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06.10.2010, 17:22

England: Hicks und Gillett wehren sich

Red-Sox-Besitzer kaufen den FC Liverpool

Überraschung an der Merseyside: Der FC Liverpool hat nach zahlreichen Versuchen praktisch im letzten Moment doch noch einen Käufer gefunden. Das Angebot des US-Unternehmens New England Sports Ventures (NESV), das auch im Besitz des US-Baseball-Klubs Boston Red Sox ist, wurde akzeptiert, teilte der englische Rekordmeister am Mittwochmorgen mit. Das unbeliebte bisherige Besitzer-Duo tat bis zuletzt alles, um an der Macht zu bleiben.

Fans des FC Liverpool
Die Eigentumsfrage scheint geklärt: Auch die Fans des FC Liverpool können aufatmen.
© imago

Der FC Liverpool darf aufatmen - Fans wie Verantwortliche: Das monatelange Hick-Hack um die Eigentumsfrage des Traditionsklubs, die sich in den vergangenen Tagen dramatisch zugespitzt hatte, scheint beendet, die viel kritisierten bisherigen Besitzer George Gillett und Tom Hicks sind wohl Geschichte.

"Ich bin glücklich, dass wir den langen und intensiven Verkaufsprozess erfolgreich abschließen konnten. Der Vorstand hat entschieden, das Angebot von NESV zu akzeptieren. NESV vertritt eine gewisse Gewinnermentalität, das haben sie bei den Boston Red Sox bewiesen", wird der Vorsitzende der Reds, Martin Broughton, auf der Vereinswebsite zitiert.

Allerdings ist der Deal noch nicht ganz in trockenen Tüchern, die Premier League muss dem Verkauf noch zustimmen, leitete aber bereits die notwendigen Formalitäten ein. Und: Hicks und Gillett kämpfen weiter verzweifelt um ihre Macht. Das US-Duo, das in letzter Zeit zahlreiche Protestaktionen der Fans über sich ergehen lassen musste, circa 280 Millionen Euro Schulden angehäuft hat und für die jüngste Misere am Mersey verantwortlich gemacht wird, versuchte bis zuletzt, den Verkauf zu torpedieren. Schon in der Vergangenheit waren vielversprechende Verhandlungen am Veto der beiden Amerikaner gescheitert, die für den Verkauf eine Summe von 600 Millionen Pfund (rund 690 Millionen Euro) ausgerufen hatten.

Ich bin nur enttäuscht, dass die Besitzer alles versucht haben, den Deal zu verhindern.Martin Broughton, Vorsitzender der Reds, über Gillett und Hicks

"Wir haben uns in den vergangenen Wochen in Boston, London und Liverpool getroffen und ich bin ungemein beeindruckt von dem, was sie erreicht haben, und ihrer Vision vom FC Liverpool", sagte Broughton über NESV. "Indem es die Last der Übernahmeschulden nimmt, erlaubt uns das Gebot, uns auf Investitionen in die Mannschaft zu konzentrieren." Gillett und Hicks kamen hingegen ganz schlecht weg: "Ich bin nur enttäuscht, dass die Besitzer alles versucht haben, den Deal zu verhindern und dass wir nun Gerichtsverhandlungen aufnehmen müssen, um den Verkauf abzuschließen."

Gillett und Hicks halten das NESV-Angebot für viel zu niedrig

George Gillett (l.) und Tom Hicks
Klammerten sich bis zuletzt verzweifelt an die Macht: George Gillett (l.) und Tom Hicks.
© picture-alliance

Offenbar hatten Gillett und Hicks in der Nacht noch versucht, Geschäftsführer Christian Purslow und den kaufmännischen Leiter Ian Ayre aus dem Amt zu heben und durch Leute aus den "eigenen Reihen" zu ersetzen. Die Angebote von NESV und eines weiteren Unternehmens aus Asien hätten dem wahren Wert des Vereins nicht ansatzweise entsprochen.

Das NESV-Angebot beträgt laut Vereinsangaben 300 Millionen Pfund (rund 345 Millionen Euro), was ausreichen würde, um den am 15. Oktober fälligen Kredit bei der Royal Bank of Scotland (RBS) zurückzuzahlen. Weil alles danach aussah, dass Hicks und Gillett das Geld nicht auftreiben können und sich trotzdem aufgrund überzogener Forderungen immer wieder gegen den Verkauf sträubten, schien bis zuletzt eine Klubübernahme durch die RBS die wahrscheinlichste Alternative zu sein. Weil die Bank aber selbst zu 84 Prozent in staatlichem Besitz ist, wäre plötzlich jeder Brite Teilhaber des FC Liverpool gewesen. Auch eine spätere Insolvenz konnte nicht ausgeschlossen werden.

Wenn der NESV-Deal nun wie erwartet vollständig über die Bühne geht, dürften auch die sportlichen Verantwortlichen der Reds wieder aufatmen, war die schwelende Besitzer-Frage doch in den vergangenen Wochen wahrscheinlich nicht ganz unschuldig an den katastrophalen Leistungen der Elf von Trainer Roy Hodgson. Aktuell steht Liverpool nach dem schlechtesten Saisonstart seit 1953/54 zum ersten Mal seit 1984 auf einem Abstiegsplatz in der Premier League.

 
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Vereinsdaten

Vereinsname:FC Liverpool
Gründungsdatum:15.03.1892
Vereinsfarben:Rot-Weiß
Anschrift:Liverpool Football Club
Anfield Road
Liverpool L4 0TH
Großbritannien
Telefon: 00 44 - 151 - 2 63 23 61
Telefax: 00 44 - 151 - 2 60 88 13
Internet:http://www.liverpoolfc.com


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