Medien spekulieren mittlerweile über eine Kündigung des Trainers. Die Vorwürfe gegen Queiroz stammen vom Sportministerium, das die Angelegenheit an den FPF weitergeleitet hat. "Die aufgedeckten Fakten zwingen den Verband, ihnen nachzugehen. Wenn sie nicht schwerwiegend wären, gäbe es keine Untersuchung", erklärte Portugals Sportminister Laurentino Dias.
Queiroz hatte am Donnerstag der Regierung vorgeworfen, sie wolle seine Kündigung erzwingen. Notfalls würde er sogar den Weltverband FIFA wegen politischer Einmischung in Belange des Sports einschalten. Der Trainer, der sich bisher im Urlaub in seinem afrikanischen Geburtsland Mozambique aufhält, plant, noch am Wochenende zur Aufklärung der Affäre nach Portugal zu fliegen. Queiroz war erst vor zwei Wochen trotz Kritik im Amt bestätigt worden. Man wolle mit Queiroz aber "Änderungen in der Trainerstruktur" besprechen, lautete es damals.
Das Abschneiden bei der WM in Südafrika sei "unter den Erwartungen" geblieben. Medien sind davon überzeugt, der FPF habe dem Trainer nur wegen der finanziellen Konsequenzen nicht gekündigt. Eine normale Kündigung des noch bis 2012 laufenden Vertrages hätte den Verband fünf Millionen Euro gekostet. Sollte Queiroz aber schwerwiegendes Fehlverhalten nachgewiesen werden, würde er kaum Ansprüche geltend machen können.
Portugal war in Südafrika im Achtelfinale gegen den späteren Weltmeister Spanien nach einer 0:1-Pleite ausgeschieden. Der Trainer zu Hause sowohl von Medien als auch von der Fußball-Szene vor allem wegen seiner allzu defensiven Taktik scharf kritisiert.
Startrainer José Mourinho hatte zudem beklagt, Queiroz habe zu viel Druck auf Cristiano Ronaldo ausgeübt. Auch Ronaldo hatte nach dem WM-Aus Kritik angedeutet. "Wie ich mir das Aus von Portugal erkläre? Sprechen Sie mit Carlos Queiroz", antwortete er auf das Abschneiden der Mannschaft. Einige Medien gehen davon aus, dass die meisten Spieler mit Queiroz nicht klarkommen. Der Coach will allerdings auf jeden Fall weitermachen. "Portugal hat Zukunft", beteuerte er nach der WM.
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