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01.06.2011, 09:19

Sponsoren besorgt - Zwanziger fordert Aufklärung

Blatter: "Unsere FIFA-Pyramide wankt"

Am Dienstag begann in Zürich der 61. FIFA-Kongress. Die Veranstaltung steht im Schatten der Korruptionsaffäre: Eine vom englischen und schottischen Verband geforderte Verschiebung der Wahl wurde aber abgeschmettert. Präsident Sepp Blatter bekam bei seiner Eröffnungsrede nur verhaltenen Beifall. Die asiatischen Verbände werden aller Voraussicht nach an der Wahl am Mittwoch teilnehmen. Besorgt um das Image der FIFA zeigen sich aber die Sponsoren. DFB-Chef Theo Zwanziger forderte am Morgen im ZDF eine totale Aufklärung und bessere Strukturen.

Sepp Blatter
Sepp Blatter auf dem FIFA-Kongress in Zürich.
© picture allianceZoomansicht

"Unsere FIFA-Pyramide schwankt, es ist Gefahr im Anzug. Ich werde morgen Gelegenheit haben, darüber zu sprechen. Heute wollen wir eine festliche Atmosphäre haben", sagte der 75 Jahre alte Schweizer am Dienstag im Hallenstadion von Zürich, als er den skandalumtosten 61. Kongress des Fußball-Weltverbandes offiziell eröffnete.

"Wir hatten ähnliche Probleme zu überstehen", sagte IOC-Präsident Jacques Rogge in seinem Grußwort. "Ich bin sicher, dass die FIFA gestärkt aus dieser Situation hervorgehen wird."

Nur wenige Stunden vor der Eröffnung sprach sich der englische Verband für eine Verschiebung der Wahl aus. FA-Präsident David Bernstein bat in einem Statement auf der Verbandsseite weitere nationale Verbände, die FA zu unterstützen. Zum einen möchten die Engländer die Wahl verschieben und "diesem Prozess Glaubwürdigkeit zu verleihen, so dass ein reformorientierter Kandidat die Gelegenheit erhält, als Präsident zu kandidieren". Außerdem will der Verband die Einrichtung eines externen FIFA-Kontrollorgans, wie es auch schon DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger gefordert hatte.

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Bernstein sprach von einer "sehr schädlichen Zeit für den Ruf der FIFA und somit für den ganzen Fußball". Um das Vertrauen in die Regierungsspitze zu stärken, seien die vorgeschlagenen Maßnahmen "ein positiver Schritt und das Mindeste, das geschehen sollte".

Die FA hatte schon vor zwei Wochen angekündigt, sich bei der FIFA-Wahl zu enthalten. England war bei der WM-Vergabe 2018 leer ausgegangen. Nach der deutlichen Niederlage gegen Russland waren bereits aus dem Mutterland des Fußballs Bestechungsvorwürfe an die FIFA gerichtet worden. Zahlreiche Enthüllungen im aktuellen Skandal des Weltverbandes stammen von britischen Medien.

Auch der schottische Verband hatte sich den Forderungen Englands angeschlossen: Stewart Regan, FA-Präsident Schottlands, sagte in einer offiziellen Mitteilung, "insbesondere die Geschehnisse der letzten zwei Tage" machten eine Wahl "unmöglich".

Allerdings wurde der Vorstoß aus Großbritannien abgeschmettert. Die Wahl wird nicht verschoben, der krisenerprobte Blatter wird sich am Mittwoch zum vierten Mal als Präsident wählen lassen. Ob per Akklamation oder geheimer Abstimmung ist allerdings noch nicht sicher.

Einer seiner Vize-Präsidenten sprach sich gegen eine Verlegung aus. "Warum sollte man verschieben? Das ist ein Antrag derjenigen, die keine Funktionäre haben", sagte Julio Grondona, der Chef des argentinischen Fußball-Verbandes AFA, am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Der Blatter-Intimus ist überzeugt, dass der Schweizer die Skandale überstehen und sein Amt behalten wird. "Man tritt nicht zurück, wenn man die Sache gut macht", meinte Grondona.

Asien-Delegierte nehmen teil

Die Ankündigung des Rückzugs von asiatischen Delegierten aus dem Ort Zürich beasätigten sich bisher nicht. Ein Mitglied der Asiatischen Fußball-Konföderation (AFC) hatte zuvor berichtet, dass "neun oder zehn" der 46 Verbände ihre Vertreter abgezogen haben sollen.

Als Grund gab er eine "tiefe Empörung über das FIFA-Ethik-Komitee" an. Dieses habe seine Kompetenzen "eindeutig überschritten". Der Katarer Bin Hammam wollte bei der Präsidentschaftswahl am Mittwoch eigentlich gegen den Schweizer Amtsinhaber Blatter antreten, zog seine Kandidatur aber zurück, nachdem bekannt geworden war, dass das Ethik-Komitee der FIFA wegen Korruptionsvorwürfen gegen ihn ermittelt.

Das Komitee suspendierte Bin Hammam und CONCACAF-Chef Jack Warner, sprach aber den gleichfalls beschuldigten Blatter frei. Auf dem Kongress ist der Schweizer nun einziger Kandidat für eine Wiederwahl. Am Abend hieß es plötzlich, dass Bin Hammam die AFC-Delegierten persönlich von einem Boykott der Wahlen abgehalten haben soll.

Zwanziger: "Krebsgeschwür der Korruption" besiegen

DFB-Präsident Zwanziger stellt sich als Nachfolger von Franz Beckenbauer für einen Platz im Exekutivkomitee zur Wahl. Zwanziger reiste am Dienstag nach Zürich zum FIFA-Kongress - mit einem flauen Gefühl im Magen. Denn auch der DFB-Präsident sieht den Ruf des Weltverbandes wegen der anhaltenden Affäre beschädigt. Deshalb fordert Zwanziger mehr Transparenz und die dauerhafte Installation einer externen Untersuchungskommission.

Am Mittwochmorgen sagte er im ZDF-Morgenmagazin: "Was in den letzten Wochen passiert ist, ist ein Skandal, den wir uns so nicht vorstellen konnten." Der Weltfußball brauche "andere Strukturen, bessere Strukturen". Der Skandal müsse nun "aufgelöst" werden, um das "Krebsgeschwür der Korruption" zu besiegen. Sünder und Täter müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Zwanziger sprach sich kurz vor der Präsidentenwahl ferner für eine geheime Abstimmung aus. Blatter wäre angesichts der Vorwürfe gut beraten, "wenn das Ganze in einer geheimen Abstimmung geschieht".

Sponsoren besorgt über Negativschlagzeilen

Kritik am Erscheinungsbild der FIFA kam auch von Sponsorenseite: Ein Sprecher des amerikanischen Getränkeherstellers Coca-Cola nannte das Führungschaos "beunruhigend und schlecht für den Sport". Der Konzern wolle der FIFA aber weiter die Treue halten.

Sportartikel-Hersteller adidas aus Herzogenaurach verurteilte die jüngsten Entwicklungen: "Der negative Tenor der öffentlichen Debatte um die FIFA ist weder gut für das Image des Fußballs noch der FIFA und seiner Partner", sagte Firmensprecher Jan Runau am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Auch adidas wolle jedoch die "langjährige und erfolgreiche Partnerschaft" fortsetzen.

Auch die Fluggesellschaft Emirates zeigte sich "enttäuscht über die Vorfälle, die um die Führung des Sports kreisen", wie Firmensprecher Boutros Boutros am Dienstag in einer Pressemitteilung erklärte.

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