry Redknapp überlegen, gegen die gnadenlose Effizienz der Red Devils war aber kein Kraut gewachsen. Entscheidend auch: Während den Spurs Bale, van der Vaart (beide angeschlagen) und Parker (Gelb-Rot-Sperre) fehlten, stand Sir Alex Ferguson Rooney nach Halsentzündung wieder zur Verfügung.
Durchschnittlich 4,9 Tore hatten Spiele zwischen den Top-Fünf-Klubs der Premier League in dieser Saison zu bieten - das Duell Dritter gegen Zweiter wollte sich in die Spektakelserie aber zunächst nicht einreihen. Der erste Durchgang an der White Hart Lane hatte nur drei aufregende Strafraumszenen zu bieten. De Gea parierte Adebayors Schuss (19.). Dann stand der Togoer beim Torabschluss von Mitspieler Saha auf der Torlinie im Weg, vollstreckte zwar reaktionsschnell selbst, nahm dabei aber die Hand zur Hilfe (37.) - der Treffer zählte zu Recht nicht. Und schließlich traf ManUnited bei der ersten Chance! Rooney köpfte mit dem Pausenpfiff nach Youngs Ecke sträflich frei ein, es war sein siebtes Tor gegen die Spurs im achten Ligaspiel.
Tottenham deutlich überlegen, United mit dem Tor - bei diesem Schema blieb es auch nach dem Wiederanpfiff: De Gea reagierte bei Livermores abgefälschtem Flachschuss klasse (52.), Young staubte zum 2:0 ab (61.)! Vorausgegangen war ein einfacher Einwurf und ein scharfer Nani-Pass in den Fünfmeterraum. Und weil wenig später auch Young niemand angreifen wollte, zirkelte der englische Nationalspieler das Leder in den Winkel (69.). Die Spurs waren geschlagen, obwohl Joker Defoe noch Ergebniskosmetik betrieb (87.), und warten nun schon seit 26 Spielen auf einen Sieg gegen United.
Ob man sich beim VfB Stuttgart nicht doch ein wenig ärgert? Pavel Pogrebnyak, im Winter aussortiert und zum FC Fulham verkauft, blüht auf der Insel so richtig auf. Beim 5:0 gegen Wolverhampton markierte der Russe am Sonntag seine Tore drei, vier und fünf im erst dritten Spiel für die Cottagers! Mit links, rechts und dem Kopf war Pogrebnyak erfolgreich. Die beiden anderen Tore gingen auf Dempseys Konto.

Das Tyne-Wear-Derby zwischen Newcastle und Sunderland gilt als eines der heißesten in England - das Duell am Sonntag wusste das zu untermauern. Beim 1:1 schenkten sich beide Seiten von der ersten Minute an in den Zweikämpfen nichts, viele harte Fouls und zahlreiche Karten heizten die Stimmung ordentlich auf. Die Gäste aus Sunderland gingen durch einen Bendtner-Elfmeter in Führung, Williamson hatte bei einem Freistoß an Turners Trikot gezogen (24.). Für Newcastle hatte Ba mit einem Lattenkopfball die beste Gelegenheit vor der Pause (44.), Sturmpartner Cissé wurde später nach unauffälliger Leistung ausgewechselt.
Nach Wiederanpfiff stand aber erst Magpies-Keeper Krul im Mittelpunkt, der wie Kapitän Coloccini am Samstag einen neuen langfristigen Vertrag unterschrieben hatte: Der Niederländer zeigte gegen Bendtner und McClean eine spektakuläre Doppelparade (47.). Eine Minute später war seine Elf plötzlich in Überzahl: Sessegnon schlug im Mittelkreis mit dem Ellenbogen gegen Tioté aus, der Referee stand nur wenige Meter entfernt. Tioté wälzte sich zwar auf dem Rasen, als hätte einer der Klitschkos zugeschlagen, Rot war dennoch berechtigt.
Newcastle drückte in Überzahl vehement, die Folge: Elfmeter! Joker Campbell räumte Joker Ameobi ab (82.) - doch Torjäger Ba versagten vom Punkt die Nerven. Ein heftiger Nackenschlag, den die "Elstern" aber wegzustecken wussten: Es lief schon die Nachspielzeit, als ein langer Ball Ameobi vor die Füße fiel, der zum umjubelten Ausgleich traf. Letzter Aufreger: Sunderlands Cattermole kassierte nach Schlusspfiff wegen Meckerns noch Gelb-Rot.
Frischgebackener Ligapokalsieger gegen Londoner Derbygewinner - am Samstagmittag trafen Liverpool und Arsenal mit je einem Erfolgserlebnis im Gepäck gegeneinander an. Bitter für Liverpool: Kapitän Gerrard (Oberschenkelverletzung) musste mal wieder passen. Die Reds erwischten dennoch den besseren Start an der Anfield Road. Arsenal Keeper Szczesny touchierte Suarez, nachdem der Uruguayer ihn ausgespielt hatte, der Angreifer nahm das Geschenk dankend an und fiel theatralisch. Doch Sturmkollege Kuijt scheiterte an Szczesny, und das gleich doppelt: beim Elfmeter und im Nachschuss. Kurz darauf aber lag der Ball doch im Tor der Gunners, der eigene Verteidiger Koscielny hatte ihn über die Linie gegrätscht (23.). Arsenal-Lebensversicherung van Persie (30.) köpfte nach Vorarbeit von Sagna zum schmeichelhaften 1:1-Halbzeitstand ein - schließlich hatte Liverpool durch Suarez (25.) und Adam (45.) noch zwei Aluminiumtreffer zu verzeichnen.
