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Deutschland

Deutschland

0
:
1

Halbzeitstand
0:1
Spanien

Spanien


DEUTSCHLAND
SPANIEN
15.
30.
45.



60.
75.
90.








Deutschland unterliegt im Finale in Wien

Der Traum ist geplatzt

Gegen eine bärenstarke spanische Mannschaft verliert Deutschland das Finale in Wien. Fernando Torres erzielte nach gut einer halben Stunde das entscheidende Tor für die Iberer. Die Elf von Bundestrainer Joachim Löw fand über die gesamte Spielzeit nicht die Mittel, den spanischen Abwehrverbund zu knacken und Keeper Casillas ernsthaft zu gefährden. Spanien feiert den zweiten EM-Titel nach 1964, für Deutschland bleibt nur der zweite Platz.

Fernando Torres versetzt Jens Lehmann.
Der Moment der Entscheidung: Fernando Torres versetzt Jens Lehmann und erzielt das Tor des Tages.
© imagoZoomansicht

Bei der deutschen Nationalelf gab es im Vergleich zum 3:2-Halbfinalerfolg gegen die Türkei nur eine personelle Änderung: Torsten Frings erhielt nach vollständiger Genesung vom Rippenbruch den Vorzug vor Simon Rolfes. Lange sah es für Kapitän Michael Ballack nicht gut aus. Doch kurz vor Spielschluss gab der 31-Jährige trotz malader Wade grünes Licht und stand in der Startformation.

Luis Aragones nahm vor seinem letzten Spiel als spanischer Nationaltrainer gegenüber dem 3:0-Sieg im Halbfinale gegen Russland ebenfalls nur einen Wechsel vor: Toptorjäger David Villa musste wegen einer Oberschenkelzerrung passen, Mittelfeldspieler Cesc Fabregas stand für ihn in der Anfangsformation.

Die deutsche Mannschaft begann konzentriert und machte die Räume in der Anfangsphase eng, so dass die Spanier ihr gefürchtetes Kombinationsspiel nicht aufziehen konnten. Im Gegenteil, die Löw-Elf erarbeitet sich ein Übergewicht und hatte durch Klose nach einem Fehlpass von Sergio Ramos die erste Chance. Der Bayern-Spieler bekam den Ball nicht richtig unter Kontrolle und vergab so etwas leichtfertig (4.). Doch je länger das Spiel dauerte, desto besser fanden sich die Iberer zurecht. Die erste Schrecksekunde musste Keeper Jens Lehmann in der 15. Minute überstehen, als Metzelder eine Iniesta-Flanke Richtung eigenes Tor lenkte und seinen Torhüter vor eine echte Bewährungsprobe stellte. Bei der nächsten Großchance der Spanier wäre Lehmann wohl geschlagen gewesen, doch der Kopfball von Fernando Torres nach einer Flanke von Sergio Ramos landete am Pfosten. Mertesacker wurde von dem Angreifer des FC Liverpool fast locker übersprungen (23.).

Von der deutschen Elf war in dieser Phase wenig zu sehen. Egal ob Ballack, Podolski oder Schweinsteiger: Die Mittelfeldspieler rannten sich immer wieder fest und kamen kaum mehr gefährlich vor das Tor von Iker Casillas.

Nach gut einer halben Stunde ging die Aragones-Elf verdient in Führung. Nach einem Klasse-Pass von Xavi versetzte der brandgefährliche Fernando Torres erst Lahm und ließ dem herausstürzenden Lehmann mit seinem Rechtsschuss ins linke Eck keine Abwehrmöglichkeit (33.). Nur wenige Minuten später hatte David Silva das 2:0 auf dem Fuß, doch nach feinem Zuspiel von Iniesta vergab der Spanier in aussichtsreicher Position (36.). Unmittelbar danach gab es die nächste Schrecksekunde für Bundestrainer Löw, als Kapitän Ballack nach einem Zweikampf mit Senna mit einer Platzwunde zu Boden ging (37.). Nach einer längeren Behandlungspause kam der 31-Jährige aber zurück aufs Feld.

Bilder vom Finale in Wien
Torres bahnt den Weg
Wien
Schauplatz des Finals

Die Donaumetropole Wien. Schauplatz des Finals der EURO 2008 war das Ernst-Happel-Stadion. Deutschland und Spanien standen sich im Kampf um den kontinentalen Titel gegenüber.
© imago

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Nach der Pause musste zu allem Überfluss auch noch Philipp Lahm mit einer Fleischwunde am Fuß in der Kabine bleiben. Für ihn kam Jansen zu seinem fünften Turniereinsatz.

