Etwas rehabilitert hat sich der FC Liverpool am Sonntag nach dem Aus in der Champions League. Beim Merseyside-Derby beim FC Everton fuhren die Reds ihren ersten Dreier im November ein - das Ziel, wieder unter den besten Vier zu landen, ist noch in Reichweite für Coach Rafael Benitez und seine Schützlinge. Zwar fehlte Torjäger Fernando Torres erneut, gegen Everton gilt es aber nicht zu jammern, schließlich fehlt bei den Toffees seit Wochen die halbe Stammelf. Trotzdem übernahmen die Gastgeber die Spielkontrolle, konnten die Überlegenheit aber nicht in Tore ummünzen. Stattdessen trafen die Reds glücklich im verregneten Liverpool: Yobo fälschte einen Mascherano-Schuss unhaltbar ab (12.).
Die zweite Hälfte lief ähnlich. Reina rettete mehrfach im Tor der Benitez-Elf, seine Vorderleute zeigten sich effizienter. Yobo verlor den Ball, Riera kam zum Torschuss, und Evertons Keeper Howard konnte nur abklatschen lassen. Kuijt bedankte sich und traf zum 2:0-Endstand (81.). Während die Toffees trotz ansprechender Leistung den Abstiegsrängen weiter entgegentaumeln, dürfen die Reds nach Wochen der Rückschläge erst einmal aufatmen: Nach den Ergebnissen vom Samstag (Tottenham, Aston Villa, ManCity, Sunderland) sieht die Tabellensituation zumindest im Hinblick auf die Champions-League-Ränge wieder recht passabel aus.
Der FC Chelsea hat seinen Fünf-Punkte-Vorsprung an der Tabellenspitze auch nach dem ersten Auswärts-Härtetest der Saison gehalten. Die Elf von Coach Carlo Ancelotti, der wieder auf Lampard und Drogba bauen konnte, Ballack aber auf der Bank ließ, bezwang Arsenal im Londoner Derby mit 3:0. Zunächst beschäftigte vor allem der glitschige Untergrund im verregneten London die beiden Teams, die sich erst zurechtfinden mussten. 20 Minuten dauerte es bis zur ersten echten Chance, Anelka verzog nach Lampards Traumpass, allerdings klammerte Sagna am Rande des Erlaubten. Die Blues wurden stärker und stärker, und prompt schlug es zweimal nach zwei Flanken von Ashley Cole im oberen rechten Winkel des Arsenal-Kastens ein: Erst hielt Drogba den Fuß in den Ball - sein neuntes Tor im elften Duell mit Arsenal - (41.), dann Vermaelen (45.) - Eigentor!

Kurz nach dem Seitenwechsel machte Arsenal zwar noch einmal richtig Druck, Chelsea, das wieder einmal mit großem Selbstvertrauen und körperlicher Stärke brillierte, überstand die Phase aber unbeschadet und brachte den souveränen Sieg konzentriert über die Zeit. Drogba versenkte kurz vor Schluss noch einen Freistoß zum Endstand (86.). Die sonst so torhungrigen Gunners, die auch im zweiten Ligaspiel ohne van Persie torlos blieben, kamen gegen die beste Defensive der Liga nie zu ihrem Kombinationsspiel, kassierten die erste Heimniederlage seit Chelseas 4:1 in der Vorsaison und sind jetzt erst einmal abgehängt im Titelrennen. Elf Punkte Rückstand (bei noch einem ausstehenden Spiel) sind's bereits. Doch zu früh sollten sich die Blues über die komfortable Tabellensituation nicht freuen: Vor einem Jahr führten sie nach 14 Spielen dank einer noch besseren Abwehr mit acht Punkten vor ManUnited - und wurden am Ende mit sieben Punkten Rückstand Dritter.
Gegen Manchester United absolvierte Avram Grant sein letztes Spiel für den FC Chelsea - und verlor im Finale der Champions League nach Elfmeterschießen mit 5:6. Nun hat er eine neue Aufgabe in der Premier League gefunden - als Trainer des Tabellenschlusslichts FC Portsmouth. Und sein erster Gegner war am Samstagnachmittag erneut - Manchester United. Diesmal war die Niederlage deutlicher: 1:4 unterlag Pompey gegen die Red Devils, bei denen Sir Alex Ferguson den ersten Teil seiner Zwei-Spiele-Sperre auf der Tribüne absaß.
Zum Matchwinner avancierte Nationalstürmer Rooney, der - selber zuvor gefoult - in der 25. Minute per Elfmeter den ersten Treffer für ManUnited markierte. Zwar glich der Ex-Dortmunder Kevin-Prince Boateng schon sieben Minuten - ebenfalls per Elfmeter - wieder aus, doch Rooney machte nach der Pause mit einem Doppelschlag (48., 54., Foulelfmeter) alles klar. Giggs sorgte schließlich in der 87. Minute für den Endstand. Damit bleiben die Red Devils an Tabellenführer FC Chelsea dran.
Die Serie des Lokalrivalen ManCity hielt auch am Samstag an. Auch mit dem genesenen Robinho reichte es gegen das formstarke Hull City nur zu einem 1:1-Unentschieden. Es war das siebte Remis in Folge für die Citizens. Bullard machte nach dem Führungstreffer durch Wright-Phillips (45.) durch einen Foulelfmeter in der Schlussphase (82.) die Hoffnungen auf einen Dreier für das Team von Mark Hughes zunichte.
Am Samstagabend endete das Verfolgerduell zwischen Aston Villa und den Tottenham Hotspurs mit 1:1 (1:0). Vor 39.866 Zuschauern in Birmingham boten beide Teams eine gute Leistung, mit einem leistungsgerechten Endergebnis. Tottenham verteidigte damit seinen Drei-Punkte-Vorsprung auf Villa. Das Team von Headcoach Harry Redknapp hatten in der Schlussphase allerdings Glück, als der eingewechselte Nationalstürmer Heskey per Kopf nur denkbar knapp scheiterte.
Das abstiegsbedrohte West Ham United schoss sich durch das 5:3 (3:0) gegen den FC Burnley den Frust der letzten Wochen von der Seele. Der AFC Sunderland verlor derweil den Anschluss an die internationalen Plätze. Bei Wigan Athletic unterlagen die Black Cats mit 0:1. Rodallega (76.) erzielte das Tor des Tages. Somit konnte sich Wigan für die 1:9-Schmach in Tottenham wenigstens ein wenig rehabilitieren.
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