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23.10.2011, 23:49

Ronaldo schießt Malaga ab - Javi Varas treibt Barça in den Wahnsinn

Levante steckt Real und Barca in die Tasche

Führungswechsel in der "Primera". Real Madrid wies Malaga beim 4:0-Erfolg klar in die Schranken, ist aber trotzdem nicht Spitzenreiter, weil Levante zur Überraschung aller ganz oben steht. Der FC Barcelona kam gegen den ebenfalls noch ungeschlagenen FC Sevilla nämlich nicht über ein 0:0 hinaus - in erster Linie, weil dessen Schlussmann zu ganz großer Form auflief. Leverkusens Europapokalgegner Valencia kam gegen Bilbao nicht über ein Remis hinaus.

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Vallecanos Trendwende, Betis im Sturzflug

Am Sonntagmittag eröffneten zwei Liganeulinge das Geschehen: Real Betis gegen Rayo Vallecano. Beide durften mit dem Start hochzufrieden sein. Die Grün-Weißen zogen jedoch nach vier Startsiegen dreimal in Folge den Kürzeren und wollten gegen die Hauptstädter die Trendwende schaffen. Vallecano blieb anfangs dreimal ungeschlagen und wartete seit vier Spielen auf einen Dreier. Das Pendel schlug zu Gunsten der Gäste aus, die nach späten Toren von Bangoura (80.) und Koke (88., Elfmeter) als 2:0-Sieger heimfuhren. Real Sociedad und der FC Getafe trennten sich mit einem torlosen Remis, das niemanden so recht hilft, um sich nach hinten etwas Luft zu verschaffen. Sehenswerter Höhepunkt in der ersten Hälfte war ein Fallrückzieher von Sociedads Agirretxe, der sein Ziel jedoch knapp verfehlte. In der Nachspielzeit hatte schließlich Pedro Leon den Dreier für Getafe auf dem Schlappen, traf mit seinem schönen Schuss aus gut 20 Metern aber nur den Querbalken.

Falcao trifft wieder, Atletico gewinnt trotzdem nicht

Falcao (Atletico Madrid)
Trifft wieder: Atleticos kolumbianischer Knipser Falcao beendete seine Durststrecke.
© Getty Images

Am Abend hieß der Auftrag für Atletico Madrid im Heimspiel gegen Mallorca nach fünf sieglosen Pflichtspielen mal wieder ein Erfolgserlebnis einzufahren. Doch dümmer hätte es nicht losgehen können für die Colchoneros. Bereits in der ersten Minute spielte Silvio den Ball im eigenen Strafraum mit der Hand. Den Elfmeter verwandelte Hemed (2.). In der Folge wurde es einseitig, Atletico hatte deutlich mehr Ballbesitz, wurde aber erst kurz vor der Pause belohnt. Falcao wurde im Strafraum von Ramis geschubst. Den Strafstoß schoss der Kolumbianer halbhoch in die linke Ecke, es war trotz einer zwischenzeitlichen Torflaute bereits sein siebtes Liga-Tor. Auch nach dem Wechsel ging es fast nur in eine Richtung, aber Atletico mühte sich vergeblich. In der Nachspielzeit schlenzte Diego noch einen Freistoß aus 20 Metern über das Tor, so dass es beim Remis blieb. Die Partie zwischen Osasuna und Saragossa war hingegen binnen 15 Minuten entschieden. Raul Garcia (18.), Nino (27.) und Nekounam (30.) nahmen die Gäste in kürzester Zeit auseinander.

