Die deutsche Auswahl begann nach dem Halbfinalsieg gegen Südkorea (5:1) ohne personelle Änderungen. Und wie in den vergangenen Spielen bei diesem Turnier auch, legte die Meinert-Elf gleich mächtig los. Sie war überlegen in den Zweikämpfen und durfte schon nach acht Minuten jubeln. Nach einem schönen Pass von Maroszan konnte Popp durchstarten und schoss aus 13 Metern mit ihren schwächeren rechten Fuß ins lange Eck. Es war der zehnte Treffer für die Duisburgerin, die überlegen Torschützenkönigin wurde.
Für eine kurze Phase nach dem Führungstor hatte das deutsche Team weiterhin alles unter Kontrolle, doch dann ergriff sie eine gewisse Passivität, so dass die Nigerianerinnen immer besser ins Spiel kamen. Bis zum Halbzeitpfiff waren die Westafrikanerinnen nun im Vorwärtsgang, doch mit viel Geschick und einer Portion Glück rettete die Meinert-Elf den Vorsprung in die Kabine.
Orji mit einem Schuss aus spitzem Winkel (28.), den Keeperin Schult mit einer Faustabwehr entschärfte, und Oparanozie mit einem Schuss von der linken Sechzehner-Kante (35.), der knapp am langen Eck vorbeiflog - das waren die größten Gelegenheiten für die Auswahl Nigerias. Für die deutschen Damen hatte Kulig bei einem Freistoß den Torschrei schon auf den Lippen, doch ihr Schuss aus 25 Metern strich knapp über die Latte (19.).
Die Halbzeitpause kam zur rechten Zeit. Meinert konnte ihr Team wieder neu ordnen, nachdem die Nigerianerinnen speziell im Mittelfeldbereich gegen Kulig und Hegering klare Vorteile hatten. Ein Freistoß von Maroszan (50.), der knapp am langen Pfosten vorbeistrich, zeigte an, dass Deutschland auf den zweiten Treffer ging.
Nigeria anderseits kam nun nicht mehr so zur Entfaltung, speziell in vorderster Front blieben sie im zweiten Abschnitt sehr wirkungslos. Je länger das Spiel dauerte, desto mehr machte sich auch die physische Überlegengeit der deutschen Damen bemerkbar, so dass sie dem zweiten Treffer sehr nahe waren. Vor allem bei Huths Chance in der 79. Minute, die sie aus spitzem Winkel zu eigensinnig abschloss und die mitgelaufene Popp übersah.
Erst in der Schlussphase kamen die Nigerianerinnen wieder mit dem Mute der Verzweiflung nach vorne, aber die deutsche Abwehr um Prießen und Gessat stand sicher. In der Schlussphase fiel dann das 2:0, als Kulig nach einer Ecke an den Pfosten köpfte und der Ball an Ohales Schulter klatschte, von wo aus der Ball ins Netz trudelte.
Deutschland: Schult - Schmidt, Prießen, Gessat, Kemme - Hegering, Kulig - Huth (82. Knaak), Marozsan (79. Mirlach), Arnold (88. Wagner) - Popp - Trainerin: Meinert
Nigeria: Jonathan - Kalu, Ohale, Jegede, Ukaonu - Iroka, Nku, Ofoegbu (54. Okoronkwo) - Oparanozie, Esther Sunday, Orji - Trainer: Egan
Schiedsrichter: Carol Anne Chenard (Kanada)
Tore: 1:0 Popp (8.), 2:0 Kulig (90.+2)
Zuschauer in Bielefeld: 24.633
Gelbe Karten: - / Kalu
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