Russlands Coach Guus Hiddink veränderte sein Team im Vergleich zum jüngsten 1:0-Erfolg gegen Griechenland auf einer Position. Nach seiner Rotsperre im letzten Qualifikationsspiel gegen Andorra war Arshavin wieder spielberechtigt und ersetzte Torbinskiy.
Schwedens Trainer Lars Lagerbäck musste wie schon bei der 1:2-Niederlage gegen Spanien die verletzten Wilhelmsson (Oberschenkel) und Alexandersson (Wade) ersetzen, so dass er seine Startformation nicht umstellte. Auch der unter Knieproblemen leidende Ibrahimovic versuchte es wieder von Beginn an.
Den Russen reichte im Vergleich zu den Schweden kein Remis zum Weiterkommen, so machten sie bereits in der Anfangsphase Druck. Die Hiddink-Elf spielte sich blitzschnell durchs Mittelfeld und versuchte sofort die Spitzen in Szene zu setzen. Der letzte Pass wollte indes noch nicht ankommen, weil die Schweden noch gut organisiert standen, die ihre erste gute Szene nach einem Freistoß hatten. Elmander flankte vors Tor, wo Ibrahimovic köpfte (12.).

Die Sbornaja wurde in der Folge zwingender in ihren Aktionen, vor allem Arshavin wirbelte in der Offensive. Nach scharfem Pass von Kolodin vors Tor kam er frei zum Schuss, verzog allerdings deutlich (15.). Der Star von Zenit St. Petersburg war kaum zu bremsen, und die Lagerbäck-Elf kam allmählich ins Schwimmen. Als der Angreifer vom linken Strafraumeck vors Tor spielte, senkte sich der Ball gefährlich und Isaksson lenkte über den Querbalken. Sekunden später schoss Zhirkov bei der anschließenden Ecke nur knapp vorbei (21.).
In dieser Phase wurden die Skandinavier regelrecht schwindelig gespielt - nicht ohne Folgen. Diesmal ging über rechts die Post ab: Shemshov passte kurz zu Anyukov, der im Strafraum sofort auf den Angreifer weiterleitete. Aus elf Metern ließ Pavlyuchenko dem Keeper keine Abwehrchance (24.). Den bis dahin harmlosen Schweden wäre postwendend fast der Ausgleich gelungen. Von der linken Außenbahn flankte Nilsson vors Tor, wo Larsson mit dem Kopf nur das Lattenkreuz traf (27.). Es war nur ein kurzes Aufbäumen gegen überlegene Russen, die ein tolles Tempo vorlegten. Chancen gab's dabei im Dutzend: Pavlyuchenko scheiterte am Lattenkreuz (36.), Shirkov am Keeper (37.). So musste der Vorwurf zur Pause "mangelnde Chancenverwertung" lauten. Als es die Schweden auch mal mit schnellem Direktspiel versuchten, hatte Ljungberg nämlich noch den Ausgleich auf dem Fuß, aber Torhüter Akinfeev verhinderte Schlimmeres (43.). Wenig später war er gegen Nilsson zur Stelle.
Ohne personelle Veränderungen ging es zunächst weiter. Die Schweden, im Spielaufbau begriffen, wurden sofort gestört, verloren den Ball und blitzschnell schalteten die Russen auf Angriff um. Zhirkov passte in den Strafraum zu Arshavin, der sich diesmal eiskalt präsentierte und aus elf Metern in die Ecke einschob (50.). Während die Sbornaja jetzt das vorher unglaubliche Tempo drosselte, schleppten sich auf der anderen Seite Ibrahimovic und Co. sichtlich angeschlagen über den Platz. Und obwohl Schweden jetzt wieder mehr Spielanteile hatte, wollte aus dem Spiel heraus nicht viel gelingen. Lediglich ein Kopfball von Mellberg nach einer Ecke sorgte für Gefahr (62.).
Die Hiddink-Elf sorgte mit ihren Gegenstößen indes stets für Unruhe. Dabei wäre Stoor, von Arshavin bedrängt, fast noch ein Eigentor unterlaufen. Glücklicherweise schoss er seinen eigenen Keeper an (67.). Die schwedischen Bemühungen ins Spiel zurückzukommen waren hingegen berechenbar, so dass die gegnerische Defensive das Geschehen im Griff hatte. Die Russen dagegen drehten nochmal mächtig auf. Zyryanov traf nur den Pfosten (80.), und zweimal innerhalb einer Minute vergab Pavlychenko in bester Position (82.). Trotz erstklassiger Chancen wollte auch in der Schlussphase Treffer drei nicht mehr gelingen, und die Lagerbäck-Elf musste froh sein, nicht noch höher untergegangen zu sein.
Am Ende durften sich also folgerichtig die Russen über einen hochverdienten Sieg und das Erreichen des Viertelfinales gegen die Niederlande freuen - kein Wunder wenn sich man sich die Erfolgsbilanz des Trainers ansieht. Guus Hiddink überstand mit allen vier von ihm betreuten Nationalteams die Vorrunde bei großen Turnieren und trifft nun auf seine Landsleute. Für die Schweden ist es bei der vierten EURO-Teilnahme das zweite Vorrundenaus nach 2000.
Am Samstag geht es in Basel (20.45 Uhr) mit dem Viertelfinale weiter.
| Russland |
|---|
![]() Aufstellung: Akinfeev (2) - Anyukov (3) , Ignashevich (3) , Kolodin (4) , Zhirkov (1,5) - Semak (2,5) - Zyryanov (2,5) , Semshov (3) , Bilyaletdinov (3) - Reservebank: Malafeev (Tor) , Gabulov (Tor), A. Berezutskiy, V. Berezutskiy, Torbinskiy, Yanbaev, Shirokov, O. Ivanov, Sychev, AdamovTrainer:
Hiddink |
| Schweden |
![]() Aufstellung: Isaksson (2) - Stoor (5) , Mellberg (4) , Hansson (5) , M. Nilsson (4) - D. Andersson (4,5) , A. Svensson (5) - Elmander (5) , Ljungberg (3,5) - H. Larsson (3,5) , Ibrahimovic (5) Trainer:
Lagerbäck |

