
Das große Vorhaben EM-Titel erfüllte sich vorigen Monat in Polen und der Ukraine nicht. Ist das Turnier aus DFB-Sicht letztlich also als Misserfolg zu werten? "Nach dem ersten Frust beginne ich langsam, die vielen Dinge zu sehen, die bei dieser EM positiv waren", wehrt sich Nationalmannschaftsmanager Bierhoff auf dfb.de gegen ein allzu negatives Resümee.
"Was die Mannschaft über weite Strecken geleistet hat, finde ich beachtlich", betont er: "Auch das Potenzial, das noch in ihr steckt, lässt uns optimistisch in die Zukunft blicken. Natürlich hätten wir uns alle einen anderen Ausgang des Turniers gewünscht. Wir müssen aber auch respektieren, dass sich auch andere Mannschaften gesteigert haben, attraktiven Fußball spielen und in einem Spiel besser sein können."
Nach einer internen Nachbesprechung stehe die Detailanalyse noch aus, aber "ein erstes Fazit haben wir gezogen - und das fällt positiv aus", berichtet Bierhoff. "Trotz der Schwierigkeiten in der Vorbereitung mit den unterschiedlichen Anreisen der Spieler und trotz der Probleme mit diversen Verletzungen im Lauf der Saison hatten wir eine reibungslose und optimale Vorbereitung und haben ein gutes Turnier gespielt."
„Der Gewinn wird sicher nicht ganz so hoch ausfallen wie bei den vorangegangenen Turnieren.“Oliver Bierhoff
Auch wirtschaftlich sei die Bilanz "positiv": "So wie bei den vergangenen Turnieren auch, werden wir Gewinn machen, der mit der Liga geteilt wird. Es liegen aber noch keine abschließenden Zahlen vor." Allerdings: "Der Gewinn wird sicher nicht ganz so hoch ausfallen wie bei den vorangegangenen Turnieren, als wir ein Plus von bis zu sechs Millionen Euro erwirtschaften konnten."
Der Blick geht nun nach vorn, die WM 2014 in Brasilien ist die nächste große Herausforderung. Die Planungen sind bereits angelaufen, verrät Bierhoff: "Wir werden im Herbst eine längere Reise dorthin machen, um das Land und die verschiedenen Spielorte und Städte kennenzulernen. Dabei werden wir auch Ausschau nach einem geeigneten Quartier für das Team-Basecamp halten."
Der Confederations Cup entfällt durch das Halbfinal-Aus gegen Italien (1:2) als Einstimmung und Genalprobe. Gibt es schon eine Alternative? "Wir denken darüber nach, eine Fernreise zu machen", sagt Bierhoff: "Diese weiten Reisen und die vielen Eindrücke haben gerade auf die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Spieler immer einen positiven Effekt." Außerdem sollen viele Testspiele gegen nicht-europäische Mannschaften vereinbart werden.
"Nach Brasilien wird die Reise im kommenden Sommer jedoch eher nicht gehen", kündigt Bierhoff an, "die USA könnten eine Alternative sein. Das muss aber noch im Detail besprochen werden, auch mit der Liga."