
| Vorname: | Joachim |
| Nachname: | Löw |
| Nation: | Deutschland |
| Verein: | Deutschland |

Sie nehme wieder richtig Fahrt auf, die Konzentration, freute sich Löw am Donnerstag: "Die ganze Aufregung hat sich gelegt." Philipp Lahm jedenfalls spielte auf der Pressekonferenz diesmal keine Rolle, Löw ("Ich sage in aller Klarheit, dass es mich stört, dass wir bei der Nationalmannschaft ständig andere Themen tagelang diskutieren") nahm es zufrieden zur Kenntnis.
Österreich steht nun oben auf der Agenda, genauer gesagt Gelsenkirchen, wo das Nachbarschaftsduell am Freitag (20.45 Uhr, LIVE! bei kicker online) steigt. Und das bleibt wohl auch in der Aufstellung nicht unberücksichtigt: Löw setzt auf Schalke auf "Local Hero" Benedikt Höwedes - als Rechtsverteidiger, "auch weil Österreich einige kopfballstarke Spieler hat". Grundsätzlich müssten seine Schützlinge akzeptieren, "dass sie auch mal auf einer anderen Position spielen als im Verein".
„Ich sehe ihn dauerhaft im Zentrum.“Jogi Löw über Mario Götze
Festgelegt hat sich Löw außerdem auf Mesut Özil auf der "Zehn", für Mario Götze ist diesmal dagegen kein Platz in der Startelf. Denn: "Ich sehe ihn dauerhaft im Zentrum." Dort habe der Dortmunder Jungstar "das Spiel in der Tiefe und Breite vor sich", während er außen eher Spieler wolle, "die ständig tief gehen". Sind Özil und Götze demnach unvereinbar wie einst Overath und Netzer? Nein, sagt Löw: "Für mich ist es gar keine Frage, dass Götze und Özil auch hervorragend miteinander spielen können." Und auch Özil selbst sagt im kicker-Interview: "Ich kann mit allen Spielern gut zusammenspielen."
Dahinter hat Toni Kroos den Platz als Khedira-Vertreter neben Bastian Schweinsteiger erobert. Löw: "Ich sehe in der Nationalmannschaft bei ihm eine Entwicklung." Er sei ein Spieler, "der sich auch gut in den Zwischenräumen befinden kann", als Mischung aus Sechser und Zehner.
Thomas Müller scheint indes seinen Platz auf dem rechten Flügel sicher zu haben - bleibt im Mittelfeld nur eine Frage offen: André Schürrle oder Lukas Podolski? Hier wollte sich Löw nicht in die Karten schauen lassen. Schürrle habe unter ihm meist "sehr gut gespielt" - vor allem: Er überzeugt konstant. Podolski dagegen spiele seine Fähigkeiten nicht immer aus: "Mir gefällt es nicht, dass Podolski manchmal schwankende Leistungen hat." Das "deutliche" Gespräch, das Löw deshalb angekündigt hatte, habe noch nicht stattgefunden.
„Ich habe zum Schluss mit einem Augenzwinkern gesagt, dass wir sie weghauen werden. Da haben sie nur laut gelacht.“Österreichs Nationalspieler David Alaba über seine Bayern-Kollegen
Weil Manuel Neuer im Tor, Miroslav Klose als Gomez-Ersatz im Sturm sowie Philipp Lahm als Linksverteidiger gegen Österreich gesetzt sind, bleibt als letzte Baustelle die Innenverteidigung, wo sich mit Mats Hummels ("sehr gute Entwicklung"), Holger Badstuber ("sehr gute Entwicklung") und Jerome Boateng ("großes Potenzial als Innenverteidiger") neue ernsthafte Kandidaten bewerben.
Gesetzt bleibt vorerst Per Mertesacker - doch spielt der Neu-Londoner auch gegen Österreich? Der 1,98-Meter-Schlaks, der den Dienstag in England verbrachte, habe eine "bewegte Woche" hinter sich, weiß Löw, der mit seinem Abwehrchef "noch mal reden" wolle, um zu klären, "wie er sich insgesamt fühlt". Grundsätzlich aber genieße er großes Vertrauen im DFB-Dress. Den Wechsel zu Arsenal begrüße er: "Ich halte das für einen sehr, sehr guten Schritt. Das ist schon etwas Außergewöhnliches."
Für Mertesacker, der sich anschließend den Journalisten stellte, ist es gar die Erfüllung eines Kindheitstraums: "Arsenal ist der Verein, für den ich seit Jahren geschwärmt habe." Seit einem England-Besuch "in jungen Jahren" besitze er ein Arsenal-Jersey, die Verbindung sei "mehr als zehn Jahre gewachsen". Deshalb habe er sich in der Transferperiode bis zum Schluss ein Hintertürchen offengehalten, mit der Anfrage jedoch nicht mehr gerechnet. "Das Interesse kam erst nach dem Hoffenheim-Spiel", betonte Mertesacker, allerdings habe es bereits im letzten Jahr Gespräche gegeben.
Am kommenden Donnerstag wolle er in London einsteigen, das 2:8 der Gunners bei Manchester United am vergangenen Sonntag konnte seine sofortige Zusage nicht mehr verhindern. "Ich habe mir das Spiel angeguckt - und war natürlich nicht begeistert", gab Mertesacker zwar zu, sagte aber auch: "Ich gehe davon aus, dass das nicht der entscheidende Grund für das Interesse war."