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19.06.2008, 11:06

Wie stoppt man Cristiano Ronaldo?

"Friedrich sollte in die Kirche gehen"

Jens Lehmann genießt die Spielkunst dieses Ausnahmekönners. Cristiano Ronaldo beim Fußball zuzuschauen findet der deutsche Nationaltorwart "schön - wenn man nicht gegen ihn spielen muss". An diesem Donnerstag muss er es. Muss es die deutsche Mannschaft.

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Cristiano Ronaldo
Führt er die Portugiesen ins Halbfinale? Cristiano Ronaldo.
© dpa Zoomansicht

Aber es geht nicht allein gegen den Mann mit der Nummer 7 in Portugals Elf, betont Bundestrainer Joachim Löw. Das Problem bestehe darin, alle offensiven Kräfte dieses Gegners zu bremsen, auch Simao, Quaresma, Nuno Gomes oder Nani. Sie alle, ergaben Löws Analysen, befähigt eine besondere Grundschnelligkeit, Mut zum direkten Duell und hohe Qualität im Dribbling. Dazu beherrscht Deco, den Tschechiens Trainer Karel Brückner als "Gehirn des Teams" lobt, den messerscharfen Pass in die Tiefe.

Und doch überstrahlt sie alle dieser eine Spieler. CRISTIANO RONALDO. 31 Tore erzielte er in der Premier League 2007/08, mehr als jeder andere Stürmer in Europas Ligen; achtmal traf er in der Champions League, ebenfalls Spitzenwert der dort aktiven Topleute dieser Welt. Beide Titel gewann er mit Manchester United. Und nun möchte er sein Glück 2008 vervollkommnen, mit dem Dreifachtriumph, dem zusätzlichen Gewinn der EM: "Es wäre ein Traum."

Die deutsche Mannschaft sieht er auf dem Weg ins Wiener Finale als "das größte Hindernis", Ballack und Kollegen seien physisch robuster, "wir sind technisch stärker". Allen voran er, CRISTIANO RONALDO.

Wie stoppt man diesen Überflieger? Wie Lehmann, vormals FC Arsenal, kennt ihn auch Dietmar Hamann (Manchester City) aus persönlichem Erleben und direktem Aufeinandertreffen. "Dieser Mann ist eigentlich nicht zu bremsen", sagt Hamann, "es gibt im Fußball nichts, was Ronaldo nicht kann." Vor allem fliegt er mit einer unnachahmlichen Leichtigkeit, den Ball am Fuß, an den Gegenspielern vorbei und trifft aus allen Positionen ins Tor, sogar mit dem Kopf. Seine Unberechenbarkeit steigert sich noch, da er sich auf der rechten wie der linken Flanke ohne Qualitätseinbußen auszutoben vermag.

"Wenn man Ronaldo laufen lässt, ist er nicht mehr zu halten. Also muss man ihm früh den Schneid abkaufen." Dietmar Hamann, Manchester City

"Es ist egal, wo er spielt, er kann es auch als hängende Spitze", sagt Hamann. Der 59-malige deutsche Nationalspieler rät zur Verengung der Räume durch vereintes Verschieben sowie zu sofortigen Störaktionen bei der Ballannahme, am besten durch Doppelung der Akteure, wie Löw empfiehlt: "Einer allein schafft es nicht." Ist der erste Abwehrmann umdribbelt, muss schon der zweite eingreifen. "Wenn man Ronaldo laufen lässt, ist er nicht mehr zu halten", so Hamann, "also muss man ihm früh den Schneid abkaufen."

Genau das bestätigt Paul Stalteri, 2004 Double-Sieger mit Werder Bremen und seit drei Jahren Außenverteidiger in der Premier League (Tottenham, Fulham). Im Grunde, unkt der Kanadier, der Portugals Superstar mehrfach im direkten Duell begegnete, gebe es für Deutschlands Rechtsverteidiger Arne Friedrich und Kollegen nur eine realistische Hoffnung: "Wie man Ronaldo wirklich stoppen kann? Am besten sollte man in die Kirche gehen und beten."

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19.06.2008, 11:06
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