
Wenn Barcelona sich zum ewigen Duell mit Real Madrid trifft, steht die Welt in Spanien vorübergehend still. Die Frage vor der Partie: Kann das neue Millionenensemble der Königlichen für die meisterschaftsentscheidende 2:6-Klatsche aus der Vorsaison im Bernabeu Revanche nehmen? Cristiano Ronaldo jedenfalls wollte dabei mithelfen, der Portugiese spielte genauso von Beginn an wie auf der anderen Seite der angeschlagene Messi. Ibrahimovic nahm hingegen zunächst auf der Bank der Katalanen Platz.
Der 238. Klassiker war jedoch in der ersten Hälfte nicht besonders hochklassig. Real machte geschickt die Räume im Mittelfeld dicht, so dass das Kombinationsspiel von Barça immer wieder ins Stocken geriet. Und selbst gefielen die Madrilenen durch schnelle Vorstöße. So auch in der 20. Minute: Kaka setzte nach einem Sololauf geschickt den völlig freien Ronaldo ein, die Fußparade von Valdes war aber schlicht Weltklasse. Die Katalanen hingegen wurden im ersten Abschnitt nie wirklich gefährlich, nur einmal musste Keeper Casillas eingreifen. Absender des Hebers aus spitzem Winkel war der ansonsten blassen Henry (38.).
Folgerichtig musste der Franzose auch kurz nach der Pause runter vom Feld - und damit hatte Guardiola ein gutes Händchen bewiesen. Nur fünf Minuten nach der Einwechslung von Zlatan Ibrahimovic wanderte das Leder von der linken auf die rechte Seite, wo Alves frei zum Flanken kam. Der Schwede durfte aus kurzer Distanz mit links volley abziehen: das erste Tor im ersten "Clasico" war für den Angreifer perfekt (56.).
Es sollte der spielentscheidende Treffer werden. Denn obwohl Busquets in der 63. Minute bei Barça mit Gelb-Rot vom Platz flog, fiel den Madrilenen, ab der 67. Minute mit Benzema für Ronaldo, nicht mehr viel ein. Die Blaugrana ließen einfach den Ball weiter laufen als wäre nichts geschehen. In der 90. Minute hätte Messi nach einem Zauberpass von Alves dann alles klar machen müssen, der quirlige Argentinier scheiterte aber an Casillas. Als dann auch noch Lassana Diarra in der Nachspielzeit ebenfalls die Ampelkarte sah, war der numerische Vorteil dahin und der Wille der Königlichen endgültig gebrochen.
Somit ist nun auch die Tabellenführung für Real dahin. Barcelona grüßt nun wieder mit zwei Punkten Abstand vor dem Erzrivalen von oben.
Madrid gegen Barcelona "Teil zwei" stand am Spätabend auf dem Programm. Das kriselnde Atletico empfing Espanyol - es wurde eine einseitige Partie. Die Rojiblancos konnten endlich einmal vollauf überzeugen. Vor allem Sergio Agüero war bestens aufgelegt. Nach dem Führungstreffer von Forlan (27.) traf er nach der Pause gleich doppelt (62., 85.), bei seinem ersten Tor per Freistoß sah allerdings Keeper Kameni nicht allzu gut aus. Auch den 4:0-Schlusspunkt durch Maxi Rodriguez bereitete "Kun" mustergültig vor. Somit verlässt Atletico immerhin erstmal die Abstiegsränge.
Aufgrund des Spitzenspiels gerieten die anderen Partien ein wenig in den Hintergrund. Der Aufwärtstrend von Deportivo La Coruña bleibt dennoch nicht verborgen. Dank des Treffers von Lopo (77.) gewannen die Galicier mit 1:0 in Santander, blieben somit zum sechsten Mal in Folge unbesiegt. Nur noch fünf Punkte trennt Depor von Spitzenreiter Barcelona, der zufällig auch noch der nächste Gast im Estadio Riazor ist. Ein dicke Klatsche gab es indes für Deportivo Xerez. Der Aufsteiger kam bei Getafe mit 1:5 unter die Räder, Soldado schlug für die Blau-Weißen dreimal zu. Auch Bilbao wusste vollauf zu überzeugen - 4:1 in Almeria.

Nach verkorksten Saisonstart hatte sich der FC Villarreal mit vier Siegen in fünf Spielen wieder etwas nach vorne gearbeitet - um am frühen Samstagabend mit einem 0:1 bei Sporting Gijon wieder einen Rückschlag hinnehmen zu müssen. Somit wurde es auch nichts mit dem erhofften ersten Auswärtserfolg. Bilic sorgte per Nachschuss nach einem von Rivera verschossenen Elfmeter für den Siegtreffer. In der 89. Minute hätte Bilic sogar noch das 2:0 erzielen können, scheiterte jedoch selber vom Elfmeterpunkt.
Die Verfolger der beiden "Großen" waren bisher hartnäckig. Doch der FC Valencia kam - nach einer Serie von vier Siegen in Folge - gegen Mallorca auf eigenem Platz nicht über ein 1:1 hinaus. Villas Führung (48.) glich Borja Valero fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit per Strafstoß aus. Zu allem Ärger verletzte sich auch noch David Silva am Knie, der 23-Jährige fällt für die kommenden vier Wochen aus.
Sevilla blamierte sich im andalusischen Duell gegen Schlusslicht Malaga. Der Tabellenletzte verlor Luque bereits in der 11. Minute mit Roter Karte, was ihn aber nicht davon abhielt, durch Fernando (22.) und Baha (45.) eine beinahe sensationelle 2:0-Halbzeitführung herauszuschießen. Nach dem Seitenwechsel konnte sich Sevilla zumindest auf Luis Fabiano verlassen, der mit seinen Saisontreffern sechs und sieben egalisierte und somit wenigstens einen Punkt rettete.
UEFA-5-Jahreswertung
Deutschland nun klar vor Italien.
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