Die deutsche Auswahl, die im Vergleich zum 2:0 im Viertelfinale gegen Nordkorea unverändert begann, setzte die Südkoreanerinnen sofort unter Druck. Schon in der gegnerischen Hälfte wurde das Aufbauspiel der Asiatinnen gestört, so dass sich die Meinert-Elf permanent in der gegenerischen Hälfte aufhielt.
Schon in der 13. Minute wurde dieser Druck zu groß für Südkorea. Popp erkämpfte sich den Ball klasse zurück auf dem linken Flügel, so dass Kemme scharf nach innen flanken konnte. In der Mitte schlief Yeong, in deren Rücken Huth angerauscht kam und per Dropkick aus fünf Metern das 1:0 erzielte.
Mit dem Führungstor im Rücken hielten Hegering & Co. das Tempo hoch. Vor allem Maroszan und Arnold lenkten das Spiel der deutschen Elf geschickt. Das 2:0 erzielte allerdings Kulig, die mit Wucht und etwas Glück nach einer schlechten Abwehraktion in die Mitte nachlegte. Dabei rutschte der Flachschuss aus 20 Metern unter dem Bauch der südkoreanischen Torfrau Sori durch ins Netz.
Bei einer der wenigen Offensivaktionen der Südkoreanerinnen hatte Linksverteidigerin Kemme Glück, als ihr Tackling gegen Hyun-Young nicht als elfmeterwürdiges Foul gewertet wurde, sonst hätte die Choi-Elf verkürzen können (28.). Nach einer kurzen Verschnaufpause bis zur 35. Minute hielt Südkorea wieder etwas besser mit, doch dann vergaben die Meinert-Schützlinge noch vor der Pause weitere Großchancen. Erst parierte Sori einen Schuss von Arnold, dann zielte Maroszan nach emsiger Vorarbeit von Hegering hauchdünn am langen Pfosten vorbei.
Mit Beginn der zweiten Halbzeit musste sich Deutschland zunächst in der Defensive mächtig wehren, denn die Asiatinnen wollten schnell verkürzen. Mitten in diese Drangphase hinein schlug die deutsche Torjägerin Popp zu, die nach einem Arnold-Dribbling energisch nachsetzte, leicht angeschossen wurde, und so das 3:0 markierte (50.). Vier Minuten später machte Kulig mit ihrem zweiten Weitschuss-Tor den Sack zu - wobei Torfrau Sori wieder schlecht aussah.
Damit war das Spiel entschieden. Die deutsche Elf nahm nun etwas Fahrt raus, so dass die Südkoreanerinnen wieder mehr nach vorne spielen konnten. Deren Torjägerin Ji So-Yun wollte Popp nicht nachstehen und erzielte nach einem schönen Solo den Anschlusstreffer (65.).
Doch die deutsche Auswahl hatte darauf gleich wieder eine Antwort bereit, auch wenn dem 5:1 eine unglaubliche Szene vorausging. Popp hatte nur die Latte getroffen, doch Linksverteidigerin Yeong fing den zurückspringenden Ball mit den Händen sicher ab und wollte ihn zum Abstoß hinlegen. Nach einer kurzen Verwirrung im Schiedsrichtergespann gab es Handelfmeter. Diesen verwandelte Popp souverän und schraubte ihr WM-Tore-Konto auf neun Treffer hoch.
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