| Vorname: | Javier |
| Nachname: | Martinez Aginaga |
| Nation: | Spanien |
| Verein: | Bayern München |
| Geboren am: | 02.09.1988 |
Endlich ist er da, und das schon mit der ganzen Familie im Gepäck. Martinez wirkte auf der Pressekonferenz zu seiner Vorstellung gelöst, lachte viel, blieb locker. Die Erleichtung über das Ende des Transfer-Hickhacks war dem spanischen Nationalspieler deutlich anzumerken. Nun kann's endlich losgehen bei seinem Wunschverein. "Ich hatte viele Optionen, aber Bayern gehört zu den drei besten Mannschaften der Welt", erklärte Martinez, der zwischen Sportvorstand Matthias Sammer und Trainer Jupp Heynckes Platz nahm. "Ich habe über die Stadt und die Menschen viel Gutes gehört. Ich denke, ich werde mich sehr wohlfühlen." Schließlich steht ja zur perfekten Eingewöhnung in die bajuwarische Mentalität auch noch die "Wies'n" vor der Tür. Das weiß auch Martinez: "Alle reden mit mir über das Oktoberfest", gestand er den Medienvertretern.
Gute Leistungen auf dem Platz sind für das eigene Wohlbefinden aber eher Voraussetzung, sonst könnte es schnell ungemütlich werden für den sympathischen 1,90-Meter-Mann. Die Rekordablöse von 40 Millionen Euro verursacht schließlich einen gewissen Druck auf den Schultern von Martinez. Oder doch nicht? "Ich kenne das Gefühl von meinem Wechsel von Osasuna nach Bilbao", erklärte Martinez. Die Basken hatten sechs Millionen Euro für den damals 17-Jährigen hingeblättert, obwohl er noch kein einziges Ligaspiel bestritten hatte. "Damals habe ich den Druck in Motivation verwandelt. Für mich ist das eher eine Motivationsspritze", erklärte Martinez, der versprach: "Ich werde meine Leistung bringen."
„Ich habe alles getan, um herzukommen. Deswegen habe ich auch auf Gehalt verzichtet.“Javi Martinez
Davon ist an der Säbener Straße jedermann überzeugt. Vor allem Heynckes, der Martinez laut eigener Aussage "seit vielen Jahren verfolgt" und den Wechsel stark forciert habe. Auch Sammer bestätigte, dass die "Überlegungen des Trainers ausschlaggebend gewesen sind. Deswegen ist die Wahl auf Martinez gefallen. Dieser Spielertypus wird uns sehr guttun." Ob Martinez schon am Sonntag gegen den VfB Stuttgart debütiert, ließ Heynckes offen. "Ich denke, dass es im Moment nicht so wichtig ist, dass er am Wochenende im Aufgebot ist oder ob er ein paar Minuten spielt", sagte der Coach. Es sei wahnsinnig viel auf Martinez eingestürzt. "Es ist ganz klar, dass er erst einmal zu Ruhe kommen und sich erst einmal integrieren muss."
Der ehemalige Bilbao-Coach Heynckes ging auch noch einmal auf die Probleme bei den Verhandlungen mit den Basken ein. Er habe schon vor längerer Zeit mit seinem Ex-Spieler und jetzigem Bilbao-Präsident Josu Urrutia gesprochen, er habe weiterhin ein gutes Verhältnis zu seinem Ex-Klub. Der EL-Finalist der Vorsaison hingegen kartet weiterhin nach. Auf der Vereinswebsite hieß es in einer Mitteilung: "Athletic möchte klarstellen, dass die Reise von Spieler Javi Martinez nach München am 28. August zu keiner Zeit autorisiert war." Deswegen verlange man eine Erklärung von Martinez. Das Streitobjekt maß der Sache jedoch keine allzu hohe Bedeutung bei. "Es ist alles korrekt verlaufen. Ich muss zwar noch mit meinem Klub reden, aber ich bin da ganz beruhigt."
Tatsächlich wirkt die Maßnahme der Basken wie unschönes Nachkarten. Der FC Bayern hat die Ablöse von 40 Millionen Euro beim spanischen Verband jedenfalls hinterlegt, weitere Details wollte Matthias Sammer auch nicht mehr preisgeben ("Wir sind hier, um Martinez persönlich vorzustellen"). Damit dürfte der Fall abgeschlossen sein. Bleibt bloß die Frage für Athletic: Wie soll man das Geld investieren? Der Klub, der stets vorsichtig haushaltet und deswegen auch als einer von wenigen Vereinen in Spanien nicht verschuldet ist, verpflichtet lediglich Spieler mit baskischen Wurzeln - und die sind spärlich gesät in der Fußballwelt. Aktuell geistern die Namen von Nacho Monreal (Malaga), Raul Garcia (Atletico Madrid), dem auch von Wolfsburg umworbenen Benat Etxebarria (Betis) und von Mikel Rico (Granada) durch die spanischen Medien. Einen Martinez wird keiner von den Dreien ersetzen können.