Vor 700 Zuschauern im Estadio Municipal von Lagos übernahmen die deutschen Frauen von Beginn an das Kommando über die Partie. Bereits in der sechsten Minute lag das 1:0 in der Luft, doch ein fulminanter Distanzschuss von da Mbabi klatschte gegen die Querstange des norwegischen Gehäuses.
Auch in der Folgezeit übte die deutsche Elf Druck aus und ließ Norwegen kaum Zeit und Raum zum Verschnaufen. Doch Faißt (18.) und Marozsan (36.) vergaben weitere Chancen, ehe erneut das Aluminium einem Treffer im Wege stand: In der 44. Minute lenkte die norwegische Keeperin Maier einen Marozsan-Schuss reaktionsschnell an den Pfosten.
Die DFB-Frauen hatten im ersten Durchgang eigentlich nur eine Schrecksekunde zu überstehen. Nach einer halben Stunde prallte Verteidiger Wensing mit ihrer Gegenspielerin zusammen, mit einer Platzwunde musste die Wolfsburgerin gegen Cramer ausgetauscht werden.
Der Titelverteidiger blieb auch nach dem Seitenwechsel am Drücker. Und endlich belohnte sich der fünfmalige Europameister für sein Engagement. Einen tollen Steilpass von Mittag genau in die Schnittstelle der Innenverteidigung nahm da Mbabi gekonnt mit, anschließend überlupfte sie Maier gekonnt zum 1:0 (52.).
Anschließend warfen die Skandinavierinnen, die mit den beiden Potsdamerinnen Mielde und Ada Hegerberg antraten, alles nach vorne. So durfte sich auch endlich die deutsche Torfrau Angerer beweisen, die Frankfurterin bestand aber die wenigen Prüfungen.
Da Norwegen auf den Ausgleich drängte, boten sich den deutschen Frauen genügend Räume zu Kontern. Einen davon verwertete Keßler drei Minuten vor dem Abpfiff zum 2:0-Endstand.
"Wir hatten das Spiel gut im Griff und haben uns viele Chancen herausgespielt", sagte Torschützin da Mbabi nach der Partie. Nationaltrainerin Silvia Neid sah trotz des Sieges noch Anhaltspunkte für Kritik: "Wir sollten das aber nicht überbewerten, denn es war nicht alles gut in unserem Spiel", sagte sie zurückhaltend.
Ungeschlagen ziehen die deutschen Frauen damit als Erster der Gruppe A in das Finale am Mittwoch ein. Der Gegner dort heißt USA. Dem Vize-Weltmeister und Olympiasieger reichte im abschließenden Spiel der Gruppe B ein 1:1 (0:1) gegen Schweden, um Rang eins zu verteidigen. Allerdings taten sich die favorisierten US-Amerikanerinnen sehr schwer. In Lago ging Schweden durch Dahlkvist bereits in der 4. Minute in Führung. Nach einer Ecke gelang dann Morgan in der 56. Minute noch der Ausgleich.
Deutschland: Angerer (1. FFC Frankfurt) - Maier (SC 07 Bad Neuenahr), Wensing (VfL Wolfsburg - 31. Cramer/Turbine Potsdam), Henning (VfL Wolfsburg), Peter (1. FFC Frankfurt) - Odebrecht (VfL Wolfsburg), Goeßling (VfL Wolfsburg) - Mittag (FC Malmö - 68. Huth/1. FFC Frankfurt), Marozsan (1. FFC Frankfurt - 68. Keßler/VfL Wolfsburg), Faißt (VfL Wolfsburg - 56. Behringer/1. FFC Frankfurt) - Okoyino da Mbabi (SC 07 Bad Neuenahr - 68. Popp/VfL Wolfsburg)
Norwegen: Hjelmseth - Ryland, Dahle, Christensen, Akershaugen - Gulbrandsen, Ims, Mjelde (58. Stensland), Mykjaland - Hansen (46. Hegerberg, Bjanesöy (57. Larsen Kauer)
Schiedsrichterin: Di Iorio (Argentinien)
Zuschauer: 700
Tore: 1:0 Okoyino da Mbabi (52.), 2:0 Keßler (87.)
Gelbe Karten: - Christensen