Soldado rettet einen Punkt

Nach der 1:2-Pleite in der Champions League in Leverkusen kam Valencia im Duell gegen Athletic Bilbao nicht über ein 1:1 hinaus. Valencia legte los wie die Feuerwehr und hatte in den ersten vier Minuten bereits drei Topchancen. In der Folge entwickelte sich ein offenes Spiel, das trotz größter Chancen bis zur Pause ohne Tore blieb. Llorente traf aus elf Metern nur den Innenpfosten und der Ball hoppelte an der Torlinie entlang. Kurz vor der Pause war es an Jonas, Keeper Iraizoz hatte ihn unglücklich angespielt, aus 13 Metern das leere Tor nicht zu treffen, sondern ans Aluminium zu spielen. Nach einem Abwehrfehler war in dem chancenreichen Spiel endlich Zeit für den ersten Treffer. Muniain nutzte einen Abwehrschnitzer und zog aus 19 Metern unhaltbar ab. Alles sah jetzt nach einem Auswärtssieg für die Basken aus. Als die Zuschauer im Mestalla bereits pfiffen, setzte Banega mit einem Zuckerpass Soldado in Szene, der sein sechstes Saisontor erzielte. In der hektischen Schlussphase fiel kein Tor mehr, so dass es bei der Punkteteilung blieb.

Juanlu schießt Levante an die Spitze

Die Party geht weiter: Levante schießt Villarreal ab und feiert Platz 1.
Die Party geht weiter: Levante schießt Villarreal ab und feiert Platz 1.
© picture allianceZoomansicht

Das andere Team aus Valencia ist weiterhin die Überraschung schlechthin in La Liga. Auch nach der achten Partie bleibt das Team ohne Niederlage und klettert zum Lohn auf Platz 1 - vor Pokalsieger Real Madrid und Meister FC Barcelona. Zunächst sah es bei Villarreal, Bayerns Gegner in der Champions League, danach aus, als könnten die Hausherren hier den Ton angeben. Rossi gab einen ersten Warnschuss ab, scheiterte aber am Keeper (14.). Ansonsten kam das Gelbe U-Boot allerdings zu selten zum Abschluss. Levante, mit dem Selbstbewusstsein eines tollen Saisonstarts ausgestattet, machte aus der ersten Chance gleich ein Tor. Juanlu nahm eine Flanke von Valdo per Volleyabnahme und hämmerte das Leder unhaltbar in die Ecke (16.). Beim 2:0 passte Koné scharf vors Tor und wieder war Juanlu zur Stelle (43.).

Tabellenplatz eins im Visier ließ das Team von Trainer Juan Ignacio Martinez auch nach dem Wechsel nicht locker. Als sich Gonzalo Rodriguez von Koné ausspielen ließ und der zum 3:0 einschob, stand fest, dass Levante die Sensation perfekt macht und sich die Tabellenführung vor den Abonnenten aus Madrid und Barcelona schnappt. Die Tabelle wird man sich wohl einrahmen, steht man in der 102-jährigen Klubgeschichte doch erstmals auf der Pole Position.

Cristiano Ronaldo schießt Malaga ab

Ronaldo feiert mit den Kollegen eines seiner drei Tore.
Ronaldo feiert mit den Kollegen eines seiner drei Tore.
© Getty ImagesZoomansicht

"Wir dürfen keine Angst haben", hatte der frühere Münchner Demichelis vor Malagas Duell mit Real Madrid als Devise ausgegeben. Auf dem Platz verhallten seine Worte weitgehend ungehört. Die "Königlichen", bei den Özil zunächst nur auf der Bank saß, hatten gegen überaus zurückhaltend agierende Gastgeber von Beginn an alles im Griff. Ein schönes Zuspiel von di Maria veredelte Higuain zur Führung (17.). Dann begann die große Show des Cristiano Ronaldo. Der Portugiese hatte seit Ende September nicht mehr getroffen und wohl deshalb zuletzt etwas mürrisch gewirkt.

In Malaga konnte "CR7" nun sein strahlendstes Lächeln aufsetzen: Erst gelang schob er nach di Marias Hereingabe an den Fünfmeterraum aus der Luft ein (24.), dann ließ er die Gegenspieler mit zwei einfachen Körpertäuschungen aussehen wie Fahnenstangen und setzte einen Flachschuss von der Strafraumgrenze ins linke untere Eck (28.). Zehn Minuten später war der Hattrick perfekt: Wieder trat di Maria als Vorbereiter in Szene, diesmal vollendete Ronaldo in akrobatischer Manier.

