Wenige Tage nach seinem umjubelten Wechsel für rund 20 Millionen Euro von Manchester City zu Milan war für Balotelli zunächst ein Platz auf der Bank reserviert. Denn nur weil sich Giampaolo Pazzini im letzten Moment verletzte, war Balotelli in die Startformation gekommen. "Eigentlich sollte ich erstmal auf die Bank", bestätigte Balotelli. "Das war Schicksal", meinte Galliani später.
Bevor in Mailand am späten Sonntagabend alle ausflippten, standen 90 Minuten plus Nachspielzeit gegen Udinese Calcio auf dem Programm. Und die wurden von Balotelli geprägt. Erst schoss er die Rossoneri aus kurzer Distanz in Front. Ein abgefälschter Pass von Stephan El Shaarawy landete beim Neuzugang, der aus fünf Metern einschoss. Den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielte Pinzi (55.), ehe der Showdown in der Nachspielzeit folgte. Balotelli trat zum (unberechtigten) Elfmeter an, verzögerte leicht, schickte Keeper Padelli in die falsche Ecke und fertig war die Heldengeschichte. Ganz nebenbei zog Milan in der Tabelle auch noch am Stadtrivalen Inter vorbei, der beim AC Siena mit 1:3 patzte.
„Haltet mich für verrückt, doch der AC Milan ähnelt immer mehr Barcelona.“Adriano Galliani
Was danach folgte, war abzusehen. Die Milan-Bosse und die Medien überschlugen sich mit Lobeshymnen auf "Super Mario". "Haltet mich für verrückt, doch der AC Milan ähnelt immer mehr Barcelona. Wir haben zwar nicht Messi, wir haben aber Supermario Balotelli", sagte Galliani mit glänzenden Augen. Als "Tornado Balotelli" feierte die Gazzetta dello Sport den 22-Jährigen und dessen Rückkehr in die Serie A. "Nicht einmal in den kühnsten Träumen" habe sich Milan ein solches Comeback vorstellen können. "Balotelli, du bist einzigartig", titelte der Corriere dello Sport und Tuttosport schrieb in fetten Lettern: "Balotelli ist super."
Und Balotelli? Seltsam zurückhaltend trat der ansonsten nicht unter mangelndem Selbstbewusstsein leidende Stürmer hernach vor den Kameras auf. "Milan ist stark, doch ich bin noch nicht in Bestform. Ich werde hart arbeiten, um Spitzenleistungen zu liefern", sagte er, der bei Manchester City noch einen Skandal an den anderen gereiht hatte. "Ich habe einen tollen Tag erlebt, jetzt müssen wir so weitermachen. Zusammen mit Stephan El Shaarawy und M'Baye Niang werden wir einen starken Sturm haben.", sagte der 22-Jährige über seine Angriffskollegen, mit denen er auch frisurentechnisch auf einer Wellenlänge ist.
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