
Die Partie an der Anfield Road begann am Sonntagnachmittag schwungvoll. Lampard (1.) und auf der Gegenseite Mascherano (3.) zogen gefährlich aus der Ferne ab. Dies sollte in der Anfangsphase des Öfteren ein Mittel sein. Auch Anelka (8.) und Aquillani, dessen 25-Meter-Knaller die Latte streichelte (10.), versuchten sich aus der Distanz, weil sich die Kontrahenten im Mittelfeld neutralisierten und die Abwehrspieler ihre Kontrahenten im Strafraum zunächst gut im Griff hatten.
Nach einer Viertelstunde nahm das Tempo etwas ab. Die Reds hatten die bessere Struktur im Spiel, waren optisch überlegen, kreierten aber keine weiteren Chancen. Aquillani zeigte sich klasse eingesetzt von Maxi Rodriguez halblinks im Strafraum zu unentschlossen (29.).
Von den Blues, mit Michael Ballack in der Startelf, kam erstaunlich wenig, bis Gerrard den Gästen auf die Sprünge half: Der Kapitän spielte aus dem Halbfeld unbedrängt einen katastrophalen Rückpass. Drogba roch den Braten, umkurvte Keeper Reina und schoss ein (33.).
Nun war die Ancelotti-Elf obenauf. Lampards Schlenzer strich knapp vorbei (37.), der Ex-Frankfurter Kyrgiakos packte gegen den zögerlichen Anelka gerade noch die Grätsche aus (39.). Und Reds-Mittelfeldmann Lucas stoppte Kalous Solo im Strafraum wohl regelwidrig, doch Referee Alan Wiley stand gut und ließ weiterspielen (45.).
Hellwach kamen die Londoner aus der Kabine und versuchten, nachzulegen. Kalou machte mit Mascherano, was er wollte, Vorbereiter des zweiten Treffers aber war Anelka: Der Franzose flankte nach Pass von Drogba sofort, in der Mitte war Lampard einen Schritt schneller als Benayoun und tunnelte Reina (54.).
Die Reds waren demoralisiert, zudem wurden die Beine der Benitez-Elf nun immer schwerer, was Chelsea die Aufgabe noch leichter machte. Die Gäste waren dem dritten Tor näher als die Hausherren dem Anschlusstreffer, am Ende aber blieb es beim verdienten 2:0-Erfolg von Terry & Co.
Während Chelsea nur noch einen Sieg vom Meistertitel entfernt ist, muss Liverpool seine letzten Champions-League-Hoffnungen begraben und sich mit der bereits feststehenden Teilnahme an der Europa League anfreunden.

Auf einen Ausrutscher Chelseas spekulierte Manchester United zwar vergeblich. Dennoch konnte das Team von Manager Sir Alex Ferguson die Meisterschaft noch offen halten und gewann beim AFC Sunderland knapp mit 1:0. Es war die erste Heimniederlage des Teams von Coach Steve Bruce im heimischen "Stadium of Light" in diesem Jahr.
Goalgetter Wayne Rooney feierte nach seiner Leistenverletzung seinen Wiedereinstieg, dagegen musste Abwehrchef Rio Ferdinand, der ebenfalls an Leistenproblemen laboriert, die Partie bis kurz vor dem Ende von der Bank aus betrachten. Für den einzigen Treffer der Partie sorgte Nani mit einem Schuss ins linke untere Eck, nachdem Darren Fletcher mit einem Querpass auf den Portugiesen vorgelegt hatte.
In der dritten Begegnungen am Sonntag ging es um nichts mehr. West Ham (2:3 bei Europa-League-Finalist Fulham) war wegen der deutlich besseren Tordifferenz gegenüber Hull City (Montag bei Wigan Athletic) vorzeitig gerettet.
Am Samstag stand das Rennen um die Champions-League-Qualifikation im Vordergrund. Auf dem begehrten Rang vier rangiert weiterhin Tottenham Hotspur mit 67 Zählern. Die Londoner besiegten die Bolton Wanderers mit 1:0 (1:0). Matchwinner für die Spurs war Huddlestone, der in der 38. Minute das Siegtor erzielte. Für Tottenham war es der siebte Heimerfolg in Serie.
Den Spurs auf den Fersen ist nun Manchester City. Die Citizens gewannen in einem Duell zweier direkter Konkurrenten mit 3:1 (2:1) gegen Aston Villa. Dabei begann die Partie unglücklich für das Team von Trainer Roberto Mancini. Der neue Torhüter Fulop ließ einen haltbaren Schuss von Carew unter seinem Körper durchrutschen (16.). Doch noch im ersten Durchgang drehte Manchester durch Tevez (41., Strafstoß) sowie Adebayor 120 Sekunden später die Partie. Bellamy erzielte dann in der Schlussminute den Endstand.
Die Citizens haben nun 66 Punkte auf dem Konto und ebenso wie Tottenham noch eine Partie in der Hinterhand. Villas (62) Chancen auf die Champions League sind auf ein Minimum gesunken.
Den Spieltag eröffnete Birmingham City mit einem 2:1 (2:0) über Absteiger FC Burnley. Der FC Portsmouth, der ebenfalls den Weg in die Zweitklassigkeit antreten muss, bewies Moral und bezwang die Wolverhampton Wanderers mit 3:1 (2:1). Everton kam bei Robert Huths Stoke nur zu einem torlosen Remis. Die Toffees verspielten ihre letzte Chance auf die internationalen Startplätze.
Im Ewood Park verspielte Manchester United beim 0:0 unlängst womöglich die Punkte, die in der Endabrechnung am Ende entscheidend sein könnten. Und auch der FC Arsenal stolperte am Montag in Blackburn. Van Persie köpfte die Gunners zwar in Führung, doch Dunne glich kurz vor der Pause aus. Nach dem Wechsel war es der Ex-Herthaner Samba, der den Rovers im letzten Heimspiel der Saison per Kopf einen Sieg bescherte. Theoretisch könnte Arsenal nun sogar noch Rang drei verlieren: Tottenham hat fünf Punkte Rückstand auf den Lokalrivalen, aber noch das Nachholspiel bei Manchester City zu bestreiten.
Derweil ist der Abstieg von Hull City auch rechnerisch besiegelt. Die Tigers kamen in Wigan nicht über ein 2:2 hinaus, das der Ex-Gladbacher Gohouri mit seinem ersten Premier-League-Tor in der Schlussminute besiegelte. Vor Hull standen bereits Burnley und Portsmouth als Absteiger in die Championship fest.
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