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11.12.2011, 23:20

Katalanen siegen in Madrid und machen die Liga spannend

Benzemas Blitztor, danach nur noch Barça!

Vor der Abreise zur FIFA-Klub-WM nach Japan hatte der FC Barcelona noch etwas zu erledigen: Im Clasico stahlen die Katalanen drei Punkte beim Erzrivalen Real Madrid und übernahmen (bei einem Spiel mehr) die Tabellenführung. Benzemas Blitztor nach 22 Sekunden schockte die Blaugrana nur kurz, am Ende stand es 3:1. Das Gesetz der Serie spricht nun für Barcelona - seit 2005 wurde der Clasico-Hinspielsieger immer Meister in der Primera División.

Punktediebe in der Hauptstadt: Der FC Barcelona siegt abermals gegen Real und macht die Liga wieder spannend.
Punktediebe in der Hauptstadt: Der FC Barcelona siegt abermals gegen Real und macht die Liga wieder spannend.
© Getty ImagesZoomansicht

Es ging definitiv um mehr als drei Punkte, als am Samstag um 22 Uhr im Bernabeustadion der Anpfiff ertönte. Real gegen Barça, Hauptstadt gegen Katalonien, Prestige, Tabellenführung und und und. Allein die Tatsache, dass beide Klubs die drei verbliebenen Kandidaten ins Rennen um den Ballon d'Or schicken (Cristiano Ronaldo für die Hausherren, Lionel Messi und Xavi für die Blaugrana), spricht Bände.

Mit Özil, ohne Khedira, Kaka und Villa

Real ging mit einem Drei-Punkte-Vorsprung bei einem Spiel weniger ins Duell der Giganten, hatte zudem alle sechs Heimspiele in beeindruckender Manier gewonnen. Trainer José Mourinho ließ im bewährten 4-2-3-1 spielen, wobei er Özil den Vorzug vor Kaka gab, Khedira saß auf der Bank. Die Katalanen liefen im 4-3-3 auf.

Der Paukenschlag

Das Formbarometer verbunden mit der Favoritenrolle Reals wirkte sich auf den Beginn des Spiels eklatant aus: Anstoß hatte Barça, das den Ball zunächst scheinbar sicher durch die eigenen Reihen wandern ließ. Doch dann fabrizierte Keeper Valdes einen katastrophalen Fehlpass zentral vors Tor auf di Maria. Dessen Pass wurde noch geblockt, doch Özil konnte direkt schießen. Der abgefälschte Ball landete beim lauernden Benzema - 1:0 nach 22 Sekunden!

Wie würde Barcelona reagieren? Nach ein paar Minuten der Neuordnung startete Leo Messi sein erstes Solo. Der "Floh", der im Camp Nou Tor um Tor sammelt (16) und auswärts nur einmal traf, scheiterte bei seinem Lieblingsduell an Iker Casillas. Den hatte Messi in 15 Spielen bislang 13-Mal überwunden, sieben Mal in Madrid ...

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Der Ausgleich

Danach bewegten sich die Rivalen auf Augenhöhe. Cristiano Ronaldo ließ eine hervorragende Schussgelegenheit beinahe fahrlässig verstreichen (25.), kurz darauf bestrafte Alexis Sanchez die Nachlässigkeit. Messi hatte den chilenischen Neuerwerb aus Udine auf die Reise geschickt - und der traf aus 17 Metern flach mit rechts ins linke Eck (30.). Bis zur Pause prägten giftige Zweikämpfe das Geschehen, Schiedsrichter Borbalan zog dreimal die Gelbe Karte. Messi holte sich die Verwarnung wegen Reklamierens ab und wurde fortan bei jedem noch so kleinen Foul vom Hauptstadt-Publikum lautstark ausgepfiffen.

