
Am Montagabend leistete sich der AS Rom einen unerwarteten Ausrutscher: Bei Kellerkind AC Siena gingen die "Giallorossi" mit 0:1 als Verlierer vom Feld und nehmen keinen der fest eingeplanten Punkte mit zurück in die Hauptstadt. Das Tor des Tages erzielte Emanuele Calaio, der seine Nerven im Griff hatte und einen Elfmeter verwandelte (51.). Trotz eines Dreiersturms mit Fabio Borini, Francesco Totti und Erik Lamela behielt Sienas Schlussmann Gianluca Pegolo eine weise Weste. Durch diesen Dreier verschaffte sich der AC ein wenig Luft im Abstiegskampf. Die Roma verpasste es dagegen, Inter Mailand zu überholen und auf einen Europa-League-Platz vorzurücken.
Zeitgleich hat Champions-League-Teilnehmer SSC Neapel nach vier sieglosen Spielen zurück in die Erfolgsspur gefunden. Beim Heimspiel gegen Chievo Verona setzten sich die Kampanier mit 2:0 durch und haben jetzt wieder Anschluss an das internationale Geschäft. Der Uruguayer Miguel Britos brachte die Himmelblauen schon früh in Führung (15.). Star-Stürmer Edinson Cavani sorgte noch in der ersten Halbzeit für eine Vorentscheidung: Der Uruguayer versenkte einen Strafstoß im Netz (38.) - Saisontreffer Nummer 13 für den bulligen Angreifer.

Vier sieglose Spiele, darunter das 0:4-Debakel beim AS Rom mutete Inter Mailand seinen Fans zuletzt zu. Da sollte eigentlich Aufsteiger und Schlusslicht Novara Calcio als Aufbaugegner gerade recht kommen, Rehabilitation gegenüber dem eigenen Anhang war angesagt. Doch es kam ganz anders: Novaras Caracciolo (56.) sorgte für eine erneute Pleite, sogar in Überzahl (Radovanovic hatte in der 80. Minute Gelb-Rot gesehen) gelang Inter nicht mehr der Ausgleich. Novara bleibt zwar Schlusslicht, hat aber die Nicht-Abstiegsplätze wieder in Reichweite. Inter dagegen verliert den Anschluss an Platz 3.
2008 hatte Milan zuletzt in Udine gewonnen. Nach einem Sieg sah es auch am Samstagabend lange Zeit nicht aus. Im ersten Abschnitt spielte Milan reichlich uninspiriert. Ohne die gesperrten Ibrahimovic und van Bommel sowie zahlreiche Verletzte (Boateng, Merkel, Pato, Nesta, Aquilani, Gattuso, Flamini, Cassano, Abbiati ...) fehlte es an Ideen und Torgefahr. Bei starkem Wind, jedoch auf schneefreiem Boden stockte der Spielfluss ständig. Nachdem Udine mit dem ersten Torschuss durch - na klar - Knipsermaschine di Natale in Führung ging (19. Minute, 17. Saisontor, abgefälschte Bogenlampe nach Doppelpass mit Gelson Fernandes), war klar, dass es für Milan schwer werden würde.
Di Natale setzte auch weiterhin die Akzente, sorgte mit einem frechen Heber Richtung kurzer Pfosten für Gefahr, verzog jedoch auch nach einem Konter freistehend. Erst nach 43 Minuten gab Mexes für die Rossoneri den ersten Torschuss ab, schoss jedoch Handanovic an. In der Nachspielzeit hatte El Shaarawy noch eine Großchance, weil sich Danilo und Handanovic bei einem Flankenball nicht einig waren, der Milan-Youngster verfehlte jedoch deutlich.
Im zweiten Durchgang brachte Gästecoach Massimilano Allegri den im Winter geholten Tevez-Stellvertreter und Cassano-Ersatz Maxi Lopez. Der Blondschopf brauchte ganze elf Minuten, um nach El Shaarawys Vorarbeit den Ausgleich zu erzielen (77.). Davor hatten die Gestreiften jedoch mächtig Pech. Ihr Chilene Isla musste offenbar mit einer schweren Knieverletzung raus, nachdem Ambrosini versehentlich auf ihn gefallen war. Dann ließ Armero nach Di Natales Zuspiel die Hundertprozentige zum 2:0 liegen, Mesbah klärte in allerhöchster Not. Wenig später verhinderte auch noch Amelia bei einem Halbvolley von Danilo mit den Fingerspitzen den Einschlag.
Youngster El Shaarawy drehte mit einem Direktschuss fünf Minuten vor Schluss den Spieß gänzlich um: 2:1 Milan! Diesmal hatte Maxi Lopez aufgelegt. Die Lombarden ließen sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen, erhöhten ihr Punktekonto auf 47 und lassen Udinese (41) klar hinter sich. Nach dem 0:0 gegen Neapel und der 0:2-Niederlage bei Lazio hat der Meister in die Erfolgsspur zurückgefunden.
