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Portugal

Portugal

6
:
5

im Elfmeterschiessen
2:2 (1:1,0:1)
England

England


PORTUGAL
ENGLAND
15.
30.
45.




60.
75.
90.








 
105.

120.

















 

Viertelfinale, Portugal - England 6:5 i.E. (2:2, 1:1, 0:1)

Ricardo krönt Elfmeter-Krimi!

Nach dem 1:0-Erfolg im Bruderkampf gegen Spanien stellte Portugals Trainer Luis Felipe Scolari zwangsläufig auf einer Position um: Sturmspitze Pauleta fehlte Gelb-gesperrt und wurde durch den "goldenen" Torschützen des Spanien-Spiels, Nuno Gomes, ersetzt. Englands Trainer Sven-Göran Eriksson brachte im Vergleich zum 4:2 über Kroatien die selbe Anfangsformation.


Das Viertelfinale im Überblick Stimmen zum Spiel


Früher Schock durch Owen

Das Spiel im stimmungsvollen Stadion "Da Luz" begann mit einem Paukenschlag: Langer Ball des englischen Torhüters James, Costinha glaubt nur Teamkameraden hinter sich und legt ungewollt per Kopf auf für Owen, der aus der Drehung spektakulär zum 0:1 vollendet (3.). Die Gastgeber waren also früh gefordert, während der englische Anhang stimmgewaltig und siegessicher erste Jubelarien anstimmte. Cristiano Ronaldo vergab nach Figos Hereingabe die erste Halbchance für die Scolari-Schützlinge (6.). Der neutrale Beobachter freute sich indes über ein Spiel ohne taktisches Geplänkel, in dem Maniche mit einem satten Volleyschuss seine Landsleute wieder hoffen ließ (9.), und Nuno Gomes nach neuerlicher Figo-Vorarbeit nur um Zentimeter verpasste (10.). Den ersten Auftritt von Wunderstürmer Rooney, ein Schuss aus spitzem Winkel nach abgefälschtem Beckham-Freistoß, entschärfte der herausstürzende Keeper Ricardo (13.).

Portugal musste das Spiel machen, wurde in der Folgezeit hauptsächlich nach Ecken und durch Fernschüsse gefährlich, die "Hundertprozentigen" blieben vorerst jedoch aus. Die "Three Lions" beschränkten sich keineswegs auf die Defensive. Vor allem Owen strahlte regelmäßig Gefahr aus, ein Campbell-Kopfball strich nur knapp über den Kasten (21.). Nach Rooneys verletzungsbedingtem Ausscheiden (27.) versuchte Vassell sein Glück an der Seite Owens, der seine bis dahin beste Vorstellung in diesem Turnier gab. Einsatzfreude hin, Leidenschaft her - in der Schlussviertelstunde des ersten Abschnitts fehlte dem portugiesischen Angriffsspiel die Präzision und zündende Ideen. Nicht unverdient daher die Pausenführung der Eriksson-Elf.

Als Figo geht, kommt die Wende

Der Weltmeister von 1966 sah sich zu Beginn des zweiten Spielabschnitts weit in die eigene Hälfte zurückgedrängt. Portugal agierte sofort druckvoll, hatte die Mission "EM-Sieg" verständlicherweise längst nicht abgehakt. Allein an Durchschlagskraft mangelte es den Iberern nach wie vor. Die Fernschüsse Figos landeten in aller Regel in Reihe 13, die zentrale Spitze Nuno Gomes kam nicht zur Geltung. Die Engländer verließen sich in dieser Phase der Partie einzig auf ihre Defensivkünste, bauten einen dichten Riegel am eigenen Strafraum auf. Scolari gab mit der Einwechslung Simaos für Costinha nach einer guten Stunde ein zusätzliches Signal in Sachen Offensive. Der Joker führte sich gleich mit einem 18-Meter-Schuss nach Sololauf ansehnlich ein (66.).

Während englische Konter nicht protokolliert werden konnten, opferte Scolari in der 75. Minute Luis Figo in dessen 108. Länderspiel zu Gunsten einer weiteren Spitze, Tottenhams Helder Postiga. Der Real-Star, der Sekunden zuvor James mit einem gefährlichen Aufsetzer noch auf die Probe stellte, zeigte sich sichtlich ungehalten über die Entscheidung des brasilianischen Weltmeistertrainers. Doch der schien alles richtig gemacht zu haben: Flanke Simao, Kopfball Helder Postiga - 1:1 (83.). Mit einem späten Treffer rettete sich der Gastgeber in die Verlängerung, während England bei einem Owen-Lattenkopfball (89.) Pech hatte. Das anschließende Kopfballtor durch Campbell zählte wegen eines Fouls von Terry an Ricardo nicht.

