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06.07.2011, 22:06

Goeßling: "Gänsehaut beim Einlaufen"

Grings zeigt Größe - Prinz verzichtete freiwillig

Auch das letzte Gruppenspiel der DFB-Damen gegen Frankreich fegte am Dienstagabend die Straßen leer. 16,24 Millionen sahen den 4:2-Erfolg - und eine bärenstarke Inka Grings. Die Angreiferin, für Birgit Prinz in die Startelf gestoßen, überzeugte in jeder Hinsicht. "Ich wollte meine Chance nutzen", so die zweimalige Torschützin, die für Prinz tröstende Worte übrig hatte, auf der Pressekonferenz am Mittwoch in Düsseldorf. Ariane Hingst hatte nach der Partie hingegen eine gehörige Portion Wut im Bauch.

Lena Goeßling und Inka Grings
Gewinnerinnen des letzten Gruppenspiels: Lena Goeßling und Inka Grings (re.) bei der Pressekonferenz am Mittwoch.
© picture allianceZoomansicht

Ganz klar: Das Hauptthema der letzten Tage vor dem entscheidenden Spiel um den Gruppensieg war die Personalie Prinz . Doch nicht nur die Kapitänin belasteten die Diskussionen. "Die letzten Tag waren nicht einfach für mich", erklärte Grings. Sie sei schließlich selbst vor der WM Stammspielerin gewesen, Freunde und Familie mussten sie unterstützen. Respektiert hatte sie die Entscheidung aber allemal. "Ich bin schon groß und weiß, was Prinz für den Frauen-Fußball geleistet hat."

Bundestrainerin Silvia Neid wagte dennoch den Schritt, ihre Spielführerin auf die Bank zu setzen - erstmals nach 26 Spielen in Folge stand die Frankfurterin in einem deutschen Frauen-Länderspiel nicht in der Anfangsformation. "Die Kapitänin auf die Bank setzen, ist sicher nicht einfach, ich wollte nicht in ihrer Haut stecken", erklärte Grings.

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Gänsehaut hatte hingegen Lena Goeßling bei ihrem ersten WM-Auftritt. "Es war super wie das Publikum uns unterstützt hat", freute sich die defensive Mittelfeldspielerin, die eine soldie Partie (kicker-Note 3,5) ablieferte. "Die Freude war schon riesig vor dem Spiel. Ich bin froh, dass ich jetzt endlich richtig dabei bin", so die 25-Jährige.

Freude und Erleichterung überwog also bei den DFB-Damen - nur Birgit Prinz dürfte nicht allzu glücklich sein. "Sie ist so eine erfahrene Spielerin, im Moment möchte sie aber glaube ich lieber alleine sein", erklärte Konkurrentin Grings. "Die Mannschaft muss sie jetzt aufbauen." Auch Neid ließ inzwischen durchblicken, dass die Rekordnationalspielerin am Druck zerbrochen ist. In der vergangenen Woche habe sie Prinz nach deren frühen Auswechslung gegen Nigeria und dem anschließenden Frustausbruch gefragt, "ob sie überhaupt mental in der Lage wäre zu spielen." Nein, nicht von Anfang an, antwortete Prinz. "Und das zeigt, wie schlecht es der Birgit im Moment geht", so Neid.

Hingst: "Ich finde es zum Kotzen, was mit ihr angestellt wird"

Zimmergenossin Ariane Hingst ist vor allem eines: wütend. Sie machte die Medien für das Tief von Prinz, die dieses Jahr im DFB-Trikot noch torlos ist, verantwortlich. "Ich finde es zum Kotzen, was mit ihr angestellt wird", schimpfte Hingst. "Sie wurde in eine Position reingeschoben, die sie nie haben wollte. Sie wollte eigentlich in Ruhe gelassen werden, das ist ihr nie geglückt." Das Team stehe aber immer noch "zu hundert Prozent" hinter ihrer Spielführerin, die sich auch auf der Bank vorbildhaft präsentiert. "Wenn ich auf der Seite war, habe ich gehört, wie sie mich angefeuert hat", erzählte Bajramaj, "und auch vor dem Spiel hat sie mir gesagt: Hey, ich glaub an dich." Während sie ihre Teamkolleginnen also lautstark nach vorne peitschte, gab sich Prinz nach der Partie gegenüber der Presse wortkarg. Erst am kommenden Donnerstag will die etatmäßige Spielführerin auf der DFB-Pressekonferenz, auf der auch Co-Trainerin Ulrike Ballweg und Keeperin Nadine Angerer anwesend sein werden, ihr Schweigen brechen.

Ich war mir so sicher. Wir hätten noch eine Stunde warten können.Inka Grings auf die Frage, ob sie die lange Wartezeit vor der Ausführung des Elfmeters verunsichert habe.

Im Viertelfinale gegen Japan (Samstag, 20.45 Uhr) wird Prinz dennoch wieder auf der Bank sitzen und Grings den Vorzug erhalten. "Sie sind ähnlich stark wie Frankreich, kampfstark, dynamisch", beschrieb Grings die Gegnerinnen. Man werde sich aber eher auf die eigenen Stärken konzentrieren, die unter anderem im Offensivspiel lägen, so die Duisburgerin. Die Partie steigt am Samstag (20.45 Uhr) in Wolfsburg - das Stichwort für Goeßling, die aber der kommenden Saison das Trikot des VfL tragen wird - und gleich ihre Beziehungen spielen lassen soll. "Ich habe schon ganz viele SMS von Freunden nach dem Spiel bekommen, die alle Karten wollen. Ich werde mein Bestes geben", versprach Goeßling.

Erst in den frühen Morgenstunden ging es für die DFB-Damen auf die Zimmer. Schuld war aber nicht etwa eine überschwängliche Feier, sondern eine redsame Politikerin. Grünen-Chefin Claudia Roth hielt nach dem Essen eine Ansprache an die Spielerinnen. "Uns kam es schon etwas länger vor", erklärte die lächelnde Grings, die den Besuch dennoch als "Ehre" empfand.

Video zum Thema
kicker.tv Hintergrund- 06.07., 02:30 Uhr
Grings: "Ich wollte es der Trainerin schwer machen"
Nach dem 4:2 gegen Frankreich und dem damit verbundenen Gruppensieg war bei allen Beteiligten der deutschen Frauen-Nationalmannschaft die Erleichterung groß. "Endlich war der Knoten raus aus den Beinen", sagte Torfrau Nadine Angerer. Ein breites Grinsen hatte vor allem die doppelte Torschützin Inka Grings im Gesicht.
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06.07.11
 
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weitere Infos zu Grings

Vorname:Inka
Nachname:Grings
Nation: Deutschland
Verein:FC Zürich
Geboren am:31.10.1978

weitere Infos zu Goeßling

Vorname:Lena
Nachname:Goeßling
Nation: Deutschland
Verein:VfL Wolfsburg
Geboren am:08.03.1986

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