Löw entspannt auf der Pressekonferenz
Frings vor Comeback
Über sein 90-minütiges Leiden abseits des Geschehens in der "Skybox" des Baseler St. Jakob-Parks nach seiner UEFA-Sperre konnte Löw denn auch leicht ironische Bemerkungen machen: "Dort gab es Getränke, Aspirin und Baldrian-Tropfen - was mich doch etwas verwundert hat."
Ansonsten konnte der Bundestrainer nur das bestätigen, was unter den Beobachtern ohnehin allgemeiner Konsens war: Dass es ein tolles Spiel war, "mit allem, was dazugehört". Dass seine Mannschaft gut strukturiert und gut organisiert war. Und dass die Raumaufteilung hervorragend funktioniert habe.
Spielbericht
Hansi Flick und Andreas Köpke hätten auf der Bank "klasse gecoacht" und zu "100% die richtigen Entscheidungen getroffen". Dies sei aber auch kein Wunder, denn schließlich habe man gemeinsam intensiv das Spiel vorbereitet, beginnend schon auf dem Rückflug aus Wien nach dem Spiel gegen Österreich. Die taktische Marschrichtung gegen Portugal sei es gewesen, den Gegner nicht ins Spiel kommen zu lassen und früh zu stören. Man habe "frische" Spieler bringen wollen, die sich durch eine hohe Laufleistung und hohe Ballsicherheit auszeichneten. Denn: "Ballverluste im Mittelfeld wie gegen Österreich wären gegen ein Team wie Portugal sehr gefährlich gewesen." Die neue Variante mit Thomas Hitzlsperger und Simon Rolfes im defensiven Mittelfeld habe sich bewährt, beide hätten ihre Vorgaben optimal umgesetzt. Speziell der Leverkusener Rolfes wurde ausdrücklich von Löw gelobt: Er sei ein Spieler, der nie die Übersicht verliere und ein Spiel unglaublich schnell machen kann.
Schweinsteiger gesetzt - Frings kommt zurück
Nach seiner überragenden Leistung gegen Portugal ist Bastian Schweinsteiger, der seine von Löw zuvor eingeforderte "Bringschuld" eingelöst hat, für das Halbfinale gesetzt. In die Mannschaft wird wohl auch Torsten Frings zurückkehren, bei dem wegen seines Rippenbruches die Ärzte für Donnerstag noch von einem Einsatz abgeraten hatten. "Ich habe noch Probleme mit der Luft und brauche noch drei bis fünf Tage. Ich gehe aber davon aus, dass ich im Halbfinale wieder spiele", sagte der 31 Jahre alte Mittelfeldspieler.
Kopfschütteln über Peters
Für kleine Misstöne im deutschen Lager sorgte denn auch nur Bernhard Peters, der nach der EURO 2008 wohl seinen Platz im Kompetenzteam des DFB räumen muss. Der Sportdirektor von Bundesliga-Aufsteiger 1899 Hoffenheim, der vor der WM 2006 vom Trainerstab als DFB-Sportdirektor ins Gespräch gebracht worden war, hatte in einem Interview die mangelnde Fitness der DFB-Kicker sowie taktische Fehler bemängelt. Löw zeigte sich "überrascht über diese Ferndiagnose" und kündigte an: "Das wird Konsequenzen haben."
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