Matthäus sagte, er hätte die Schmähungen "nicht gehört, aber es ist furchtbar, wenn solche Dinge passieren". Vor allem Ashley Young von Manchester United war immer wieder mit Affenlauten verunglimpft worden. "Ich möchte mich im Namen des Verbandes entschuldigen", so Matthäus.
Der englische Verband FA meldete die Vorkommnisse sofort der Europäischen Fußball-Union (UEFA). "Als Spieler konnten wir es auf dem Feld hören", berichtete Matchwinner Rooney, der mit seinen beiden Toren (21. und 45.) Matthäus' letzte Hoffnungen auf ein EM-Ticket begraben hatte. "Es geht so schon seit Jahren. Es wird Zeit, dass es endet. Hoffentlich wird jetzt etwas dafür getan", sagte der Stürmerstar. Die erneuten rassistischen Ausfälle bulgarischer Fans dürften Konsequenzen haben.
Der unverhohlene Rassismus vor allem gegen Young, aber auch gegen Chris Smalling, Ashley Cole und Theo Walcott war für Matthäus nicht das einzige Ärgernis an einem unerfreulichen Abend im Wasil-Lewski-Stadion. "Wir haben sehr hart trainiert, aber leider haben wir im Spiel alles wieder vergessen", urteilte der 50-Jährige nach der Lehrstunde durch Rooney und Co.
Wie weit Matthäus, der an vier EM- und fünf WM-Endrunden teilnahm, als Trainer von seinem ersten großen Turnier entfernt ist, wurde überdeutlich. "In allen Bereichen war das englische Team eine Klasse besser", konstatierte Matthäus.
Abwehrspieler Gary Cahill hatte schon vor Rooneys Doppelpack mit seinem ersten Länderspieltor (13.) alle Pläne von Matthäus über den Haufen geworfen. "Wir haben es dem Gegner sehr einfach gemacht", sagte der Weltmeister von 1990, "wir haben Geschenke verteilt."
Vor dem vorletzten Qualifikationsspiel am Dienstag in Basel gegen die Schweiz ist das Thema EM bereits abgehakt. Sechs Punkte und neun Tore trennen die Bulgaren zwei Runden vom Tabellenzweiten Montenegro. England ist längst enteilt.
So bleibt für Matthäus nur die vage Hoffnung, dass die WM-Qualifikation ab Herbst 2012 erfolgreicher verläuft. Es sei sein Traum, "mit Bulgarien zur WM nach Brasilien zu fahren", sagte er vor dem England-Spiel. Bulgarien bekommt es in der Qualifikation aber mit Italien, Dänemark und Tschechien zu tun . . .