Bin Hammam schielt selbst auf den FIFA-Thron, die Entscheidung ist für ihn jedoch ein Rückschlag. Blatter ist in seiner dritten Amtszeit und will sich 2011 erneut wählen lassen. "Die Entscheidung hat nichts mit mir zu tun", erklärte der Schweizer, nachdem die Exekutive den Antrag des AFC-Präsidenten aus Katar mit 15:5 Stimmen (eine Enthaltung) abgeschmettert hatte.
Es war nicht die einzige wichtige Entscheidung des FIFA-Exekutivkomitees. Die Suspendierung gegen den irakischen Fußballverband IFA wurde aufgehoben. Wegen staatlicher Einmischung in sportliche Belange war der Verband sanktioniert worden. Nachdem das Irakische Olympische Komitee (NOCI) die Auflösung des IFA rückgängig gemacht hat, sieht die FIFA den irakischen Verband wieder als voll handlungsfähig an.
Schlechte Nachrichten hingegen für Indonesien. Die FIFA schloss den Bewerber um die Ausrichtung der WM-Endrunden 2018 und 2022 aus. "Indonesien ist offiziell kein Kandidat mehr für 2018 und 2022. Wir haben Indonesien informiert, dass es bestimmte Garantien nicht vorgelegt hat und deswegen nicht mehr kandidieren kann. Sie sind raus", sagte FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke. Der größte Inselstaat der Welt hatte zuvor schon ausdrücklich darauf hinweisen müssen, dass seine Bewerbung "kein Witz" sei.Neben Indonesien haben sich Australien, England, Japan, Russland, Südkorea und die USA als Einzelkandidaten beworben. Die Niederlande und Belgien sowie Spanien und Portugal bewerben sich jeweils als Duo. Die Entscheidung über die Vergabe beider Endrunden fällt im Dezember 2010.
Helfen will der Weltverband hingegen den Erdbebenopfern aus Haiti und Chile. Die FIFA stellt den beiden nationalen Fußball-Verbänden Sondermittel in Höhe von 2,21 Millionen Euro zur Verfügung. Das Geld soll eingesetzt werden, um zerstörte Anlagen, Stadien und Verbandsgebäude wiederherzustellen. Für den Wiederaufbau der Fußball-Strukturen in Chile wurden zudem drei sogenannte Goal-Projekte initiiert, die mit insgesamt 887.000 Euro gefördert werden.
Finanziell läuft es ja ohnehin blendend. Die Jahreseinnahmen der FIFA haben erstmals die Eine-Milliarde-Dollar-Marke übertroffen. Im Geschäftsjahr 2009 erwirtschaftete die FIFA Einnahmen in Höhe von 1,059 Milliarden Dollar (782,81 Millionen Euro), denen Ausgaben in Höhe von 863 Millionen Dollar (637,92 Millionen Euro) gegenüberstanden. Daraus ergibt sich ein Jahresüberschuss von rund 145 Millionen Euro. Die FIFA führt das Ergebnis auf den hervorragenden Ertrag zurück, den der Rechteverkauf für die WM-Endrunde 2010 in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) brachte.
Blatter fühlt sich nicht zuletzt deswegen rundum bestätigt, das Turnier ans Kap vergeben zu haben. "Wir sind sehr glücklich, die WM an Südafrika vergeben zu haben und der Fußball-Welt die erste afrikanische WM zu bescheren", sagte der 74-Jährige. Auch aufgrund des Finanz-Rekordes sei es eine "hervorragende Entscheidung, die WM in Südafrika auszutragen", ergänzte FIFA-Finanzgeschäftsführer Markus Kattner.
UEFA-5-Jahreswertung
Deutschland nun klar vor Italien.
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