Offizielle Saisoneröffnung der Frauen-Bundesliga

Dietrich: "Fußball unter einem Dach ist die Zukunft"

Frauen - 11.09. 18:26

Kommenden Samstag (15.) startet die Allianz Frauen-Bundesliga in die neue Saison - bereits am Montag fand im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund die offizielle Saisoneröffnung statt. Dabei ging es nicht nur um Saisonziele, sondern auch die Zukunft des Frauenfußballs.

Gesprächsrunde in Dortmund zur Saiseröffnung der Frauen-Bundesliga. © imago

Durch die Eröffnungsfeier führte Sportmoderatorin Laura Wontorra, die auf der Bühne unter anderem den Sportlichen Leiter des VfL Wolfsburg, Ralf Kellermann, begrüßen durfte. In der vergangenen Saison hatte Kellermann seinen Trainerstuhl für Stephan Lerch geräumt, der mit dem VfL prompt Meister wurde und den DFB-Pokal gewann. Dass diese Entscheidung die richtige war, steht für Kellermann somit außer Frage: "Der Erfolg gibt uns Recht. Auch wenn wir immer mal wieder kontrovers diskutieren, habe ich 100-prozentiges Vertrauen in Stephan und sein Trainerteam." Dass die Umstellung von Kellermann auf Lerch gar nicht so groß gewesen sei, bekräftigte auch Angreiferin Alexandra Popp: "Er war ja vorher schon Co-Trainer, insofern ging es quasi von einem Gleis zum anderen."

Internationale Konkurrenz: Keller man sieht "viel Arbeit"

Dass der VfL inzwischen national kaum noch Konkurrenz fürchten muss, außer dem FC Bayern, ist für Kellermann das Ergebnis einer jahrelangen kontinuierlichen Entwicklung: "Der Verein hat uns die Möglichkeit gegeben und wir haben kontinuierlich Strukturen aufgebaut. Nun müssen wir uns punktuell weiterentwickeln, weitere Strukturen schaffen." Mit Blick auf die internationale Konkurrenz sieht Kellermann "noch viel Arbeit" vor dem VfL, der aufpassen müsse, "dass wir nicht links und rechts überholt werden."

Insgesamt müssten die Bedingungen in der Allianz Frauen-Bundesliga weiter verbessert werden, damit die Spielerinnen unter Profibedingungen trainieren und sich ganz auf den Fußball konzentrieren können. "In Europa wird da bereits sehr gute Arbeit geleistet", warnt Kellermann, den Zug nicht zu verpassen. Für den Manager des 1. FFC Frankfurt, Siggi Dietrich, geht die Entwicklung indes in eine klare Richtung: "Starke Männermannschaften bringen starke Frauenmannschaften hervor. Fußball unter einem Dach - das ist die Zukunft." Auch für Hubertus Hess-Grundwald, Präsident SV Werder Bremen, ist der Frauenfußball inzwischen "ein Teil der Marke Werder Bremen".

Ullrich: "Zahlen im Mädchenbereich leicht rückgängig"

Die DFB-Direktorin für Verbände, Vereine und Ligen, Heike Ullrich, blickte ebenfalls ins Ausland: "In England passiert ganz viel, die Vereine investieren immens." Zudem bekräftigte Ullrich, dass der DFB alle Vereine gleichermaßen unterstütze und lobte zugleich das Entgegenkommen der Klubs, wenn Bundesligaspiele von Champions-League-Teilnehmern verlegt werden müssen. Mit der Kampagne "#nichtohnemeinemädels" will der DFB nun über die Social-Media-Kanäle auch verstärkt den Nachwuchs ansprechen, denn "die Zahlen im Mädchenbereich sind leicht rückgängig", wie Ullrich berichtete. Auch die Ausbildung junger Trainerinnen soll künftig forciert werden.

Die ehemalige Nationalspieler Nadine Kessler bei der Auslosung. © imago

Für die ehemalige Nationalspielerin Nadine Kessler, inzwischen UEFA-Abteilungsleiterin Frauenfußball, geht es vor allem darum "zu normalisieren, dass Mädchen Fußball spielen". Gerade erst konnte die Sängerin und Schauspielerin Rita Ora für eine Zusammenarbeit mit der UEFA gewonnen werden, um im Rahmen der "Together #WePlayStrong"-Kampagne mehr Frauen für Fußball zu begeistern. Für noch wichtiger erachtet Kessler aber die duale Ausbildung der Spielerinnen.

Kessler: "Der Weg danach ist soviel einfacher"

Die ehemalige Wolfsburgerin hatte selbst während ihrer Zeit beim VfL ihren Master gemacht, und plädiert verstärkt für Partnerschaften zwischen Vereinen und Schulen bzw. Universitäten. "Der Weg danach ist soviel einfacher, aber es erfordert natürlich von allen Seiten flexible Zeiten", weiß Kessler. Vor allem Turbine Potsdam war mit seinem Fußballinternat ein Vorreiter der dualen Karriere, inzwischen kooperieren immer mehr Vereine wie Essen oder Hoffenheim mit Bildungsstätten. Für viele Klubs ist diese Art der Talentförderung der einzige Weg, ohne das Geld großer Vereine in der der Hinterhand, in der Bundesliga überhaupt eine konkurrenzfähige Mannschaft stellen zu können.

Susanne Müller

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