Rui Costas Traumtor, Lampards schnelle Antwort

Verlängerung: Phil Neville musste in der 97. Minute per Kopf auf der Torlinie klären, während Portugal zunächst weiter klar tonangebend war. Erst nach Beckhams Kopfball (101.) bekam England etwas Oberwasser, ohne torgefährlich zu werden. Im zweiten Abschnitt setzte sich der offene Schlagabtausch trotz schwindender Kräfte fort. Und fand in einem Geniestreich seinen nächsten Höhepunkt: Rui Costa - wie die Protagonisten beim 1:1, Simao und Helder Postiga, erst eingewechselt - fasst sich 18 Metern vor dem Tor ein Herz und gibt dem machtlosen James das Nachsehen. Zehn Minuten blieben Beckham & Co. noch, um der an Spannung und Dramatik nun kaum zu überbietenden Partie eine weitere Wende zu geben. Simao verfehlte mit einem weiteren Fernschuss das Ziel und damit die Vorentscheidung nur um Haaresbreite (113.). Im Gegenzug das 2:2: Frank Lampard kommt nach einer Beckham-Ecke und Terrys Kopfballvorlage im Torraum an den Ball und bugsiert die Kugel im Fallen über die Linie (115.). Beide Teams spielten bis zum Schluss auf Sieg, wollten das Elfmeterschießen vermeiden, scheiterten jedoch mit diesem Vorhaben.

Vom Punkt patzte gleich Beckham, der offensichtlich in den Boden trat und das Leder in den Nachthimmel jagte. Später vergab noch Rui Costa, so dass auch hier zusätzliche Elfmeter für die endgültige Entscheidung sorgen mussten. Ricardo hielt ohne (!) Handschuhe gegen Vassell und verwandelte schlussendlich selbst souverän zum 6:5!

In einem hochdramatischen und stets spannenden Viertelfinale behielt Gastgeber Portugal im Elfmeterschießen gegen England die Oberhand. Der Sieg der Scolari-Schützlinge fußte auf unbändigem Einsatzwillen, und einer Portion Glück. England brachte Owens frühe Führung nicht über die Runden, hielt jedoch bis zum Schluss tapfer dagegen. Keeper Ricardo wurde im Elfmeterschießen zum Held des Abends.

 

Aufstellungen, Einwechslungen & Reservebänke

Portugal
Aufstellung:
Ricardo (2) - 
Miguel (3)    
Ricardo Carvalho (2,5)    
Nuno Valente (2,5) - 
Costinha (5)        
Maniche (3,5) - 
Figo (3,5)    
Deco (4)    

Einwechslungen:
63. Simao (2,5) für Costinha
75. Helder Postiga (2)     für Figo
79. Rui Costa (2)     für Miguel

Trainer:
Scolari
England
Aufstellung:
D. James (4) - 
G. Neville (3,5)    
Terry (3) , 
S. Campbell (2,5) , 
A. Cole (3) - 
Lampard (2,5)    
Gerrard (3)        
Beckham (4) , 
Scholes (4)    
Owen (2)    
Rooney    

Einwechslungen:
27. Vassell (5) für Rooney
57. Neville (3,5)     für Scholes
81. Hargreaves (4,5) für Gerrard

Trainer:
Eriksson

Tore & Karten

 
Torschützen
0:1
Owen (3., Rechtsschuss)
1:1
Helder Postiga (83., Kopfball, Simao)
2:1
Rui Costa (110., Rechtsschuss)
2:2
Lampard (115., Rechtsschuss, Terry)
 
Elfmeterschießen
0:0
Beckham (nicht verwandelt)
1:0
Deco (verwandelt)
1:1
Owen (verwandelt)
2:1
Simao (verwandelt)
2:2
Lampard (verwandelt)
2:2
Rui Costa (nicht verwandelt)
2:3
Terry (verwandelt)
3:3
Cristiano Ronaldo (verwandelt)
3:4
Hargreaves (verwandelt)
4:4
Maniche (verwandelt)
4:5
A. Cole (verwandelt)
5:5
Helder Postiga (verwandelt)
5:5
Vassell (nicht verwandelt)
6:5
Ricardo (verwandelt)
Gelbe Karten
Portugal:
Costinha
(2. Gelbe Karte)
,
Deco
(2.)
,
Ricardo Carvalho
(2.)
England:
Gerrard
(1. Gelbe Karte)
,
G. Neville
(1.)
,
Neville
(1.)

Spielinfo

Anstoß:
24.06.2004 20:45 Uhr
Stadion:
Estadio da Luz, Lissabon
Zuschauer:
65000 (ausverkauft)
Spielnote:  1
Chancenverhältnis:
13:7
Eckenverhältnis:
14:9
Schiedsrichter:
Urs Meier (Schweiz)   Note 3
amtierte souverän, hätte lediglich A. Cole (29. Foul an Cristiano Ronaldo) und Nuno Gomes (98., Schwalbe) verwarnen müssen.
Spieler des Spiels:
Ricardo
Elfmeter gehalten, Elfmeter verwandelt - damit setzte er nach einer sicheren Leistung einen Glanzpunkt.

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