Die zweite Hälfte begann mit einem kleinen Schock für die Gunners. In der 51. Minute knallte Arteta mit Henderson zusammen, der Spanier musste vom Platz gebracht werden. Sportlich hatte die zweite Hälfte zunächst nicht allzu viel zu bieten. Die Reds bestimmten weiter die Begegnung, ohne die rechte Durchschlagskraft zu entwickeln. In den acht Minuten Nachspielzeit wegen der Verletzung Artetas klappte es dann doch noch mit einem Tor - aber auf der anderen Seite. Song bediente van Persie, der Niederländer hämmerte die Kugel traumhaft in die kurze Ecke. Ein herber Rückschlag für Liverpool, das sich bei zehn Punkten Rückstand auf Rang vier bei einem Spiel weniger die Königsklasse langsam aber sich abschminken kann.

Beim FC Chelsea stand Trainer André Villas-Boas trotz des jüngsten 3:0-Siegs gegen Bolton weiter auf der Kippe. Unter der Woche hatte er in einem Interview mit einem portugiesischen Sender erklärt, er wisse nicht, "ob mir der Besitzer wirklich die Zeit gibt, unsere langfristigen Pläne umzusetzen". Roman Abramovic bewog der Auftritt bei West Bromwich zum Gegenteil - "AVB" musste tags darauf gehen. Die Blues, mit exakt derselben Startelf wie gegen Bolton auf dem Platz, kamen nicht in Fahrt, lange stand es im "Hawthorns" 0:0. In der 82. Minute schlug jedoch Gareth McAuley für WestBrom zu, der Nordire stand nach einer Volley-Hereingabe von Ridgewell goldrichtig. Die Blues kamen nicht mehr zum Ausgleich, Lampard vergab die letzte Chance - das verdiente 0:1 war der "Sargnagel" für Villas-Boas.
Bei Manchester City ist hingegen alles in Butter. Die Citizens entledigten sich der Pflichtaufgabe Bolton souverän und unter Mithilfe der Wanderers - Steinsson traf in der 21. Minute ins eigene Tor. In der zweiten Hälfte schlug Balotelli in der 69. Minute zu. Der Italiener war für die italienische Nationalmannschaft nicht berücksichtigt worden und somit frisch. So durfte er als Sturmspitze ran, während Dzeko und Agüero auf der Bank Platz nahmen. Und Tevez? Der Argentinier stand wie erwartet auch gegen Bolton nicht im Kader, obwohl er am Dienstag in der Reserve ein zufriedenstellendes 45-Minuten-Comeback gegeben hatte. Tevez peilt das Gastspiel bei Swansea am 11. März an.
| Pl. | Verein | Tore | Pkte. | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | ![]() | Manchester City | 69:19 | 66 |
| 2 | ![]() | Manchester United | 66:27 | 64 |
| 3 | ![]() | Tottenham Hotspur | 52:33 | 53 |
| 4 | ![]() | FC Arsenal | 55:38 | 49 |
| 5 | ![]() | FC Chelsea | 47:32 | 46 |
| 6 | ![]() | Newcastle United | 39:39 | 44 |
| 7 | ![]() | FC Liverpool | 30:25 | 39 |
| 8 | ![]() | FC Fulham | 37:36 | 36 |
| 9 | ![]() | Stoke City | 27:38 | 36 |
| 10 | ![]() | West Bromwich Albion | 34:35 | 35 |
| 11 | ![]() | Norwich City | 38:44 | 35 |
| 12 | ![]() | AFC Sunderland | 35:31 | 34 |
| 13 | ![]() | FC Everton | 27:28 | 34 |
| 14 | ![]() | Swansea City | 30:34 | 33 |
| 15 | ![]() | Aston Villa | 30:35 | 30 |
| 16 | ![]() | Queens Park Rangers | 28:46 | 22 |
| 17 | ![]() | Blackburn Rovers | 38:60 | 22 |
| 18 | ![]() | Wolverhampton Wanderers | 30:56 | 22 |
| 19 | ![]() | Bolton Wanderers | 29:56 | 20 |
| 20 | ![]() | Wigan Athletic | 23:52 | 20 |
| 1. van Persie, Robin | FC Arsenal | ![]() |
| Spiele: 38 | Tore: 30 | |
| 2. Rooney, Wayne | Manchester United | ![]() |
| Spiele: 34 | Tore: 27 | |
| 3. Aguero, Sergio | Manchester City | ![]() |
| Spiele: 34 | Tore: 23 | |
| 4. Adebayor, Emmanuel | Tottenham Hotspur | ![]() |
| Spiele: 33 | Tore: 17 | |
| 5. Dempsey, Clint | FC Fulham | ![]() |
| Spiele: 37 | Tore: 17 | |