
Bundestrainerin Maren Meinert musste im zweiten Gruppenspiel auf die rotgesperrte Schmidt verzichten - sie wurde hinten rechts durch Mirlach ersetzt. Dem Spiel der deutschen Mannschaft tat dies jedoch keinen Abbruch. Unter der Leitung der kanadischen Unparteiischen Carol Anne Chenard begannen die Gastgeberinnen munter und erspielten sich durch Huth (2.) und Kulig (13.) erste Gelegenheiten. Nach 21 Minuten war es dann passiert! Prießen passte von der Mittellinie auf Popp, die den Ball gekonnt mitnahm und schließlich zur verdienten Führung verwandelte.
In der Folge zogen sich die deutschen Spielerinnen etwas zurück, überzeugten dabei in der Defensive fast auf ganzer Linie. Bis auf eine Leichtsinnigkeit, die Andrade in der 25. Minute jedoch nicht nutzte, konnten die Kolumbianerinnen offensiv lange Zeit überhaupt nichts ausrichten. Auf der Gegenseite setzte Deutschland immer wieder Nadelstiche, blieb vor der Pause allerdings ohne weiteren Torerfolg.
Nach dem Seitenwechsel zeigte sich die DFB-Auswahl verbessert und agierte nun wieder zielstrebiger nach vorne. Rasch folgte der Lohn für die Mühen: Popp legte mit Übersicht auf Arnold ab, die sich nicht zweimal bitten ließ und auf 2:0 erhöhte (50.). Wieder nur fünf Minuten später folgte der nächste Streich durch Hegering, die einen missglückten Klärungsversuch eiskalt bestrafte (55.).
Damit war der Widerstand der Kolumbianerinnen zunächst gebrochen. Deutschland kontrollierte das Geschehen nach Belieben und hatte es nur der eigenen Chancenverwertung zu verdanken, dass die eigene Führung nicht noch weiter ausgebaut wurde. Die Quittung dafür folgte in der 82. Minute, als Kolumbien nach einem Stellungsfehler der deutschen Abwehr durch die mittlerweile eingewechselte Ortiz auf 1:3 verkürzte. Die Lateinamerikanerinnen glaubten nun wieder an sich und waren nur drei Minuten später ganz dicht am Anschlusstreffer, doch Ortiz hatte dieses Mal Pech und traf nur den rechten Pfosten. Das war dann aber auch die letzte brenzlige Situation, welche die Meinert-Schützlinge überstehen mussten, ehe der 3:1-Sieg unter Dach und Fach war.

"Ich bin glücklich, dass wir nach zwei Siegen das Viertelfinale erreicht haben, ganz zufrieden mit der Leistung der Mannschaft bin ich nicht. In der ersten Halbzeit hatten wir vor allem in der Offensive Probleme, in der zweiten Hälfte war es dann viel besser", drückte Meinert nach dem Spiel auf die Euphoriebremse. Dennoch fordert sie auch im letztn Spiel eine gute Leistung: "Unser Ziel ist ganz klar, Gruppen-Erster zu werden."
Deutschland steht daher bereits in der Runde der letzten Acht, Kolumbien muss dagegen stark bangen. Die Südamerikanerinnen benötigen im letzten Gruppenspiel am kommenden Dienstag einen klaren Erfolg gegen Costa Rica, während Frankreich zeitgleich gegen Deutschland verlieren muss.
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