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30.03.2011, 19:14

Österreich: Galgenfrist für Constantini

Virus oder heiße Luft? Arnautovic sorgt wieder für Wirbel

Es war ein Horror-Doppelspieltag für die österreichische Nationalmannschaft, die auf dem Weg Richtung EURO 2012 durch Niederlagen gegen Belgien und in der Türkei plötzlich weit entfernt ist von einer Teilnahme an den Kontinentalmeisterschaften in Polen und der Ukraine. Im Mittelpunkt des österreichischen Medieninteresses stand nach dem 0:2 in Istanbul insbesondere Teamchef Didi Constantini, aber auch der umstrittene Bremer Marko Arnautovic.

Marko Arnautovic, Didi Constantini (re.)
Geschwächt oder angefressen? ÖFB-Enfant-Terrible Marko Arnautovic, im Hintergrund Teamchef Didi Constantini.
© imagoZoomansicht

Dessen Verhalten in den vergangenen Tagen warf Fragen auf. Es hieß, er habe sich am Abend vor dem Türkei-Spiel krank abgemeldet, nachdem er erfahren habe, nicht in der Startelf zu stehen. Obwohl er zwischenzeitlich nicht zum Aufgebot zählte, saß er dann bei Spielbeginn doch auf der Bank und kam in den finalen 20 Minuten zum Einsatz. "Was für ein ArnautoWITZ!", titelte "oe24.at".

Die schwache Vorstellung des hochveranlagten Spielers gegen Belgien (0:2) habe Trainer Constantini veranlasst, Arnautovic aus der Istanbuler Startelf zu nehmen. Doch nicht nur die Leistung könnte da mitgespielt haben, ein Tritt des Spielers in die Werbebande und ein Verbalduell mit Constantini kommen hinzu. Der gab zu, sich mit Arnautovic "schwer zu tun".

Allerdings wollte der Coach die Sache dann doch nicht zum Skandal aufbauschen. Constantini sagte am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien über den dribbelstarken Werderaner: "Er war geschwächt, konnte nicht über die volle Distanz spielen." Also keine Wunderheilung. Aber wiederum auch keine Wunderdinge auf dem Platz. Wieder einmal.

Das Constantini-Konzept? Lange Bälle auf den Langen

Das galt für die ganze Mannschaft, die reichlich hilf- und konzeptlos wirkte. Lange Bälle auf den langen Duisburger Maierhofer, mehr war kaum zu sehen. "Wo ist der Plan?", fragte "Der Standard" (Mittwoch-Ausgabe). Constantini steht nach den beiden Schlappen in der Kritik, bekommt aber noch Rückendeckung vom Verband. Zumindest bis zum nächsten Quali-Spiel gegen Deutschland am 3. Juni: ÖFB-Präsident Leo Windtner sprach sich "gegen Schnellschüsse" aus, kündigte jedoch Gespräche "im Direktorium" an.

Weil Fehler fast immer passieren, muss man ein Konzept für den Sieg, für das Aufholen zum Remis oder wenigstens zum Erzielen eines Tores parat haben. Als Konstante in der Ära Constantini fehlt dieses Konzept.
Der Standard (Österreich)

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Arnautovic und Maierhofer bescheinigten ihrem Coach derweil, einen "guten Job" zu machen. Der Verband befinde sich auf dem "absolut richtigen Weg". Und Constantini selbst? Gibt sich gelassen. "Es ist nicht notwendig, dass der Präsident bedingungslos hinter mir steht. Wenn ich weitermachen soll, dann mache ich weiter", sagte Constantini.

Die Aufbruchstimmung in der Alpenrepublik ist einmal mehr binnen weniger Tage in Ernüchterung umgeschlagen. Ob Constantini das Ruder noch einmal herumreißen kann? Die Bilanz des Nachfolgers von Karel Brückner spricht nicht unbedingt dafür: Unter Constantini reichte es lediglich zu sieben Siegen, zwei Unentschieden und neun Niederlagen.

UEFA ermittelt gegen Türkei

Unterdessen hat die UEFA angekündigt, die Vorfälle beim Spiel der Österreicher Dienstagabend in Istanbul zu untersuchen. Torhüter Jürgen Macho, der von 2005 bis 2007 beim 1. FC Kaiserslautern unter Vertrag stand, war von den türkischen Fans mit Gegenständen beworfen worden. Ein UEFA-Sprecher erklärte, dass man nach den Untersuchungen entscheiden werde, ob man ein Disziplinarverfahren eröffne.

Fotostrecke
EM-Quali, 6. Spieltag
Arda Turan jubelt
Treffsicher

Erzielte das 1:0 für die Türkei im Verfolgerduell der Gruppe A gegen Österreich: Arda Turan jubelt im strömenden Istanbuler Regen.
© picture-alliance

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30.03.11
 
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weitere Infos zu Arnautovic

Vorname:Marko
Nachname:Arnautovic
Nation: Österreich
Verein:Werder Bremen
Geboren am:19.04.1989

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