Das ewige Duell: Real Madrid und der FC Barcelona
El Clásico in Bildern
Mourinho und Guardiola
Unterkühlter Handschlag

Der 251. Clásico in Barcelona stand für die Katalanen unter dem Motto: nur ein Sieg zählt! Vor der Begegnung sahen sich auch José Mourinho und Pep Guardiola wieder. Der obligatorische Handschlag ging ohne gegenseitige Sympathiebekundungen vonstatten.
© getty images

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Die Pechvögel

Die Hälfte zwei brachte zügig die Entscheidung in diesem Clasico. Und hatte zwei Pechvögel parat. Zunächst vergab Ronaldo zwei Freistoßchancen, dann fälschte Marcelo einen Xavi-Fernschuss zum 1:2 unhaltbar ab (54.)! Und Ronaldo konnte dem Spiel keine Wende mehr geben, obwohl er es hätte müssen. Sein Kopfball in der 65. Minute aus wenigen Metern hätte sitzen müssen. Im Gegenzug bestrafte Barça den Rivalen eiskalt. Messi nach rechts auf Dani Alves, dessen Flanke Fabregas vor Coentrao zum 3:1 einköpfte (66.). Das Spiel war durch, daran konnten auch Joker Higuain an seinem 24. Geburtstag und Diarra-Ersatz Khedira nichts mehr ändern.

Am Ende zeigte Barcelona sein berühmt-berüchtigtes Kurzpass-Spiel und fuhr den Sieg sicher nach Hause.

Seit 2005 wurde der FC Barcelona fünfmal Meister, Real nur zweimal. Nach dem Spiel am Samstagabend ist der Ausgang der Meisterschaft 2011/12 wieder völlig offen. Und die Guardiola-Elf kann guter Dinge nach Asien abreisen.

Im Schatten des Spitzenspiels

Bis zum bitteren Ende: Real Betis mit Santos und Valencia mit Ruiz beharkten sich bis in die Nachspielzeit.
Bis zum bitteren Ende: Real Betis mit Santos und Valencia mit Ruiz beharkten sich bis in die Nachspielzeit.
© picture-allianceZoomansicht

An einen Überraschungsmeister glaubt in Spanien im übrigen so gut wie keiner - obwohl der FC Valencia so gut in die Saison gestartet war. Die Elf von Trainer Unai Emery, die sieben Zähler Rückstand auf Real hat, war Teil des samstäglichen Vorabendprogramms in "La Liga". Als Gast bei Real Betis wollten die Ostspanier die Krise der Andalusier verschärfen und an den beiden Giganten dranbleiben. Denkste! Zwar führte der Favorit bis zur Nachspielzeit durch Dorados Eigentor schmeichelhaft mit 1:0, doch dann kam die Nachspielzeit. Und im vierminütigen Nachschlag ließ Ruben Castro die Herzen der leidgeprüften Grün-Weißen mit einem Doppelpack höherschlagen - 2:1 für Real Betis, das im Keller Luft holen darf (was insbesondere auch für Coach Pepe Mel gelten dürfte).

Eröffnet worden war die Runde mit einem weiteren Valencia-Sevilla-Vergleich: Levante bezwang den FC Sevilla im Verfolgerduell Vierter gegen Fünfter durch ein Nano-Tor mit 1:0. Der stürmende Abwehrspieler, der nach einer Ecke die Unstimmigkeiten in der Gästeabwehr auf der Torlinie bestrafte, jubelte enthusiastisch - Nano hat schließlich auch mehrere Jahre für Sevillas Erzrivalen Betis gespielt.

Kellerpartys: Gijon entführt die Punkte bei Vallecano

Am Sonntagmittag stand der Abstiegskampf im Mittelpunkt. Gijon entführte alle drei Punkte bei Vallecano, das sich mit einem Heimsieg ein Stück weit hätte befreien können. Doch Barral und zweimal Nacho Novo schockten Vallecano, das nur noch zum Anschlusstreffer von Michu in der Nachspielzeit kam. Gijon ist nun bis auf einen Punkt ran an Vallecano.

