
Italiens Trainer Pierluigi Casiraghi wechselte nach dem 2:1 gegen Weißrussland dreimal. Für Marchisio, de Ceglie und Abate liefen Morosini, Candreva und der zuletzt Rot-gesperrte Balotelli auf.
Auf deutscher Seite nahm Coach Horst Hrubesch im Vergleich zum 1:1 gegen England vier Änderungen vor. Kapitän Khedira (Bluterguss im rechten Knie) fiel verletzt aus, Schmelzer, Ebert und Ben-Hatira mussten auf die Bank. Dafür standen der wiedergenesene Boenisch, Aogo, Johnson und Marin in der Startelf.
Italien stellte in der Anfangsphase nur kurzfristig das aktivere Team, ehe sich Deutschland nach wenigen Minuten akklimatisiert hatte und vorerst selbst den Ton angab. Castro (5.) und Aogo (7.) versuchten sich aus der Distanz, während Höwedes nach einer Özil-Ecke per Kopf die zunächst beste Möglichkeit für den DFB-Nachwuchs vergab (5.).
Dann aber wurde es brenzlig für die deutsche Elf. Nach Giovincos Schuss aus der zweiten Reihe, den Neuer gerade so über die Latte fausten konnte, köpfte Andreolli die Kugel brandgefährlich aufs Tor. Mit Hilfe der Latte bewahrte Neuer die Hrubesch-Schützlinge vor dem Rückstand, ehe Beck die Situation gegen den nachsetzenden Acquafresca bereinigen konnte (8.). Gemessen an Spielanteilen war die deutsche U 21 weiterhin mindestens gleichwertig, die besseren Chancen aber hatten die Azzurri. Einen Motta-Kopfball kratzte Neuer famos aus dem Eck, bevor Marin Acquafrescas Nachschuss auf den Querbalken abfälschte (18.). Daneben sorgte Balotelli aus der zweiten Reihe wiederholt für Gefahr.
Deutschland offenbarte im weiteren Verlauf des ersten Abschnitts immer wieder Schwächen im Offensivspiel. Das Fehlen eines gelernten Angreifers war einmal mehr nicht zu übersehen. Anders Italien, das durchweg mehr Gefahr ausstrahlte und zur Pause durchaus hätte führen können. Motta köpfte knapp daneben (32.), Cigarini scheiterte an Neuer (40.), ehe schließlich Marin nach Bochettis Flachschuss auf der Linie rettete (45.).
Der zweite Durchgang begann mit einem Paukenschlag. Nach einer ansehnlichen Kombination im Mittelfeld gelangte Beck an das Leder. Der Hoffenheimer nahm über rechts Fahrt auf und jagte die Kugel mangels Anspiel-Alternativen aus großer Distanz fulminant ins lange Eck - 0:1 (48.). In die Freude mischte sich ein Wermutstropfen, denn wenig später musste Marin mit einer Fußverletzung verletzt vom Platz - Ben-Hatira ersetzte den Neu-Bremer (55.).
Die Führung spielte dem deutschen Nachwuchs natürlich in die Karten. Die Squadra Azzurra zeigte sich zwar bemüht, mehr als halbwegs ordentliche Möglichkeiten durch Balotelli (50., 56.) und Acquafresca (61., 64.) sprangen für den Rekord-Europameister vorerst aber nicht heraus. Dafür bot sich den Deutschen nun immer wieder Platz zum Kontern.

Casiraghi reagierte und brachte mit Abate frisches Offensivpersonal aufs Feld (68.). Und der Druck der Italiener nahm zu. Bochetti köpfte drüber (70.), Ben-Hatira rettete gegen Acquafresca auf der Linie (73.). Nachdem der durchweg starke Neuer einen harten Balotelli-Freistoß entschärft hatte (78.), hatte Andreolli den Ausgleich auf dem Kopf, setzte den Ball aber haarscharf rechts neben den Pfosten (82.).
Der DFB-Nachwuchs stand in der Schlussphase unter Dauerdruck und schaffte nur noch ganz selten Entlastung. Dank Neuer und einer Portion Glück brachte die Hrubesch-Elf das Ergebnis aber über die Zeit.
Deutschland trifft im Finale am Montag um 20.45 Uhr in Malmö auf England, muss dabei aber auf Dejagah verzichten, der sich eine Gelbsperre einhandelte.
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| Deutschland |