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09.01.2012, 22:40

FA Cup: United zittert sich in Überzahl zum Derby-Sieg

Wie früher: Henry, Arsenals Matchwinner

United hat das 161. Manchester-Derby bei Nachbar City mit 3:2 gewonnen und die vierte Runde im FA Cup erreicht. Erst profitierten die Red Devils heftig von einer krassen Fehlentscheidung und lechzten fortan auch toremäßig nach Revanche für den 1:6-Schock in der Liga. Stattdessen aber machten es zehn Citizens noch einmal spannend. Am Montag fieberte dann Arsenal gegen Leeds dem Henry-Comeback entgegen - und wurde bestens belohnt.

Thierry Henry
Fühlt sich nach wie vor pudelwohl im Arsenal-Shirt: Thierry Henry
© Getty ImagesZoomansicht

Das Duell zwischen dem FC Arsenal und Leeds United am Montagabend war lange Zeit davon geprägt, dass sich die Zuschauer fragten, wann Trainer Arsene Wenger Thierry Henry (endlich) von der Ersatzbank aufs Feld schicken würde. Der französische Ex-Nationalspieler lief sich an der Seitenlinie warm, dehnte sich - auf dem Platz mühten sich seine neuen, alten Kollegen mit der defensiv eingestellten Leeds-Mannschaft ab. Natürlich waren die Gunners optisch überlegen und hatten auch ein paar Chancen, doch unter dem Strich verteidigte der Zweitligist wacker und mit einigem Geschick.

In der Schlussphase war es dann soweit. Der einstige Goalgetter wurde von Wenger in der 68. Minute ins Rennen geschickt, doch man merkte Henry an, dass er einige Zeit weg war vom harten, ruppigen und schnellen englischen Fußball. In der 78. Minute war er dann aber zur Stelle, der 34-Jährige markierte nach Pass von Song mit einem überlegten Rechtsschuss ins lange Eck den 1:0-Siegtreffer für die Gunners und hüpfte hernach freudestrahlend seinem Coach in die Arme.

Als wäre er nie weg gewesen oder als ob er das Toreschießen nie verlernt habe, avancierte Henry einmal mehr zum Matchwinner für die Londoner. Nächster Gegner der Wenger-Elf in der vierten Runde des FA-Cup ist Aston Villa. Der deutsche Nationalspieler Per Mertesacker fehlte gegen Leeds. Trainer Wenger hatte in der Pokalpartie einige Stammkräfte geschont und eine bessere B-Elf aufgeboten.

Arsenal hatte Henry für zwei Monate vom US-Profiklub New York Red Bulls ausgeliehen. Der Weltmeister von 1998 ist bester Torschütze in der Geschichte des Londoner Vereins. Er erzielte zwischen 1999 und 2007 für die Gunners 226 Treffer.

United verhindert Citys Derby-Hattrick

Schon die Ausganglage für das sonntägliche Stadtduell hatte es in sich gehabt: City plante den ersten Derbysieg-Hattrick seit 1969, United trotz zwei Niederlagen in der Liga die Revanche für die 1:6-Demütigung am 23. Oktober im heimischen Old Trafford. Und: Scholes saß zur Überraschung aller auf der United-Bank, die 37-jährige Klub-Ikone hat seinen Rücktritt aus dem Sommer rückgängig gemacht und hilft bis Saisonende aus.

Weitere personelle Besonderheiten: Der Rumäne Pantilimon stand für den geschonten Hart im City-Tor, Balotelli, Matchwinner beim 6:1, fehlte verletzt. Auch Dzeko war nicht dabei. Sir Alex Ferguson gab im Tor erneut Lindegaard den Vorzug vor seiner eigentlichen Nummer eins de Gea, den er jüngst entgegen seiner Gepflogenheiten sogar öffentlich kritisiert hatte.

Rooneys Kuss - Rot für Kompany

Im Spiel hatte City knapp zehn Minuten alles im Griff, bestimmte im Regen von Manchester das Geschehen klar, dann kam es doppelt dick: Rooney stellte nach Doppelpass mit Valencia per kraftvollem Kopfball den Spielverlauf auf den Kopf und küsste als Reaktion auf die jüngsten Diskussionen, er könne United wegen Unstimmigkeiten mit Ferguson bald verlassen, nach dem 1:0 demonstrativ das Wappen seines Trikots (10.). Zwei Minuten später sah City-Kapitän Kompany urplötzlich Rot - Referee Chris Foy hatte ein grobes Foulspiel gesehen, als der Ex-Hamburger im Mittelfeld mit beiden Beinen gegen Nani grätschte. Eine harte Entscheidung, Kompany traf den Ball, Nani ging nicht zu Boden. Schiedsrichter Foy wertete das harte Einsteigen des Belgiers, der mit beiden Beinen voraus in Nani rutschte.

