"Wo ist dieses Bosnien, denen schenken wir acht Stück ein", hatte Brasiliens Supertalent Neymar vor dem Freundschaftsspiel im schweizerischen St. Gallen getönt. Den markigen Sprüchen ließ der 20-Jährige dann aber vor 15000 Zuschauern in der AFG-Arena keine Taten folgen. Der fünffache Weltmeister ging zwar durch einen Schrägschuss von Marcelo (Real Madrid) aus elf Metern in Führung, konnte daraus aber kein Kapital schlagen.
Bosnien-Herzegowina gelang bereits in der 13. Minute der Ausgleich. Nach einem Zuspiel des Ex-Wolfsburgers Edin Dzeko überwand Stuttgarts Winterneuzugang Vedad Ibisevic den in dieser Szene keineswegs sicher wirkenden Julio Cesar aus 16 Metern. Danach sahen die Zuschauer in St. Gallen ein offenes und weitgehend ausgeglichenes Duell, in dem beide Mannschaften noch vor der Pause weitere Treffer hätten erzielen können, es aber nicht taten. Nach dem Seitenwechsel ließen es beide Teams eher ruhiger angehen, wobei Bosniens Nationaltrainer Safet Susic mit defensiven Einwechslungen gegen Ende des Spiels ein Remis über die Zeit bringen wollte.
Der Achtungserfolg blieb den "Drachen" aber verwehrt, denn in der Nachspielzeit setzte sich Hulk (FC Porto) dynamisch auf der Außenbahn durch und flankte dann ins Zentrum. Sasa Papac (Glasgow Rangers) fälschte die Kugel anschließend unglücklich ins eigene Tor ab und bescherte der Seleçao damit doch noch den glanzlosen Sieg (90.+1).
Serbien, das sich wie die Bosnier nicht für die bevorstehende EM in Polen und der Ukraine qualifiziert hat, kam zuvor bei einem Testspiel auf Zypern gegen Armenien zu einem 2:0-Sieg. Die mit zahlreichen Bundesliga-Legionären angetretenen "Weißen Adler" überzeugten allerdings kaum, wussten aber gegnerische Abwehrfehler zu nutzen. Serbiens Interimsnationaltrainer vertraute gegen Armenien auf Slobodan Rajkovic (HSV), Neven Subotic (Borussia Dortmund), Zdravko Kuzmanovic (VfB Stuttgart) und den ehemaligen Kölner und jetzigen Moskauer Zoran Tosic. Den Serben gelang ein Start nach Maß: Bereits nach einer Viertelstunde staubte Kuzmanovic zur frühen Führung ab, etwas später nutzte Chelseas Branislav Ivanovic einen kapitalen Torwartfehler zum 2:0 (30.).
Das Ergebnis gab jedoch nicht die tatsächlichen Kräfteverhältnisse wieder, da die Armenier über lange Strecken gleichwertig waren, phasenweise gar den besseren Eindruck machten. Die "Weißen Adler" wussten zwar in der Abwehr zu gefallen, enttäuschten aber in der Offensive fast auf ganzer Linie. Ein Trost bleibt den Serben, bei denen Werder Bremens Aleksandar Ignjovski eingewechselt wurde, dennoch: Der jüngste Negativtrend von zuletzt vier sieglosen Spielen in Serie wurde beendet.
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