Deutschland im Wettstreit mit der Türkei

So läuft die Vergabe der EURO 2024

EM - 12.09. 16:31

Der Countdown für die Vergabe der EURO 2024 läuft. In knapp zwei Wochen steht fest, ob die Europameisterschaft in Deutschland oder der Türkei stattfinden wird. Doch wie läuft der 27. September in Nyon genau ab? Was passiert bei Stimmengleichheit?

Wird aus dem Kandidat ein Ausrichter? Der DFB möchte die EM. © imago

Am Donnerstag, den 27. September blickt die Fußballwelt nach Nyon, denn dort wird im Haus des europäischen Fußballs die EURO 2024 vergeben. Während die EURO 2020 in ganz Europa stattfindet, Deutschland wird mit München vertreten sein, soll der Kontinentalwettbewerb vier Jahre später wieder in einem Land über die Bühne gehen. Lediglich die Türkei und Deutschland haben sich beworben.

Zunächst wird das UEFA-Exekutivkomitee ab 9 Uhr zu einer ersten Sitzung mit verschiedenen Tagesordnungspunkten zusammentreffen. Richtig spannend wird es am frühen Nachmittag, denn ab 13 Uhr findet die Präsentation der beiden Bewerber statt. Die türkische und deutsche Delegation werden unter Ausschluss der Medien zunächst ein Video zeigen und anschließend 15 Minuten Rede und Antwort stehen. Wer beginnt, legt übrigens das Los fest. Bundestrainer Joachim Löw und Weltmeister Philipp Lahm werden für den DFB auf dem Podium sitzen, um die wahlberechtigten 17 UEFA-Funktionäre zu überzeugen. Anschließend werden durch die UEFA-Administration noch die Bewerbungsdossiers evaluiert.

Danach wählt das UEFA-Exekutivkomitee. Das Gremium ist das oberste Exekutivorgan des Verbandes. Es setzt sich aus dem Präsidenten und 16 Mitgliedern zusammen. Die abschließende Abstimmung findet geheim statt. Ist ein Mitglied verhindert, verfällt sein Votum, denn in Vertretung können keine Stimmen abgegeben werden.

Ceferin könnte das Zünglein an der Waage werden

And the winner is? Der Bewerber, der auf den abgegebenen, gültigen Wahlzetteln die meisten Punkte erhält, wird zum Ausrichter bestimmt. "Bei Stimmengleichheit legt der Vorsitzende per Stichentscheid fest, welcher Bewerber zum Ausrichter bestimmt wird", heißt es im Bewerbungsreglement der UEFA. Damit wäre der Slowene Aleksander Ceferin das Zünglein an der Waage. Da dürfte es sicherlich hilfreich sein, dass der DFB die Wiederwahl von Ceferin am 7. Februar 2019 unterstützt.

Sicherheit, Stabilität und Integrität sind die deutschen Wahlkampf-Themen. "Der DFB hat alles getan, dass die Bewerbung erfolgreich sein wird. Wie die Chancen stehen, kann ich nicht beurteilen, aber wir würden uns freuen. Wir haben bei der WM 2006 erlebt, was das auslöst. Es wäre für den deutschen Fußball wichtig", sagte Löw.

Zum bisher einzigen Mal hatte der DFB die EURO 1988 ausgerichtet. Die Niederlande gewann das Finale in München durch Tore von Marco van Basten und Ruud Gullit mit 2:0 gegen die Sowjetunion.

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