Wayne Rooney (r.) köpft zum 1:0 gegen ManCity ein
Spielerknäuel mit einem Sieger: Wayne Rooney köpft zum 1:0 für Manchester United ein.
© Getty ImagesZoomansicht

Ein gefährlicher Schlenzer von Aguero, den Lindegaard gut parierte (14.), war die einzige Reaktion der Citizens auf die kalten Duschen, sie verloren völlig den Faden. Welbeck knallte das Leder nach Evras abgeblockter Hereingabe aus der Drehung spektakulär zum 2:0 in die Maschen (31.), Rooney verwandelte einen Elfmeter im Nachsetzen per Kopf: Nach Kolarovs klarem Foul an Welbeck hatte Pantilimon den ersten Versuch noch gehalten (39.).

Lindegaard und Scholes patzen

"Ich werde das nicht erwähnen", hatte Ferguson noch vor der Partie über die potentielle Motivationshilfe der 1:6-Schmach gesagt. Zur Pause kam er kaum noch drum herum, zu verlockend war der Duft der sofortigen Revanche. Doch schon bald roch es stattdessen nach einem himmelblauen Comeback-Wunder! City, nun mit Savic und Zabaleta für Silva und Johnson, schaffte durch Kolarovs Freistoßschlenzer (48.) und Agueros Abstauber nach Lindegaard-Unsicherheit (64.) den Anschluss auf 2:3. Eingeleitet hatte das zweite Tor ausgerechnet Rückkehrer Scholes mit einem Fehlpass, vier Minuten nach seiner Einwechslung.

Kolarov, de Jong, Zabaleta - alle Citizens haderten mit Referee Chris Foy
Rot? Kein Handspiel? Kolarov, de Jong, Zabaleta - alle Citizens haderten mit Referee Chris Foy.
© picture alliance

Für Scholes und United also ein Wechselbad der Emotionen an diesem verregneten Nachmittag - aber mit Happy-End. Mit Betonung auf "happy"! Denn obwohl Jones eine halbhohe Kolarov-Hereingabe im Flug mit dem Arm abwehrte, gab es keinen Elfmeter (83.). Die letzte Chance aufs Wiederholungsspiel vergab Kolarov, der aus fast identischer Position wie beim 1:3 per Freistoß am ansonsten ziemlich wackeligen Lindegaard scheiterte (90.+3).

Der nächste Rivale! United muss in Runde vier nach Liverpool

United hat also weiter ein Torwartproblem, mit dem Derby-Sieg beim Titelverteidiger aber reichlich Selbstvertrauen vor allem für den Titelkampf in der Liga (drei Zähler Rückstand auf Spitzenreiter City) getankt - und den FA-Cup-Triumph weiter im Blick: Zwar ist United Rekordchampion im ältesten Pokalwettbewerb der Welt, letztmals klappte es jedoch 2004. Und auch die nächste Hürde ist hoch: Die Auslosung am frühen Abend ergab ein Gastspiel bei Erzrivale Liverpool!

Chelsea glänzt nicht, gewinnt aber 4:0

Mit dem FC Chelsea nahm ein weiteres englisches Schwergewicht die erste Hürde im diesjährigen Wettbewerb: Mit 4:0 fertigten uninspirierte Blues Zweitligist Portsmouth daheim ab - ein echter Arbeitssieg, der erst spät noch standesgemäß ausfiel. Ohne Afrika-Cup-Fahrer Drogba durfte Torres von Beginn an ran, setzte aber kaum Akzente. Das Fürungstor kurz nach der Pause erzielte Juan Mata nach Vorarbeit von Malouda, die weiteren Treffer fielen in den letzten Minuten: Ramires (85., 87.) zeigte ungewohnte Torjägerqualitäten, Lampards Flachschuss setzte in der Nachspielzeit den schmeichelhaften Schlusspunkt. Nächster Gegner ist der Gewinner des Wiederholungsspiels zwischen den Milton Keynes Dons und den Queens Park Rangers.

 
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weitere Infos zu Henry

Vorname:Thierry
Nachname:Henry
Nation: Frankreich
Verein:New York Red Bulls
Geboren am:17.08.1977


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