Italiens Trainer Roberto Donadoni reagierte auf das ernüchternde 0:3 gegen die Niederlande mit fünf Wechseln: Für Barzagli, Materazzi, Gattuso, Ambrosini und di Natale begannen Chiellini, Grosso, de Rossi, Perrotta und del Piero. Der Torschützenkönig der abgelaufenen Saison in der Serie A durfte als Startelfakteur mit den meisten Länderspielen direkt als Kapitän auflaufen. Auch Victor Piturca, der Coach der Rumänen, brachte im Vergleich zum 0:0 gegen Frankreich zwei Neue: Codrea und Petre verdrängten Cocis und Nicolita.
Die ersten Minuten in Zürich waren auf beiden Seiten von viel Nervosität geprägt. Hier ein Pass ins Aus, dort ein Stürmer im Abseits. Bis zur ersten richtigen Chance dauerte es schließlich neun Minuten: Del Piero wäre beinahe per Kopf zur Stelle gewesen, nachdem Perrotta den unzureichend abgewehrten Ball noch einmal heiß gemacht und innerhalb des Strafraums in den Fünfer geflankt hatte - Goian hielt im letzten Moment seinen Kopf dazwischen. Die Italiener waren bemüht, gleich die Spielkontrolle zu übernehmen, doch so recht wollte es nicht gelingen, immer wieder kamen die Rumänen zu Chancen: Erst brach Mutu durch, scheiterte in der linken Strafraumhälfte aber an Buffon (15.), drei Minuten später knallte Tamas einen 35-Meter-Freistoß aufs Tor - wieder Buffon. Für Italien köpfte Toni aus guter Position knapp drüber (17.).
Sicher wirkte die italienische Abwehr in der Anfangsphase nicht, die Rumänen nahmen ganz aktiv am Spiel teil - und hatten nach 20 Minuten eine Riesenchance: Panucci fälschte Chivus Freistoß aus dem rechten Halbfeld an den Innenpfosten ab! Zusätzlich bitter für Rumänien: Radoi prallte in dieser Situation mit Rat zusammen und musste fünf Minuten später ausgewechselt werden. Dica kam - am Spiel änderte sich nichts: Vor beiden Toren wurde viel Gefährliches geboten, beiden Teams war offenbar bewusst, dass nur ein Sieg weiterhelfen würde. Die nächste Möglichkeit vergab Toni, wieder per Kopf, diesmal daneben (27.). Lobont musste bei all diesen italienischen Chancen nicht eingreifen, seinen Auftritt hatte der rumänische Keeper in Minute 40: Erst klärte er nach einem Chiellini-Kopfball zur Ecke, im Anschluss fischte er Tonis Versuch überragend aus dem Eck. In der Nachspielzeit war es dann soweit und das Netz zappelte, doch Tonis Kopfballtreffer nach Zambrottas präziser Flanke wurde wegen Abseits' nicht gegeben - eine Fehlentscheidung! Keine Frage: 0:0 hätte es zur Pause nicht stehen dürfen. Tat es aber, die Rumänen konnten damit zufrieden sein.
Die zweite Hälfte begann wie die erste: mit vielen Fehlern. Dann ging's aber so richtig los: Mutu prüfte erst Buffon (54.) - dann überwand er ihn! Zambrotta köpfte Contras langen Freistoß katastrophal in Richtung Buffon, Mutu war schneller und haute das Leder in die Maschen (55.). Italien geschockt? Nicht wirklich, eine Minute später stand es 1:1; die Innenverteidiger brachten den Weltmeister umgehend zurück: Chiellini köpfte bei einer Ecke in die Mitte, Tamas haute am Ball vorbei, Panucci staubte ab. Endlich hatte dieses rasante Match seine ersten Treffer, es hätte bereits 3:3 stehen können.
Kaum hatte es aber Bewegung auf der Anzeigetafel gegeben, drosselten beide Teams das Tempo, die Pässe wurden ungenauer, die Chancen weniger, die Abwehrreihen sicherer. Nach 75 Minuten schließlich die nächste Riesenchance, de Rossi hätte die Führung besorgen müssen! Toni hatte klasse mit der Brust abgelegt, doch Lobont ließ den folgenden Kopfball aus fünf Metern nicht über die Linie. Wieder eine Klassereaktion des Schlussmanns! Seinen Gegenüber hatte Lobont bisher in den Schatten gestellt, doch Buffons Auftritt sollte noch folgen: Nach Panuccis Klammergriff gegen Niculae gab Schiedsrichter Tom Henning Övrebö einen schmeichelhaften Strafstoß für Rumänien, doch mit Hand und Fuß wehrte Buffon Mutus Elfmeter ab (82.)! Rumäniens Kapitän war untröstlich, rannte bis zu seiner Auswechslung (87.) noch ein paar Mal wutentbrannt im Alleingang gegen die italienische Viererkette an. Mehr passierte nicht mehr, nach aufregenden 90 Minuten blieb es beim 1:1.
Die Aussichten könnten für Italien vor dem abschließenden Gruppenspiel gegen Frankreich am Dienstag (20.45 Uhr) in Zürich bei einem Punkt besser sein - aber immerhin hat der Weltmeister noch welche! Hätte Buffon Mutus Strafstoß nicht gehalten, wäre die Squadra Azzurra schon jetzt ausgeschieden. Rumänien zeigte ein absolut überzeugendes Spiel, nahm aber erneut nur einen Punkt mit. Am Dienstag um 20.45 Uhr in Bern muss gegen die Niederlande dreifach gepunktet werden. Goian ist dann wegen seiner zweiten Gelben Karte nicht dabei.
| Italien |
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![]() Aufstellung: Buffon (1) - Zambrotta (5) , Panucci (3,5) , Chiellini (4) , Grosso (3) - de Rossi (2,5) - Pirlo (3) - Camoranesi (3,5) , Perrotta (3) - del Piero (3) - Toni (2) Einwechslungen: 57. Cassano (3,5) für Perrotta 77. Quagliarella für del Piero 85. Ambrosini für Camoranesi Reservebank: Amelia (Tor) , de Sanctis (Tor), Gamberini, Barzagli, Materazzi, Aquilani, Gattuso, di Natale, BorrielloTrainer:
Donadoni |
| Rumänien |