Am Nachmittag ging's mit Abstiegskampf weiter. Real Sociedad schien nach dem jüngsten 3:2-Coup gegen Malaga auch bei Villarreal auf dem besten Wege zum Dreier, nachdem Aranburu die Basken in Führung brachte. Doch nach dem Platzverweis für Elustondo (Gelb-Rot) nutzte Villarreal die numerische Überlegenheit noch zum 1:1 durch Joselu.

Getafe kam zeitgleich zu einem wichtigen 1:0-Erfolg gegen Granada. Zum viel umjubelten Matchwinner avancierte Casquero mit seinem Treffer in der 78. Minute.

Mallorca siegt in Saragossa

Mallorca hielt sich beim Tabellenschlusslicht Saragossa schadlos und feierte einen 1:0-Erfolg. Victor hatte die Balearen noch vor dem Seitenwechsel in Front gebracht (39.). Wie wichtig der Erfolg war, zeigt die Tatsache, dass der Abstand als nunmehr Tabellen-10. nur drei Punkte zu den Abstiegsrängen beträgt. Saragossa ist fünf Punkte weit vom rettenden Ufer entfernt.

Osasuna holt glücklichen Punkt in Malaga

Lediglich die Kontrahenten Malaga und Osasuna müssen sich aktuell keine Sorgen machen, die Hausherren hatten aber nach dem Schlussphasenschock in San Sebastian (2:3 durch Doppelpack kurz vor Abpfiff) einiges gutzumachen. Osasunas Führung durch Ibrahima (33.) war aber zunächst ein Schock für die Elf um Martin Demichelis. Malaga steckte jedoch keineswegs auf, war klar spielbestimmend, fand aber kaum einmal ein Mittel gegen die tief stehenden Gäste. Auch nach der Pause blieb die Pellegrini-Elf am Drücker, schnürte Osasuna hinten ein. "Joker" Juanmi" war es vorbehalten, sieben Minuten nach seiner Einwechslung für den viel umjubelten Ausgleich zu sorgen (70.). Und Malaga drängte mit Vehemenz auf den Siegtreffer, Osasuna kam lange Zeit kaum mehr zum Luftholen, geschweige denn aus der eigenen Hälfte. Mit Glück, Geschick und Torhüter Andres Fernandez aber entführten die Gäste einen glücklichen Punkt.

Im Abendspiel hieß es dann nochmals Barcelona gegen Madrid: Espanyol und Atletico mögen die Massen freilich nicht in dem Maß wie ihre großen Stadtrivalen elektrisieren, für Spektakel war allerdings auch hier gesorgt. Schon nach acht Minuten lag Espanyol durch einen Doppelschlag von Verdu in Führung, Romaric (19.) machte bereits vorzeitig alles klar. Atleticos Goalgetter Falcao (32.) ließ die Madrilenen zwar noch einmal Hoffnung schöpfen, doch Sergio Garcia (54.) stellte den alten Abstand wieder her. Arda Turans Treffer zum 2:4-Endstand (83.) war aus Sicht von Atletico nur noch Ergebniskosmetik.

11.12.11
 
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Liga BBVA - Tabelle

Pl. VereinTorePkte.
1FC Barcelona50:837
 
2Real Madrid50:1337
 
3FC Valencia24:1630
 
4UD Levante24:1729
 
5FC Sevilla16:1124
 
6FC Malaga20:2024
 
7CA Osasuna19:2722
 
8Espanyol Barcelona15:1920
 
9Athletic Bilbao21:1819
 
10Atletico Madrid23:2519
 
11RCD Mallorca14:2018
 
12Real Sociedad San Sebastian16:2316
 
13FC Getafe15:2216
 
 Real Betis Sevilla15:2216
 
15FC Granada8:1516
 
16Rayo Vallecano17:2516
 
17FC Villarreal12:2115
 
18Sporting Gijon15:2515
 
19Racing Santander11:2113
 
20Real Saragossa12:2910
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