Mit dem sardisch-sizilianischen Vergleich Cagliari gegen Palermo ging der Samstag in der Serie A zu Ende - mit einem Paukenschlag von Mauricio Pinilla. Erst vor wenigen Wochen hatte der Chilene den Weg von Palermo nach Cagliari angetreten, nun traf er zum wegweisenden 1:0 gegen sein früheres Team. Letztlich hatten die Sarden mit 2:1 die Nase vorne und rücken bis auf einen Zähler an Palermo heran.
21 Spiele, keine Niederlage. So kann's weitergehen für die Juve - tut es aber erst einmal nicht: Der Auftritt am Sonntagabend beim FC Bologna fiel dem Winterwetter zum Opfer. Auch das Duell zwischen Parma und Florenz kann nicht stattfinden.
Lazios Trainer Edy Reja hatte zwar ein gefülltes Lazarett, aber elf Spieler schafften es trotzdem auf den Platz gegen Cesena. Und so schlecht ging es nicht los, denn Klose hatte gleich eine gute Möglichkeit, vergab aber, weil Torhüter Antonioli klasse parierte. Durch einen schnellen Konter der Gäste aus Cesena klingelte es dann schon früh im Tor der Römer, weil der prominent besetzte Sturm zeigte, was er drauf hat. Über die rechte Seite setzte sich Neuzugang Iaquinta durch und flankte an den zweiten Pfosten, wo Mutu aus kurzer Distanz einschoss (14.). Teilweise baute Lazio ein Powerplay auf, brachte den Ball aber nicht hinter die Torlinie. Wieder war es Klose, der nach einem weiten Pass alleine durch war, aber die Kugel diesmal am Tor vorbeilegte.
Hinten agierte Lazio allerdings weiterhin zu sorglos. Ein Kopfball von Mutu blieb noch folgenlos. Nur wenig später war der Rumäne aber durch und wurde von Konko im Strafraum per Notbremse gestoppt. Die Folge: Rote Karte, Elfmeter, Tor. Iaquinta durfte nach seinem Wechsel von Juve im ersten Spiel für Cesena antreten und ließ Keeper Marchetti bei seinem starken und platzierten Schuss in die rechte Ecke keine Abwehrchance (34.).
Die Halbzeitansprache von Reja hatte offenbar gesessen, denn der Anschlusstreffer fiel in der 53. Minute: Klose passte zu Hernanes, der aus 16 Metern wuchtig einschoss. Wenig später schon der Ausgleich und wieder war Klose per Kopfballvorlage beteiligt. Lulic glich aus. Cesena - immer noch gegen zehn Mann - war nun völlig von der Rolle. Nach einer Ecke herrschte Chaos und der eingewechselte Kozak schoss dem Keeper durch die Hosenträger zum 3:2 für Lazio ein. Es waren letztlich zehn Minuten, die Cesena das Genick brachen und Lazio den zwölften Sieg einbrachten. Aber das Auftreten von Iaquinta gemeinsam mit Mutu dürfte im Abstiegskampf trotzdem Mut machen.
| Pl. | Verein | Tore | Pkte. | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | ![]() | AC Mailand | 45:20 | 47 |
| 2 | ![]() | Juventus Turin | 33:13 | 46 |
| 3 | ![]() | Lazio Rom | 37:24 | 42 |
| 4 | ![]() | Udinese Calcio | 34:22 | 41 |
| 5 | ![]() | Inter Mailand | 34:30 | 36 |
| 6 | ![]() | AS Rom | 36:27 | 35 |
| 7 | ![]() | SSC Neapel | 38:24 | 34 |
| 8 | ![]() | US Palermo | 33:34 | 31 |
| 9 | ![]() | Cagliari Calcio | 22:24 | 30 |
| 10 | ![]() | CFC Genua 1893 | 31:43 | 30 |
| 11 | ![]() | AC Florenz | 23:19 | 28 |
| 12 | ![]() | FC Parma | 27:34 | 28 |
| 13 | ![]() | Atalanta Bergamo | 26:27 | 27 |
| 14 | ![]() | Catania Calcio | 27:29 | 27 |
| 15 | ![]() | AC Chievo Verona | 19:30 | 27 |
| 16 | ![]() | AC Siena | 22:22 | 23 |
| 17 | ![]() | FC Bologna | 18:26 | 22 |
| 18 | ![]() | US Lecce | 22:38 | 18 |
| 19 | ![]() | AC Cesena | 15:34 | 16 |
| 20 | ![]() | Novara Calcio | 20:42 | 16 |
| 1. Ibrahimovic, Zlatan | AC Mailand | ![]() |
| Spiele: 32 | Tore: 28 | |
| 2. Milito, Diego | Inter Mailand | ![]() |
| Spiele: 33 | Tore: 24 | |
| 3. Cavani, Edinson | SSC Neapel | ![]() |
| Spiele: 35 | Tore: 23 | |
| 4. di Natale, Antonio | Udinese Calcio | ![]() |
| Spiele: 36 | Tore: 23 | |
| 5. Palacio, Rodrigo | CFC Genua 1893 | ![]() |
| Spiele: 32 | Tore: 19 | |