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Österreich

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Polen

 

1:1 (0:1)

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Österreich
Polen
1.
15.
30.
45.

46.
60.
75.
90.














Prödl fehlt gegen Deutschland

Nervenstarker Vastic

In einem temporeichen und sehr unterhaltsamen Spiel trennten sich Polen und Österreich 1:1-Unentschieden. Der Gastgeber der EURO legte los wie die Feuerwehr, vergab aber zu viele Hochkaräter und wurde dafür schließlich bitter bestraft. In der Folge rannte die Hickersberger-Elf lange dem Rückstand hinterher, konnte dann in der Nachspielzeit durch einen Elfmeter von Vastic doch noch den verdienten Ausgleich erzielen.

Roger Guerreiro
Polnischer Torschütze mit brasilianischen Wurzeln: Roger Guerreiro.
© dpaZoomansicht

Österreichs Trainer Josef Hickersberger tauschte im Vergleich zur 0:1-Eröffnungsniederlage gegen Kroatien auf drei Positionen. Garics und Leitgeb durften ihr EM-Debüt feiern. Dafür mussten Säumel und Standfest auf die Bank. Zudem erhielt der Neu-Frankfurter Korkmaz den Vorzug vor Gercaliu. Dies führte auch zu einer Änderung der taktischen Grundaufstellung. Aus der Dreierkette wurde eine Viererkette, in der Garics als Rechtsverteidiger agierte.

Auch Polens Trainer Leo Beenhakker wechselte im Vergleich zum 0:2 gegen Deutschland drei Mal: Für Golanski, Lobodzinski und Zurawski kamen Jop, Guerreiro und Saganowski.

Anfangs waren die Polen auf Sicherung bedacht. Nach der Devise: "Nur kein Gegentor bekommen!" zog sich die Beenhakker-Elf in die eigene Hälfte zurück und überließ den Österreichern die Initiative.

Diese zeigten gleich viel Engagement und sorgten für viel Betrieb in der polnischen Abwehr. Jedoch vergaben sie erstklassige Einschussgelegenheiten zum Teil kläglich. So konnte Harnik nach 13 Minuten einen groben Fehler von Wasilewski und Jop nicht nutzen und scheiterte alleine vor dem herauseilenden polnischen Torhüter Boruc. Kurz darauf zog wieder der Bremer gegen Boruc den Kürzeren: Nach sehenswertem Solo passte Korkmaz von links in die Mitte, wo Harnik aus fünf Metern freistehend den Ball nicht über die Linie drücken konnte (15.).

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Die polnische Mannschaft zeigte in dieser Phase viele Unsicherheiten. In der Defensive war man alles andere als sattelfest, und in der Offensive brachten die Polen kaum etwas zu Stande. Sie konnten sich aber auf den gut aufgelegten Schlussmann Boruc verlassen. Nach seinen Paraden gegen Harnik, parierte er in der 17. Minute auch gegen Leitgeb, der alleine aufs Tor zulief, dann aber im Keeper von Celtic Glasgow seinen Meister fand.

Nach einer halben Stunde wurden die Österreicher dann aber für ihren leichtfertigen Umgang mit Torchancen bestraft: Nach einem Seitenwechsel von Smolarek, vernaschte Saganowski Pogatetz auf der rechten Seite, legte dann quer auf Guerreiro, der aus fünf Metern abstaubte. Das Tor hätte aber nicht zählen dürfen, denn der gebürtige Brasilianer stand eindeutig im Abseits.

Der sichtlich geschockte Gastgeber spielte danach nicht mehr mit dem Elan von zuvor. Polen indes war nun besser im Spiel, konnte sich zunächst aber keine weiteren Chancen erspielen. Auf der anderen Seite hätte Österreich kurz vor der Pause doch noch ausgleichen können. Stranzl segelte aber nach einer Freistoßflanke knapp am Ball vorbei (45.).

Beenhakker brachte nach der Pause Golanski für Jop, damit dieser mehr Stabilität in die Abwehr bringen sollte. Die Österreicher ließen sich davon nicht beirren. Sie suchten weiter ihr Heil in der Offensive, konnten sich aber nicht mehr so durchsetzen, wie zu Beginn der Partie. Nach 49 Minuten kam dann auch noch Pech hinzu: Ivanschitz war in den Sechzehner gezogen, wurde dabei von Bak gehalten und kam zu Fall. Aber Schiedsrichter Howard Webb aus England winkte ab.