Die Zuschauer im Ernst-Happel-Stadion sahen jedoch weiterhin den selben Spielverlauf. Die deutsche Elf fand kein Mittel, die eminent starke Mittelfeldreihe der Spanier zu überwinden. Die Zuspiele waren zu ungenau, um die Iberer in Verlegenheit zu bringen. Auf der anderen Seite hatten Xavi (54.), Silva (55.), und Torres (56.) im Minutentakt gute Gelegenheiten.

Nach einer knappen Stunde reagierte Trainer Löw und brachte mit Kuranyi für Hitzlsperger und damit einen zweiten Angreifer (58.).

Offenbar ein Signal, das die deutschen Spieler verstanden. Ballack setzte mit einem Schuss von der Strafraumgrenze, der knapp vorbeiging, ein erstes Ausrufezeichen (60.).

Mit schnelleren Kombinationen und wesentlich mehr Engagement arbeitete sich die deutsche Mannschaft ins Spiel. Doch klare Chancen blieben auch in dieser Phase Mangelware. Auf der anderen Seite ließen die Iberer beste Gelegenheiten aus. Gegen Ramos (67.) und Iniesta (68.) rettete Lehmann mit Glanzparaden und hielt die DFB-Auswahl im Spiel.

In der Schlussphase versuchte Löw mit Gomez für Klose neuen Schwung zu bringen (79.), doch auch der Stuttgarter konnte die verdiente Niederlage nicht verhindern.

Die Elf von Bundestrainer Joachim Löw fand über die gesamte Spielzeit nicht die Mittel, den spanischen Abwehrverbund zu knacken und Keeper Casillas ernsthaft zu gefährden. Spanien feiert so den zweiten EM-Titel nach 1964, für Deutschland bleibt nur der zweite Platz.

 

Aufstellungen, Einwechslungen & Reservebänke

Deutschland
Aufstellung:
Lehmann (2) - 
A. Friedrich (4,5) , 
Mertesacker (5,5) , 
Metzelder (5,5) , 
Lahm (5)    
Frings (4,5) , 
Hitzlsperger (5)    
Ballack (5)    
Podolski (5) - 
Klose (4,5)    

Einwechslungen:
46. Jansen (4) für Lahm
58. Kuranyi (5,5)     für Hitzlsperger
79. Gomez für Klose

Trainer:
Löw
Spanien
Aufstellung:
Casillas (2,5)    
Sergio Ramos (2,5) , 
Puyol (3) , 
Marchena (2,5) , 
Capdevila (3) - 
Silva (4)    
Xavi (1,5) , 
Iniesta (1) - 
Fabregas (2,5)    
Fernando Torres (1)            

Einwechslungen:
63. Xabi Alonso für Fabregas
66. Santi Cazorla für Silva
78. Guiza für Fernando Torres

Trainer:
Aragones

Tore & Karten

 
Torschützen
0:1
Fernando Torres (33., Rechtsschuss, Xavi)
Gelbe Karten
Deutschland:
Ballack
(2. Gelbe Karte)
,
Kuranyi
(1.)
Spanien:
Casillas
(1. Gelbe Karte)
,
Fernando Torres
(1.)

Spielinfo

Anstoß:
29.06.2008 20:45 Uhr
Stadion:
Ernst-Happel-Stadion, Wien
Zuschauer:
51428 (ausverkauft)
Spielnote:  3
starke Spanier gegen schwache Deutsche. Nur Spanien sorgte für den Unterhaltungswert.
Chancenverhältnis:
2:8
Eckenverhältnis:
4:7
Schiedsrichter:
Roberto Rosetti (Italien)   Note 3
das Handspiel von Capdevila (49.) war elfmeterwürdig. Insgesamt ein souveräner Leiter, korrekt bei den persönlichen Strafen.
Spieler des Spiels:
Fernando Torres
Er alleine reichte, um die gesamte deutsche Abwehr durcheinander zu wirbeln. Der Liverpooler zeigte beim Tor gegen Lahm seine ganze Klasse. War ansonsten weder von Mertesacker noch von Metzelder zu stoppen.

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