Schon wieder diskutierte Fußball-England unter der Woche wegen eines Chelsea-Spielers, diesmal hatte es allerdings sportliche Gründe. Ashley Cole brach sich beim 1:2 in Everton den Knöchel und fällt drei Monate aus. Eine Nachricht, die insbesondere Nationalcoach Fabio Capello in Nöte bringt, denn ein WM-Ausfall des Engländers würde die "Three Lions" hart treffen. Im Achtelfinalspiel gegen Cardiff City fehlte Cole am Samstag genauso wie Blues-Kapitän Terry, der von Carlo Ancelotti frei bekommen hatte, um persönliche Dinge zu klären.
Cardiffs Hoffnungen auf eine Sensation mussten schon nach zwei Minuten einen herben Dämpfer hinnehmen: Obi Mikel schickte Drogba mit einem Pass aus der eigenen Hälfte auf die Reise. Der Ivorer war auf und davon und schoss den Favoriten früh in Führung. Der Zweitligist, der momentan in argen finanziellen Nöten steckt, hielt jedoch frech dagegen und kam durch Gerrard und Chopra zu guten Chancen. Chopra war es dann auch, der nach einer Flanke von Burke zum 1:1 einköpfte (34.). Innenverteidiger Alex hatte den Angreifer völlig aus den Augen verloren.
Daran, dass die Dinge nach dem Wechsel dann doch ihren erwarteten Gang gingen, hatte Michael Ballack maßgeblichen Anteil. Von Drogba schön in Szene gesetzt, lupfte der Mittelfeldspieler den Ball über den herauseilenden Marshall zur erneuten Führung in die Maschen (51.). Spätestens als Sturridge in der 69. Minute aus kurzer Distanz zum 3:1 einschoss, war die Partie entschieden, der eingewechselte Kalou setzte per Kopf den Schlusspunkt (86.). Chelsea steht damit im Viertelfinale, Cardiff muss die Träume von einem neuen Pokal-Lauf begraben. 2008 hatte der Zweitligist sensationell das Finale erreicht, in dem er sich dem FC Portsmouth mit 0:1 geschlagen geben musste.
Seit dem Pokalsieg haben die Fans des FC Portsmouth nichts mehr zu feiern gehabt. Dem Premier-League-Schlusslicht droht das finanzielle Aus. Da stellte das Pokalderby beim Erzrivalen FC Southampton eine willkommene Ablenkung dar. Nach etwas mehr als einer Stunde nahm die Partie richtig an Fahrt auf. Owusu-Abeyie brachte "Pompey" in Führung (66.), Lambert glich nur vier Minuten später aus und verwandelte das altehrwürdige St. Mary's, in dem es sonst nur noch Drittliga-Fußball zu sehen gibt, in ein Tollhaus. Doch die Gäste schlugen zurück: Dindane (75.), Belhadj (82.) und O'Hara (85.) sicherten den Viertelfinaleinzug. Portsmouth kann seine Sorgen für einen Tag vergessen.

Zweitligist Derby County ging gegen Birmingham City am Nachmittag zehn Minuten nach der Pause durch McEveley in Führung. Der Erstligist konnte den Pokal-K.o. jedoch noch abwenden: Dann glich per Kopf aus (73.) und als sich alles schon auf ein Wiederholungsspiel eingestellt hatte, traf Ridgewell in der Nachspielzeit doch noch zum 2:1. Das Zweitliga-Duell zwischen Reading und West Brom geht in eine zweite Runde. Kebe nutzte einen Abwehrfehler der Gastgeber zum späten 2:2-Ausgleich.
Ein Wiederholungsspiel erkämpfte sich am Abend auch Arsenal-Bezwinger Stoke. Nach einem Fehler von Shawcross gerieten die Potters bei Manchester City zwar in Rückstand (Wright-Philipps, 11.). Doch Fuller glich nach dem Wechsel aus, als er nach Delaps langem Einwurf zum 1:1 einköpfte (57.). Die beiden Teams stehen sich in den kommenden Wochen nun noch zweimal gegenüber, denn in der Liga gastiert ManCity am Dienstag im Nachholspiel im Britannia Stadium.
Die drei letzten Viertelfinalisten wurden und werden am Sonntag gesucht. Zwischen Bolton und Tottenham kommt es zu einem Wiederholungsspiel: Defoe, Toptorjäger der Spurs, glich Davies' Führungstor nach einer Stunde noch aus. Die beiden Premier-League-Klubs werden sich also noch einmal treffen müssen.

Drei Besitzerwechsel binnen eines Jahres, finanzielle Schwierigkeiten, Rücktritt von Fußball-Direktor Sven-Göran Eriksson - Notts County hat chaotische Wochen hinter sich. Und dann musste sich der Viertligist auch noch aus dem FA Cup verabschieden. Nicht einmal kurz durfte der Underdog beim FC Fulham an einer Sensation schnuppern; herzlos siegten die Cottagers mit 4:0, Zamora traf doppelt.
Es wäre doch noch die große Sensation der 3. Runde gewesen: Crystal Palace, insolventer und abstiegsgefährdeter Zweitligist, führte gegen Ligapokal-Finalist Aston Villa kurz vor Schluss - musste aber noch das 2:2 hinnehmen. Schon das 1:0 durch den Österreicher Johannes Ertl konterte der Favorit in Person von Collins schnell. Als Villa-Keeper Friedel, der schon beim ersten Gegentor ins Leere gesprungen war, dann aber noch einmal patzte, versetzte Ambroses Tor (70.) den Selhurst Park in Ekstase - bis vier Minuten vor Schluss: Petrov glich per Kopf noch einmal aus und erzwang ein Wiederholungsspiel.
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