Artur Boruc fängt den Ball
Er brachte die Österreicher mit seinen Paraden zur Verzweiflung: Artur Boruc.
© dpa

Mit zunehemender Spieldauer musste die Hickersberger-Elf dem enormen Tempo Tribut zollen. Polen nutzte dies, um die Entscheidung zu suchen. Doch nun stellte sich Österreichs Torwart Macho in den Weg. Zuerst rettete er gegen Smolarek, der von Roger Guerreiro schön in Szene gesetzt wurde. In der 63. Minute klärte er dann gegen den sträflich frei gelassenen Krzynowek, der es aus kurzer Distanz versucht hatte. Fünf Minuten danach lenkte der Ex-Lauterer einen Krzynowek-Freistoß aus 32 Metern über die Latte.

Das Spiel war nun offener. Die Beenhakker-Schützlinge spielten jedoch abgezockter und cleverer. Österreich fand kaum Mittel gegen gut verteidigende und auf Konter lauernde Polen.

In der Nachspielzeit bekamen die Österreicher dann doch noch einen Elfmeter zugesprochen: Lewandowski hatte Prödl im Strafraum zu Boden gezogen, und Altstar Ivica Vastic zeigte Nervenstärke und glich zum 1:1-Endstand aus (90. +3).

Beide Mannschaften sind am Montag um 20.45 Uhr wieder gefordert. In Klagenfurt treffen die Polen auf Kroatien, Österreich hat dann in Wien ein Endspiel gegen Deutschland. Sebastian Prödl muss dann aber zuschauen, denn der Innenverteidiger wird gelbgesperrt fehlen.

12.06.08
 

Aufstellungen, Einwechslungen & Reservebänke

Österreich
Aufstellung:
Macho (2) - 
Garics (3) , 
Prödl (2,5)   
Stranzl (3) , 
Pogatetz (5) - 
Aufhauser (4)   
Leitgeb (3,5) - 
Ivanschitz (4,5)   
Korkmaz (3)   
Harnik (5) , 
Linz (5)   

Einwechslungen:
64. Kienast für Ivanschitz
64. Vastic     für Linz
74. Säumel für Aufhauser

Trainer:
Hickersberger
Polen
Aufstellung:
Boruc (1,5) - 
Wasilewski (4)   
Jop (5)   
J. Bak (3)   
Mi. Zewlakow (3,5) - 
Dudka (3,5) , 
Lewandowski (3,5) - 
Saganowski (4)   
Roger Guerreiro (2,5)       
Krzynowek (3)   

Einwechslungen:
46. Golanski (4,5) für Jop
83. Lobodzinski für Saganowski
85. Murawski für Roger Guerreiro

Trainer:
Beenhakker

Tore & Karten

 
Torschützen
0:1
Roger Guerreiro (30., Linksschuss, Saganowski)
1:1
Vastic (90. + 3, Foulelfmeter, Rechtsschuss, Prödl)
Gelbe Karten
Österreich:
Korkmaz
(1. Gelbe Karte)
,
Prödl
(2.)
Polen:
Wasilewski
(1. Gelbe Karte)
,
Krzynowek
(1.)
,
J. Bak
(1.)

Spielinfo

Anstoß:
12.06.2008 20:45 Uhr
Stadion:
Ernst-Happel-Stadion
Zuschauer:
51428 (ausverkauft)
Spielnote:  3
schnelle, spannende Partie mit einigen rasanten Szenen, offen bis zum Schluss.
Chancenverhältnis:
5:4
Eckenverhältnis:
9:8
Schiedsrichter:
Howard Webb (England)   Note 4,5
die Elfmeterentscheidung für Österreich war hart, aber korrekt. Übersah beim Tor der Polen eine Abseitsstellung und hätte Ivanschitz, wenn er schon nicht auf Elfmeter entscheidet, für eine Schwalbe bestrafen müssen (49.).
Spieler des Spiels:
Artur Boruc
Polens Keeper rettete drei Mal im direkten Zweikampf gegen österreichische Angreifer und hielt sein Team so im Spiel.
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