
Togos Angreifer Dossevi sagte am Samstag die Mannschaft plane am Sonntagmorgen, die Heimreise anzutreten. Dossevi äußerte sich enttäuscht über die Haltung des Afrikanischen Verbandes CAF, das Turnier trotz der Bluttat nicht zu einem späteren Zeitpunkt beginnen zu lassen. "Ich bin sicher, dass andere Mannschaften auch nicht spielen werden, wenn der CAF den Beginn des Turniers nicht verschiebt", wurde Dossevi zitiert. "Wir sind Fußballer, wir spielen gerne Fußball, aber es gibt Dinge, die wichtiger sind."
"Keiner will spielen. Wir wollen alle nach Hause. Wir müssen noch mit unserem Verbandspräsidenten und den Verantwortlichen des afrikanischen Fußball-Verbandes sprechen, aber wir als Spieler haben eine Entscheidung getroffen. Unter diesen Umständen können wir nicht spielen", sagte Mittelfeldspieler Moustapha Salifou. Superstar Emmanuel Adebayor ist Berichten zufolge bereits auf dem Heimweg. Die angolanische Regierung und die CAF versuchte indes die Mannschaft zur Teilnahme am Afrika-Cup bewegen.
„Wir können nach diesem Drama nicht am Wettbewerb teilnehmen.“Pascal Bodjona, togolesischer Minister und Regierungssprecher
Am Abend folgte dann definitive Absage. Der togolesische Minister und Regierungssprecher Pascal Bodjona teilte mit, dass der Verband seine Mannschaft zurückziehe. "Die Spieler stehen unter Schock. Deshalb hat die Regierung beschlossen, die Mannschaft zurückzurufen", sagte Bodjona: "Wir können nach diesem Drama nicht am Wettbewerb teilnehmen."
Offenbar wird auch bei anderer Nationen über Konsequenzen nachgedacht. Der ghanaische Sportminister Rashid Pelpuo ist mit der Nationalmannschaft zusammengetroffen, um ebenfalls über eine mögliche Abreise von Afrika-Cup zu beraten. Die "Black Stars" sollten am Montag in ihrem ersten Turnier-Match auf die togolesische Mannschaft treffen.
In Ghana wurden nach Bekanntwerden des Anschlags einer separatistischen Rebellengruppe Sorgen um die Sicherheit der Mannschaft geäußert. Wie das togolesische Team sind auch die Ghanaer in der ölreichen Exklave Cabinda untergebracht. Die Separatisten hatten nach dem Anschlag mit mindestens drei Toten mit weiteren Angriffen gedroht.
Dessen ungeachtet soll das Turnier am Sonntag mit dem Spiel Angola gegen Mali planmäßig beginnen. CAF-Mediendirektor Suleimanu Habuba sagte, der Anschlag auf Togos Spieler sei ein Schock. "Unsere höchste Priorität gilt der Sicherheit der Spieler, doch das Turnier wird stattfinden", betonte Habuba. CAF-Präsident Hayatou will vom angolanischen Ministerpräsidenten Paulo Kassoma Garantien für die Sicherheit fordern.
Am späten Samstagabend wurde zudem bekannt gegeben, dass Cabinda trotz des Terroranschlags Spielort bleibt. "Nach einer Sondersitzung hat das CAF-Präsidium in Abstimmung mit den Verantwortlichen Angolas entschieden, die Spiele der Gruppe B wie geplant in Cabinda auszutragen", hieß es in einer Mitteilung der afrikanischen Fußball-Konföderation.
Cabinda ist durch einen schmalen Streifen der Demokratischen Republik Kongo von Angola getrennt. Ursprünglich sollte die Exklave von der Kolonialmacht Portugal Selbstständigkeit erlangen, doch Angola reklamierte das Gebiet für sich und besetzte es 1975 militärisch. Daraufhin war es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen der "Befreiungsfront für die Unabhängigkeit von Cabinda" (FLEC) und dem Militär gekommen.
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