
Deutschlands Coach Dieter Eilts brachte nach der enttäuschenden Nullnummer gegen Israel gleich sieben neue Spieler aufs Feld. Neuer, Schwaab, Boenisch, Özil, Dejagah, Marin und Hunt spielten anstelle von Fromlowitz, Hummels, Aogo, Kroos, Rosenthal, Grote und Hennings.
Auch Frankreichs Trainer Eric Mombaerts tauschte seine Anfangself aus. Aber er beließ es im Vergleich zum 1:0-Erfolg in Bosnien bei drei Wechseln: Riou, Coutadeur und Menez ersetzten Ruffier, Cabaye und Ngalou.
Nach anfänglicher Nervosität nahm die DFB-Auswahl rasch das Heft in die Hand und zwang die Franzosen in die eigene Hälfte. Mit zum Teil schönem Kombinationsspiel und einer engagierten Spielweise kam man auch zu ersten Torgelegenheiten. Doch Hunts Seitfallzieher ging rechts vorbei(10.), und Khediras 17-Meter-Schuss ging links daneben (13.). Eine Minute später machte es Dejagah dann besser: Beck passte von rechts quer zum Wolfsburger, der zum Sechzehner zog und aus knapp 22 Metern mit einem trockenen Linksschuss ins rechte Eck vollendete.
Deutschland ruhte sich auf der eigenen Führung jedoch nicht aus und spielte weiter nach vorne, ohne aber zu weiteren Chancen zu kommen. Anders die Franzosen, die nun etwas mehr investierten und vor allem über den agilen Remy auf der rechten Außenbahn viel Druck entwickelten. So führte eine Remy-Hereingabe zur bis dato besten Möglichkeit der Equipe Tricolore, doch Neuer verhinderte mit einer tollen Fußabwehr gegen Coutadeurs Flugkopfball aus fünf Metern Schlimmeres (19.).
Kurz darauf stand der Schalker Schlussmann wieder im Mittelpunkt des Geschehens, doch diesmal in negativer Sicht. Nach einer Coutadeur-Ecke von links flog der Neuer am Ball vorbei, so dass Kaboul aus vier Metern ungehindert ins leere Tor einköpfen konnte (23.).
Danach verflachte das Niveau des Spiels ein wenig. Die Eilts-Elf wirkte nun verunsichert und konnte vor allem das zuvor so flüssige Kombinationsspiel nicht mehr aufziehen. Frankreich hingegen strahlte nun mehr Souveränität aus und kam viel besser in die Zweikämpfe. Die Folge war, dass sich beide Teams neutralisierten und es bis zur Pause in beiden Strafräumen ziemlich ruhig blieb.

Im zweiten Durchgang fanden die Franzosen zunächst besser ins Spiel. Die "Bleus" waren präsenter und gingen engagierter zu Werke, verpassten es aber einen weiteren Treffer nachzulegen. Kaboul schoss links vorbei (55.), Mounier blieb gegen Neuer nur zweiter Sieger und (62.) und Menez jagte das Leder drüber (63.).
Von der DFB-Auswahl war lange Zeit nicht viel zu sehen. Vor allem im Angriffsspiel gelang sehr wenig. Erst nach 65 Minuten kam der kurz zuvor eingewechselte Kroos im Duell mit Frankreichs Schlussmann Riou im Strafraum zu Fall. Doch es war nur ein leichter Kontakt zu sehen, wohingegen Kroos spektakulär fiel. Schiedsrichter Svein Oddvar Moen aus Norwegen ließ weiterspielen. Vier Minuten später wurde es im französischen Sechzehner wieder brenzlig: Beck flankte von rechts in den Sechzehner zu Özil, der dann mit viel Risiko direkt abzog. Sein Schuss aus 13 Metern halblinker Position ging jedoch links vorbei.
Das war's dann aber auch schon an gelungenen Offensivaktionen. Weder der Eilts-Elf noch der L'Equipe Tricolore gelang es, zu klaren Torchancen zu kommen.
Bereits in fünf Tagen steht das Rückspiel in Frankreich auf dem Programm, wo es für die DFB-Auswahl aufgrund des Gegentreffers nun schwer wird.