4:0, zur Pause war die Messe bereits gelesen. Nach dem Wechsel schaltete die Mourinho-Elf, Özil kam nach 62. Minuten für Kaka, dann mehrere Gänge zurück und ließ es mitunter etwas zu locker angehen. Die Folge: Malaga war jetzt besser im Spiel und hätte mindestens einen Treffer verdient gehabt. Zweimal scheiterten die Gastgeber jedoch am Aluminium. So zeigte Real Madrid dem neureichen Emporkömmling, der zuletzt schon bei UD Levante ein bitteres 0:3 kassiert hatte, deutlich die Grenzen auf und liegt nun nicht nur sechs Punkte vor Malaga, sondern auch vor Barcelona auf dem zweiten Platz.

Wahnsinn im Camp Nou! Javi Varas hält in der Nachspielzeit Messis Elfmeter

Denn Meister Barça konnte im Anschluss nicht nachlegen und musste sich gegen die "Maurermeister" des FC Sevilla (vier Gegentore in nunmehr acht Spielen) im Camp Nou mit einem 0:0 begnügen. Bei den letzten drei Ligaauftritten hatte Sevilla bei Barça mächtig Prügel bezogen (0:5, 0:4, 0:4), diesmal machten sie den Katalanen das Leben mit ihrem dicht gestaffelten Abwehrbollwerk jedoch schwer und verbarrikadierten sich in der eigenen Hälfte.

In den Wahnsinn trieb den Champions-League-Sieger allerdings nur ein Mann: Gästetorhüter Javi Varas! Ihm alleine hatte es Sevilla zu verdanken, überhaupt mit einem 0:0 in die Pause zu gehen. Unter anderem parierte Varas gegen Iniesta (10.), Villa (40.) und Messi (45.), auch nach dem Wechsel, als Barça nochmal eine Schippe drauflegte, war der Torhüter bei den Gästen der Turm in der Schlacht.

Javi Varas gegen Dani Alves
Turm in der Schlacht: Sevilla-Torhüter Javi Varas brechte den FC Barcelona zur Verzweiflung.
© imago

In der Nachspielzeit schien das Pendel dann aber doch zugunsten des Favoriten auszuschlagen: Iniesta wurde nach feinem Solo im Strafraum gelegt - Elfmeter! Nun wurde es turbulent. Kanouté stupste den Ball, den Messi sich bereits zurechtgelegt hatte, weg und sah Gelb. Fabregas geigte dem Malier die Meinung und lag danach am Boden. Die Folge: Rudelbildung und Rot für Kanouté. Damit war der Wahnsinn aber noch nicht zu Ende: Messi trat an und scheiterte an Javi Varas, der damit endgültig zum Helden des Abends wurde. Danach sah auch noch Navarro Gelb-Rot, doch auch zu neunt durfte sich Sevilla danach über den Punktgewinn freuen. Beide Teams bleiben ungeschlagen, Barça verliert jedoch die Tabellenführung an den Erzrivalen aus Madrid.

Espanyol kann's plötzlich auswärts

Am Abend galt es erst einmal überwiegend für die Kellerteams, Punkte zu sammeln. Espanyol fuhr einen 1:0-Auswärtserfolg bei Racing Santander ein, bereits den zweiten in Folge. Zuvor hatten die Katalanen übrigens im Januar 2011 ein Ligaspiel auf fremdem Platz gewonnen. Die nach wie vor sieglosen Kantabrier rutschten dadurch auf den letzten Platz ab, da sich das bisherige Schlusslicht Gijon mit 2:0 gegen Granada durchsetzte.

23.10.11
 
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